Hakuna Matata und Jambo in Kenia

Hakuna matata – kein Problem / Jambo – Hallo / Karibu – Willkommen / Pole pole – langsam. Diese 4 Worte beschreiben unseren Eindruck!

Wir fahren auf unseren chinesischen 200cc-Motorrädern durch die Dörfer und die Kinder winken. Sie sehen uns heran- und vorbeifahren und ein strahlendes Lachen geht über ihre Gesichter. Es ist so nett diese kleinen Gnome zu sehen, wenn sie von 4 Jahren ab in ihren Vorschuluniformen am Straßenrand nach Hause laufen oder zur Schule, ein Minirucksack auf dem Rücken oder eine Wasserflasche in der Hand marschieren sie, alleine oder in kleinen Gruppen und sie staunen mit offenem Mund, wenn wir vorbeirollen – bis das Strahlen und Winken wichtiger wird. Kein Kind bei uns würde im Alter von 4, 5, 6 alleine über mehrere Kilometer nach Hause finden… Hier ist es selbstverständlich und prägt das Straßenbild.

Auch prägt das Straßenbild, daß überall Menschen laufen, sie tragen Sachen auf dem Kopf, transportieren von links nach rechts, kaufen und verkaufen. Sie fahren auf ihren kleinen Mopeds über die Sandpisten und ausgewaschenen Straßen, immer geschäftig. Ein 5 Meter langes Abwasserrohr wird längs transportiert. Ein Berg Holz quer, 2 Meter nach links und rechts hinausstehend. Ein ganzes Wellblechdach für den Anbau und dazu noch Ehefrau und Kind auf dem Moped. Das Leben ist bunt. Die Kleidung ist bunt, die Mopeds, die Dörfer, die Früchte, die es am Straßenrand zu kaufen gibt.

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Schöne Worte auf Suaheli aus Tansania

Ich so in Tansania. Nach dem Frühstück ein bisschen Zeit bis zur Weiterreise und ich laufe um das Hotel. Eine Dame um die 60 spricht mich an und wir reden eine gute Viertelstunde. Sie lässt mich an ihren Gedanken teilhaben, auf englisch. Ein traumhaftes englisch, hochgebildet die Dame im langen bunten afrikanischen Kleid. Sie erzählt mir über ihre Sprache. Suaheli / Swahili / Kisuaheli / ostafrikanische Bantusprache, die die Länder in Ostafrika verbindet.

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Sie sagt:

Wenn ihr sagt „ich liebe dich“, dann sagen wir „ich liebe es dich zu lieben, meine schöne Blume“.

Wenn die Mama kocht, sagt die Tochter nicht „Danke“, sondern „Danke, dass du dir die Zeit nahmst für mich so wundervoll zu kochen“ und die Mama nickt nicht nur, sondern sagt „Danke, dass du kamst und ich für dich kochen durfte, meine kleine Tochter“.

Die Sprache Swahili benutzt mehr Worte, nichts ist schwarz oder weiß, sondern bunt und blumig. Und die Frau sagt „wir sind nicht arm, wir fühlen uns reich, wir haben alles“. Sie sagt „wir sind nicht schwarz oder weiß, wir sind alle wie wir fühlen, wie wir lachen. Wir weinen über die gleichen Dinge. Wenn ein Kind stirbt akzeptieren wir es nicht, wir fragen überall nach was passiert ist, bis wir einen Weg finden damit wir mit dem Verlust leben können. Es ist uns wichtig was im Herzen ist, nicht wie reich wir sind. Der Weg wie wir reden, uns respektieren ist, was uns ausmacht, nicht die Hautfarbe“.

Ich bin tief berührt und weiß wieder einmal warum ich reise.

Tipp_NO: Brotliebling

Normalerweise mache ich ja keine Produktbewertungen, aber manchmal ist es zu schade veräppelt zu werden.

Was passierte: Meine Kollegin kauft 2 Packungen Laugenbrezeln-Set zum Selbstmachen von Brotliebling (www. brotliebling. com), um sie an Weihnachten zu verschenken. Eine Packung an mich! Jipieh! Total nett und für mich als bekennende Brezelsüchtige ein tolles Geschenk. Die Firma kommt sympathisch rüber, alles bio usw. korrekt.

Die Packungen kamen erst mal gar nicht zu Weihnachten, sondern auf mehrfache Anfrage eine Entschuldung „gerade nicht verfügbar, bitte Geduld“. Schade, wenn man etwas verschenken will, aber gut, man freut sich ja, wenn der Laden läuft.

Dann kommen die Packungen. Freude! Die Kollegin verschenkt beide. Das böse Erwachen: In beiden Packungen ist die Brezelmischung abgelaufen und zwar schon 2,5 Monate lang. Toll?! Jetzt sind wir wieder 2 Monate älter und haben mehrfach an verschiedenen Stellen höflich reklamiert – ohne jegliches Ergebnis oder Ersatzlieferung.

Die Packung kostet 8,60 Euro was für 5 Brezeln zum Selbstmachen also DEUTLICHST / DOPPELT über dem Bäckerpreis liegt und ist dann einfach nur um in die Tonne zu kloppen.

Schade Brotliebling! So geht es gar nicht !!!! Nie wieder!

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Buch No-Tipp Eisreise

Zufällig treffe ich eine junge Frau, die mal auf einer Wanderreise meine Reiseleiterin war. Sie stellt mit ihrem Mann ihr Buch aus und wir wechseln ein paar Worte und ich kaufe das Buch. War es doch damals eine schöne Reise und sie hatte wirklich einen sehr guten Job gemacht.

Ich lese das Büchlein an 3 Abenden durch und es reisst mich leider nicht mit. Keine Höhen und Tiefen, eher flach. Sie ist mit ihrem Mann auf Hochzeitsreise, naja ein halbes Jahr nach der Hochzeit, dann ist es doch eher eine Urlaubsreise? Egal, man darf betiteln, wie man möchte. Sie fahren über Weihnachten/Silvester ans Nordkap. Ja klar, es ist saukalt, trotzdem sind es nur etwa 13 Fahrtage, durchbrochen mit Schiffspassagen und lauen Temperaturen im Süden, sie wohnen in guten Unterkünften und sind warm eingepackt. Die eigentlich spannende Geschichte wird leider flach und ein bisschen unsympathisch, da sie einfach die Beste ist, unglaublich gut Motorrad fährt, keine Zicke ist (offenbar die einzigste motorradfahrende Frau der Welt), über einen wahnsinnigen Erfahrungsschatz verfügt (Respekt), welterprobt ist, usw. Dazu viele Wiederholungen und immer wieder darf ich lesen, wie die Reise sie zusammenschweißt und dass das dazu führt, dass sie ein Leben lang zusammen bleiben werden. Hmmm…. wenn sie daran Zweifel hatten, warum haben sie dann geheiratet? Warum sind sie überrascht auf der Reise nicht gestritten zu haben? Dazu Passagen, die ihr gar nicht gefallen haben und die Erkenntnis, dass sie nicht die Frau für touristische Highlights ist (nach Jahren als Reiseleiterin und Reisen in die komplette Welt?). Schade um das Büchlein, es war sicher eine tolle Reise…. Mitreissend – nein.

Buchtipp: Wer hat den Ball

Ein Kollege empfahl mir ein Buch, welches unser aller Chef ihm empfahl. Ich las es in den Weihnachtsferien. Bücher zum Thema Führung gibt es ja zu Hauf‘, da dachte ich mir, ah eine Empfehlung, warum nicht reinschauen.

wer ballUm was geht es? „Meine Mitarbeiter sind so unselbstständig!“, „Meine Leute denken nicht mit!“ – diese Sorgen teilen viele Führungskräfte. „Wer hat den Ball“ zeigt, welche Führungsfehler dieses problematische Verhalten der Mitarbeiter auslösen.

Der Autor Thomas Fritzsche erzählt, wie die Führungskraft Martin Dampf mithilfe eines Telefoncoaches, der 5000.- Euro Honorar verlangt, seine Mitarbeiter aktiviert und zum Mitdenken bewegt. Total spannend, wie der Autor schreibt. In 192 Seiten wiederholt er sich etwa 5-6 Mal, erzählt immer wieder das Gleiche – mal im Gespräch Coach zu Führungskraft, mal Ehefrau mit FK, mal die Reflexion der FK mit seinem Kumpel. Wenn ich das über ein Buch hören würde, würde ich sagen „was klaut der meine Zeit mit Wiederholungen“, aber genau das ist es, was das Buch so gut macht und so logisch und so einprägend.

Topp! Ich habe schon Kleinigkeiten umgesetzt und spüre mein gutes Gefühl dabei und das es funktioniert.

wieder ein abstruser Traum

Ich bin in einer riesigen schloßähnlichen Burganlage. Ich habe einen Plan vor dem inneren Auge, auf dem zu sehen ist, wo das Auto parkt. Wir müssen durch mehrere Gebäude und Außenanlagen, um dort hin zu gelangen und es ist nach Ende der Öffnungszeiten. Wir sind zu zweit und ich kann nicht richtig zuordnen wer mit mir ist, männlich zumindest. Wir schleichen uns an den Mauern entlang, sie sind dick. Das Ganze ist ganz kompliziert gebaut, viele Treppen, Hallen, Teppiche an den Wänden, alt, abgeschossene Farben. Wir kommen in eine große Halle, sie ist voller Menschen in außergewöhnlichen Kostümen. Es sind die Bewohner, vielleicht, die nur nachts nach Ende der Öffnungszeiten da sind. Indianische finstere Gesichter, aber in nichtindianischer Kleidung, auch Ritter und wir wissen, sie dürfen uns nicht sehen und doch queren wir mitten durch die Halle. Wir kommen an einen Gang mit mehreren Türen, eine Treppe führt nach unten, man muss sich unter einem Balken durchbücken, um hinabzusteigen. Wir erinnern uns von der Führung, die wir scheinbar früher am Tag gemacht haben, dass der Gang absolut tabu ist. Er erscheint uns aber als Abkürzung zu dem Parkhaus mitten auf dem Gelände. Wir steigen hinunter, öffnen eine Tür, gehen hinein, schließen sie hinter uns, wir werden von 2 Polizisten verfolgt, die durch ein vergittertes Fenster durch die Tür schauen.
Wir legen uns auf eine schmale Bank, tun so als ob wir schlafen. Der Mann an meiner Seite hat plötzlich auch eine Polizeiuniform an, gleichzeitig rutsche ich von der schmalen Pritsche nach rechts unten ab, auf dem abschüssigen glatten abgeschossenen Lederbezug. Ich klammere mich an die Uniform meines Partners, um nicht abzurutschen und ich versuche mit seiner Mütze seine Uniform etwas abzudecken, die Polizeibeamten dürfen die grüne Uniform aus irgendwelchen Gründen nicht sehen. In dem Raum ist eine alte Dame, die auf einem hölzernen verzierten Stuhl an einer Wand sitzt, uns ansieht, einen Zigarillo raucht und plappert  und uns wird klar, warum der Gang und der Raum tabu sind und das die Tür jetzt abgeschlossen ist. Plötzlich sieht man durch das Holzgatter ihrer Stuhllehne ein paar Augen und Bewegung. Uns ist klar, dass ist der/die Aufseherin der plappernden Alten. Auch die Aufseherin raucht einen Zigarillo und ihr Rauch vermischt sich mit dem Rauch der Alten. Diese riecht den anderen Geruch – vanillig, wird stutzig, weiß das sie beobachtet wird und hört auf zu plappern.

Die Geschichte endet, ich wache auf und liege wach und mir wird plötzlich klar – mitten in der Nacht:
Ich träume die Geschichten anderer Menschen oder die Geschichten meiner früheren Leben, aber viele, eher alle Träume, sind in der Neuzeit, meiner Zeit.
Was passiert in meinem Gehirn in allen diesen Nächten voller abstruser Träume ohne Zusammenhang, an Orten, an denen ich nie war und mit Menschen, die ich nie sah
und ich denke an eine entfernte Bekannte, die schizophren ist. Ist es eigentlich auch Schizophrenie, wenn man fremder Leute Geschichten träumt?
Die Nächte liege ich oft wach, um über das eben geträumte nachzudenken.
Die Tage bin ich gerädert, auch nach 10 Stunden vermeintlichem Schlaf, habe ich doch wieder Abenteuer erlebt, Geschichten durchwacht, bin die Nacht aufgewesen, treppauf treppab gewandert.

Winterflucht Gran Canaria

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Weihnachten ist ja nicht per se schlecht. Aber die Firmen schicken uns für eine Woche nach Hause. Kostbarer Urlaub, den es zu bespaßen gilt. Eigentlich würde ich ja gerne auch mal da sein – wohnen – entspannt zu Hause sein – die Familie treffen – aber da ist dieser Drang in mir. Die Neugier auf die Welt, auf Landschaft, Sonne, Erlebnis, Kultur, andere Völker. Nun, Weihnachten 2018 führte uns nach Gran Canaria. Vom Flughafen nehmen wir den Bus für 2,90 nach Las Palmas de Gran Canaria und wir sitzen am Meer in der Sonne bis wir in unser Billigheimerhotel einziehen. Kein Flair aber zweckdienlich und sauber. Am nächsten Morgen laufen wir zu dem sehr empfehlenswerten Motorradverleih Canary Ride und übernehmen unsere 2 Motorräder. Gepäck aufgeschnürt und los geht es zum Kurvenspaß mit Aussicht. Die nächsten 6 Tage sind wir in der wunderschönen Hotelfinca Aqua de Molinos und fahren entspannte Touren. Gran Canaria, fern ab vom Trubel, in den Bergen, oft mit Meerblick, nette Dörfer, nette Menschen und viel nichts. Eine entspannte Woche voller schöner Bilder und Lieblingsstraßen. Nur der viele Knoblauch, auf den kann man dann doch verzichten.