das Eichhörnchen

Sagt der Kollege: „Heute morgen ist ein Eichhörnchen über die Strasse gesprungen.“

Wir warten.

Warten.

Wir fragen „Und was war jetzt mit dem Eichhörnchen?“

Nichts.

„Herr Kollege, was war denn jetzt mit dem Eichhörnchen?“

Der Kollege: „Wisst ihr, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, kann man nur noch in kleinen abgesteckten Bereichen denken. Wenn man jünger ist, erzählt man die Geschichte mit allem davor und danach.“

Wow! Was ist jetzt die Quintessenz? Auf das Wesentliche beschränken? Aussagen in den Raum stellen, die Freiraum lassen für eigene Phantasien, oder was daher reden, was haltlos ist? Oder konnte er nicht zugeben, dass er sich am Eichhörnchen einfach gefreut hat?

Wir mussten alle lachen, aber schön ist es trotzdem. Eichhörnchen haben so was putzig-lebendig-leichtes und die kleine Geschichte hat das Herz erwärmt. Und an seiner Aussage ist viel Wahres dran! Mehr als er vielleicht mitteilen wollte. Zusammen Schweigen, kleine Geschichten teilen, ist oft schöner als 1000 Worte.

ein Tag im Tierfreigelände Lusen

7 km führen durch diesen Teil des Nationalpark. 7 km gewundener Weg vorbei und durch die Gehege verschiedener Tiere, die einst in der Region Ostbayern heimisch waren oder es noch immer sind. 9:30 Uhr. Durch naturbelassenen Wald, bergan, bergab. Am Anfang eine Gruppe Wisente, langweilig liegen sie im Schatten. Nicht fotogen. Dann die Luchse. Einer ist weit weg im Gebüsch auszumachen. Es reicht für ein unscharfes Foto.

By the way, ich schreibe dies hier im Biohotel Pausnhof und esse gerade guten frischen Rote Beete Salat an einem unbehandelten Bioholztisch und schaue auf Bioleinenvorhänge und meine Hände riechen nach Bioseife und die beiden Nächte liege ich in allergikerfreundlichen Biomatratzen und die Duschwände sind aus Natursteinen. Soviel gesund… packt das der normal verwöhnte Körper? *grins*.

So, also die Wölfe. In einiger Entfernung sah man einen, der schlich sich dann aber nach noch weiter hinten. Die Wildschweine haben sich komplett versteckt, finden es wohl ätzend, dass die Menschenschar direkt durch ihr Gehege läuft. Otter? Lag in tiefem Schlaf unter einem Baum. Rotwild? Stand an ihrem Futterplatz (Hütte mit Heu und geebneter Boden davor). Wahrscheinlich steht so ein Rotwild gar nicht darauf, sich im Wald herumzutreiben und über die natürlich gefallenen Bäume zu stolpern. Nun denn, Biber? Nicht zu Hause. Aber der Braunbär! Yep, reckelt sich im Wasser, ruft seinen Partner her, der reckelt sich mit, nachdem er seine 2 Jungen jagte. Braunbär: Topp. Uhu? Gänsegeier? Käuze? Sitzen alle in den letzten Ecken und tun nichts. Besser die Falken, fliegen ihre Runden und reissen ein Tier vor meiner klickenden Kamera. Die Wildkatze? Sieht aus wie eine Hauskatze und leidet an Hospitalismus. Marder, Iltis? Nicht zu sehen.
15 Uhr, wir sind durch. Der Magen steht auf Unterkante Kniekehle. Kurzer Snack und weiter geht es zum Baumwipfelpfad, danach ein zweiter Abstecher zu den Wisente (nun genannt Wiesen-Ente). Immer noch langweilig liegend bzw. weg. Besser die Luchse. Gar drei kann man ausmachen und beobachten.
18:45 Uhr, der Tag im Wald geht für uns zu Ende. Das ein oder andere Bild ist im Kasten, die Füsse sind schwer und es geht zurück zum Bioabendessen.
Gesehen hat man nicht viel. Aber das werte ich als positives Zeichen, so haben die Tiere offensichtlich Platz und Rückzugsmöglichkeiten. Die Gehege sind wirklich gross. Ob sie alle glücklich sind? Dass weiß wahrscheinlich keiner. Vielleicht glücklicher, da sie feindlos ihr Leben leben. Vielleicht denken wir blos immer, dass Tiere den Dauerstress der Feindbekämpfung, Flucht, Kampf um Nahrung, Angst ob die Jungen durchkommen, erstrebenswert finden.
Ja, es war ein sehr toller Tag. (Aber, meine Güte, was waren da viele Leute und viele Familien. Man merke: unbedingt versuchen unter der Woche dort zu sein und ausserhalb von Ferien.)

Frage des Tages

Wenn ein Frosch Vegetarier wäre, könnte er dann mit einer fleischfressenden Pflanze eine Freundschaft eingehen?
und
Wenn ich eine fleischfressende Pflanze in der Wohnung hätte, wer würde dann die ausgesaugten Fliegenkadaver aus der Pflanze ziehen?
und
Wenn ich ein vegetarischer Frosch wäre, würde ich dann in Hungersnöten den Kadaver aus der fleischfressenden Pflanze essen und die Freundschaft auf’s Spiel setzen?

unernste nächtliche Gedanken

Und hier der Frosch, der mir letzte Woche beim Nachhausekommen guten Tag sagte.

Gut, wenn man die Handykamera immer griffbereit hat!

Quack!

Die Kakerlake auf dem Klopapier

Wieder diese scheusslichen Toilettenpapierabroller. Diese Dinger in öffentlichen Toiletten, groß, rund, x-viele Meter Toilettenpapier darin versteckt. Mit etwas Glück schaut unten ein Stück Papier heraus, mit noch mehr Glück kann man hochsensibel ziehend noch mehr oder ausreichend ziehen. Der Normalfall ist aber, dass nichts herausschaut und dann muss der arme Sitzer von unten in das Nichts greifen. Wer weiß was sich darin verbirgt? Spinnengetier, Staubflusen, schlimmeres? Meist bleibt dann das Suchen von Anfang/Ende eh ohne Erfolg. Scheußlich die Dinger.

Das führt mich zur eigentlichen Erinnerung: Es war der 2.1.1999. Venezuela. Mit einer 2Mann+Pilot-Propellermaschine flogen wir tags zuvor an den Fuss der Tafelberge, per Boot fuhren wir auf den cocacolafarbenen Flüssen zu den Tafelbergen und wanderten in einer kleinen Gruppe zum Salto Angel. 1 km fällt dieser Wasserfall vom Tafelberg. Der Höchste der Welt. Unglaublich toll!!! Nachts schlafen wir in muffeligen Hängematten mitten im Urwald, ein Holzdach, ein paar Pfosten. Nachts wache ich auf, muß zur Toilette. Ich schäle mich aus der Hängematte, tappse zur Toilette – ich schaffe alles im Dunkeln, aber nicht DAS ABROLLEN des Toilettenpapiers. Ich mache meine Funzel an – und da ist sie: groß (riesig….) – eine Kakerlake sitzt auf der Rolle, schaut mich an… ich erschrecke zu Tode und seither: Phobie Toilettenpapierabroller….