Baum der Wünsche oder Suche nach Armut

In meinem kleinen Ort gibt es zu Weihnachten den Baum der Wünsche. Jeder der folgend Bedürftigen darf sich etwas wünschen:

BaumLeute wie ich würden dann gerne einen dieser Wünsche erfüllen. Gedacht, getan? Ich wollte mir einen Stern aussuchen und freute mich schon anonym ein Geschenk hübsch zu verpacken. Ich kam zu spät. Tag 6 von 28 der Aktion. Von 15 Sternen waren noch 2 übrig. Ein Wohnzimmertisch und eine Nähmaschine waren übrig. 15 Wünsche bei 10000 Einwohnern (ein Ort mit Asylantenheim) oder 15 Bedürftige unter 10000 Einwohnern. Oder 0,15%. Nach einem neugierigen Blick auf Ebay Kleinanzeigen stellte ich dann fest, dass gerade im Ort 3 Leute einen Wohnzimmertisch verschenken. Die arme Frau dieses Wunsches war also leider auch noch zu faul, sich selbst um ihren Herzenswunsch zu kümmern, da hätte sie sogar anhand des Bildes aussuchen können. Also, ich zog ab und dachte wieder einmal so viel Arme in Deutschland gibt es wohl nicht. Mein Wunsch zu schenken und Gutes zu tun, habe ich mir dann über R.Nehbergs TARGET erfüllt. Meine Nachbarn brauchen halt nichts.

 

 

Weine: 2002 – 2004 – 2006

Wein Mario

Nie traut man sich heran und wartet auf den richtigen Moment – bis man in Gefahr läuft, dass sie umkippen – die teuer erstandenen Tropfen. Mario kommt zu Besuch. 3 Tage / 3 Weine. Einer besser wie der andere. 3 Jahrgänge: 2002, 2004, 2006.

3 Länder: Neuseeland (von dort selbst im Koffer heim geschleppt – ein Syrah vom Weingut Te Mata, damals 25 Euro). Italien (dort getrunken und zu Hause nachbestellt – ein Amarone zu 36 Euro). Frankreich (von dort auf einer wunderschönen Weinreise mitgebracht – Syrah/Grenache/Mourvedre von Philippe Nusswitz zu damals 20 Euro). Alle 3 Begebenheiten sind unendlich lange her und hatten ihren Platz in anderen Leben und nun trinke ich mit Genuss und denke an die schönen Augenblicke von damals und weiß, Freund Mario geniesst diese Weine auch. Danke dafür, dass ich sie endlich aus dem Keller gezogen habe. Danke für den Besuch. Mario spielt mir mit dem letzten Schluck das schöne Lied von Reinhard Mey vor: Lied: Gute Nacht Freunde

3x 20 von 20 Dagipunkten.

Osterweiterung Teil 5 und Schluss

Das Eiserne Tor / enger Donaudurchbruch an der Grenze Serbien/Rumänien. Bis zu seiner Entschärfung 1972 im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Eisernes Tor 1 galt es als der für die Schifffahrt gefährlichste Flussabschnitt der Donau, der nicht ohne ortskundige Lotsen passiert werden konnte. Jahrzehntelang wurden die Schiffe flussaufwärts mit Lokomotiven getreidelt. Im kleinen Nebenarm ziert die Statue des Dakerkönigs Decebalus (55 Meter hoch) einen Felsen.

Wir übernachten kurz vor der ungarischen Grenze bei einem netten Professor, der ein ansehnliches Weinlager hat und Schachgroßmeister ist. Er sitzt bei uns am Abendessen und plaudert aus dem Nähkästchen.

Wir schlagen uns am nächsten Tag leider langweilig durch Ungarn bis zum Plattensee und weiter zu einer Bekannten am Kleinen Plattensee / Kis-Balaton.

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Es gefällt uns sehr und wir lassen uns hängen, bleiben 3 Tage und gehen im Schwefelbad von Heviz Baden (Achtung: empfohlen werden maximal 20 Minuten und die Leute lassen sich auf Styropornudeln treiben; wir bleiben 45 Minuten schwimmend im Wasser und sind danach kaum noch in der Lage die Motorräder vom Seitenständer aufzurichten; hoppala, das Wasser entzieht den Muskeln wirklich die Kraft).

Wir bewundern die Aussicht aus den Weinbergen und wandern im Naturschutzgebiet des kleinen Balatons. Leider geht es dann doch weiter und wir trennen uns schweren Herzens von der Bekannten und dem schmucken Ferienhäuschen.

Kurz durch Slowenien und die Steiermark, länger durch das schöne Kärnten, über die

Großglocknerhochalpenstrasse, durch das schöne südliche Bayern und weitere 3 Tage älter sind wir wieder zu Hause. 22 Tage vergingen auf 6250 Kilometern in 7 Ländern mit vielen Eindrücken und die Bilder im Kopf sind unbeschreibbar.

DSC_0245Und die Mopeds: tipptopp durchgehalten und bereit für weitere Reisen mit uns.

Osterweiterung Teil 4

Das Donaudelta liegt hinter uns, wir kehren dem Schwarzen Meer den Rücken und es geht wieder durch die Kornkammer Rumäniens, ohne nennenswerte Höhenmeter, dafür entspannt und mit Zeit zum Nachdenken über die letzten Eindrücke, Richtung Brasov.

DSC_0211Heute nächtigen wir im Schatten des nichtsagenumwobenen Dracula-Schlosses in Bran. Hier war weder er noch der Schreiber Bram Stoker und doch wurde eine zeitlang versucht die alte deutsche Törzburg von 1377 zu Draculas Schloss zu machen.

IMG_3074Heute besinnt man sich eher auf das historische Erbe und den beeindruckenden Bau mit seinen vielen Zimmern, Winkeln, Treppen. Hier hat die rumänische Königsfamilie bis 1947 gewohnt.

Nicht königlich war unser Abendessen. In der Trattoria (unser Hotel) gab es nur mittelmässige Pizza, der Rest der Karte war gestrichen, und ein junges Mädel, dass definitiv nicht am Umsatz beteiligt war. Aber das haben wir die letzten Tage oft erlebt, dass man seinen Sachen in Cafés/Restaurationen hinterherlaufen musste.

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Nun stehen die unter Motorradfahrern berühmten Pässe auf dem Weg. Die Transfargasan und die Transalpina. Auf der Transfargasan sehen wir trotz Kurvenrausch einen echten freien Braunbären! Die Pässe waren einfach toll. Großteils gute Strassen, kaum Verkehr (Donnerstags und Freitags) und endlose Kurven auf 50 und mehr Kilometern ohne bremsende Ortschaften. Das hat man so eben nicht in den Alpen.

Zwischen den Pässen übernachten wir in Hermannstadt/Sibiu und schlendern durch die sehr schöne belebte Stadt. Hier hätte ich gerne einen ganzen Tag verbracht, es gibt viel zu sehen und zu erleben. Kultur, Sehenswürdigkeiten, aber meine Mitreisenden wollen weiter.

Über weitere 2 Tage und die tollen Landschaften der Südkarpaten geht es hinunter zur serbischen Grenze nach Drobeta Turnu Severin. Wir sitzen gemütlich an der Donau und schauen hinüber nach Serbien. Am nächsten wollen wir zum Eisernen Tor.

Osterweiterung Teil 3

Das Biosphärenreservat Donaudelta. Wir sind in einer hübschen Pension mit supersicherem Innenhof zum Parken der Motorräder. In 8 Minuten sind wir an den Kai vorgelaufen und wundern uns über die wirklich abgrundtief hässlichen Bauwerke, die die Uferpromenade säumen. Tulcea ist doch der Ausgangspunkt in das Donaudelta. Jedes Boot startet hier und jeder Tourist kommt hier durch. Der Boden der Promenade ist kaputt, Restaurants in übersichtlicher Zahl, die Fassade garstig. Aber Leben, Läden, Leute.
DSC_0130Nun, wir starten am nächsten Morgen um 9:30 Uhr mit Safca Tours (empfehlenswert!) mit dem Schnellboot ins Delta. Sehen Eisvogel, Graureiher, Silberreiher, Kibitz, Pelikan, Blesshuhn, Gänse, Schwäne, Enten, Seeadler, Kormoran, Moorhuhn. Das Delta ist unheimlich groß (5800 qkm) und voll von Kanälen und Seen in jeglicher Größe. Es macht einen entspannten Eindruck und man fühlt sich ein bisschen wie ein Eindringling. Wir sind hier in der Nachsaison, wenig Touristen, wenig Schiffe, wie mag es im August zugehen? DSC_0155Wir machen halt an einem Fischrestaurant, welches total überteuert ein Fischmenü anbietet, dazu Wasser, Wein und Kaffee. Wahlweise ein Huhngericht oder etwas Vegetarisches. Gut, den Preis wusste man vorher, sollen auch leben. Gebraucht hat man es nicht, ein Spaziergang durch das Dorf wäre sicherlich wertvoller gewesen. Weiter geht es danach nach Sulina und wir sind nun wirklich am Schwarzen Meer. Luftlinie ca. 1800 km von zu Hause und 6 km südlich der ukrainischen Grenze. Wir haben fast 2 Stunden Aufenthalt und sitzen DSC_0177am Strand und stecken die Füße in das Wasser. Der Blick ins Meer, über den Strand, eine kurze Auszeit. Zurück geht es den Hauptkanal entlang, schnurstracks zurück nach Tulcea.

Was soll ich sagen? Es war ein toller Tag, wir waren am Schwarzen Meer. Aber ich würde niemandem die Schnellboottour empfehlen. Wirklich schön waren die kurzen imposanten Zeiten mit keinem bzw. ganz wenig Motor, halbtreibend am Ufer entlang, die Vögel, das Grün, das Wasser die Stille der riesengro0en Donaudeltanaturlandschaft.

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Osterweiterung Teil 2

DSC_0065Wir verlassen die Moldau und die vielen vielen Klöster (interessante Geschichte -> nachlesen lohnt sich) und steigen ein in den Motorradfahrertraum – die Transrarau. Am Einstieg warten wir kurz auf die Kollegen und ich werde gleich von einem deutschen Radfahrer angesprochen „ja, ja, da geht es hoch, viel Spaß“. Eine tolle Strecke mit tollen Aussichten in die Landschaft, Berge, Wälder. Weiter geht es schön zum See Lacul Bicaz, der uns aber nicht vergönnt ist. Die Straße ist gesperrt und wir müssen einen Umweg angehen. Nach einigen Kilometern starten wir einen Versuch über eine klein eingezeichnete Straße, um doch noch wenigstens die Schlucht von Bicaz zu erreichen. Sofort stehen wir auf geschotterter Schlaglochpiste. Der Versuch wird nach 4 Kilometern abgebrochen, wir drehen um. Mein Motorrad ist dafür leider kaum geeignet. Wieder auf Asphalt liegt mein linker hinterer Blinker in den letzten Zuckungen und gibt dann auf. An eine Reparatur ist nicht zu denken, also strecke ich fortan wie auf dem Fahrrad meinen Arm zum Abbiegen nach links aus.

Der Umweg bis Tolpita ist ein Traum! und wir beschliessen trotz fortgeschrittenem Nachmittag die Schlucht von Westen nach Osten zu befahren, um am Ende eine Unterkunft zu suchen. Die Abendstunde ist optimal, kein Verkehr, die Straße gehört uns. Am Ende wird es wüst und die Dörfer laden überhaupt nicht zum Übernachten ein. Eine Unterkunft schaue ich mir von innen an. Ein Agriturismo, in Italien in aller Regel ein Traum. Dieses war gruselig. Ich glaube es war eine Erntehelferunterkunft auf schlimmen Niveau und ohne Abendbrot. Wir fahren weiter, es ist bereits nach 19 Uhr. Ein Pensionsschild lässt uns wieder stoppen. Schnell sind wir eingecheckt und bekommen ausgezeichnete Gemüse- und Hühnersuppe. Der Chef, Rezeptionist, Bedienung, Koch in Personalunion spricht ein ausgewählt schönes Englisch und die Zimmer sind einfach und ok.

DSC_0074Gleich nach dem Frühstück fahren wir die Schlucht Bicaz zurück nach Westen, wieder ohne Tourismuswelle.

 

 

DSC_0097Weiter geht es nach Schäßburg/Sighisoara. Eine schöne mittelalterliche Stadt. Weltkulturerbe in Siebenbürgen/Transsylvanien und ehemals deutsch.

 

 

DSC_0083Hier treffen wir auch zum ersten Mal auf Vlad Dracula, der hier einst (vielleicht) zu Gange war. Wir übernachten in der Nähe von Kronstadt/Brasov in einer netten Pension weit ab vom Schuß. Wenn wir nicht im Restaurant wenige Kilometer davor nach dem Weg gefragt hätten, wären wir nie fündig geworden. Kein Schild, keine brauchbare Adresse für das Navi. Zufallsgäste gibt es hier wohl nicht. 5 km Schotterpiste sind zu überwinden, ich sage es gleich, nach der Rückfahrt am nächsten Morgen meldete mein Display „Warning ABS Sensor“. Das Kabel zuckte noch, die Fehlermeldung auch, um im Laufe des Tages vollens auszufallen. In der Pension ist eine illustre Truppe RumänInnen und wir bekommen viele Informationen mit 2 Flaschen Schnaps gereicht. Prost heißt übrigens hier dumm…

DSC_0104Für den nächsten Tag habe ich uns in das Bärenreservat in Zärnesti eingebucht. 106 Braunbären dürfen hier ihren Lebensabend verbringen, nachdem sie übelst im Zirkus und in Käfigen vor Restaurants unter schlimmen Bedingungen, oft gequält, leben mussten. Seit nun vielen Jahren ist das durch ein Genfer Abkommen verboten und die Tiere sind teilweise schon viele Jahre hier und doch gibt es Bären, die auch heute noch auf 3 Metern auf und ab laufen und auf der Stelle umdrehen wie sie es von klein auf in ihrem Käfig gelernt haben. Sie haben Hektarweise Platz und es schön, aber der Kopf ist für immer kaputt. Die Füße teilweise auch. Es stimmt mich sehr traurig, aber es ist auch schön sie hier zu sehen. Es hat keinen Zoocharakter. Es sind keine kleinen (schreienden) Kinder erlaubt und nur maximal 150 Besucher am Tag an 6 Tagen die Woche. Den hohen Eintritt bezahle ich gerne, haben die Tiere doch damit ein schönes Leben nach den Qualen.

Auf der Weiterfahrt machen sich meine Mitfahrer bei einer Rast über mein ABS-Kabel her und bekommen es tatsächlich repariert! Bin begeistert. Weiter geht es sehr schön nach Berca über den Pass von Buzau. Wir übernachten bei einer älteren Dame, die mir ausgezeichnete vegetarische Sarmale (Krautwickel) mit Polenta und einem köstlichen Pilzgemüse macht.

Am nächsten Morgen fahren wir zu den Schlammvulkanen. Der Reiseführer hat wenige Worte und wir erwarten nichts. Es ist spektakulär! Schlamm blubbert in einem Naturschutzgebiet aus dem tiefen Inneren der Erde nach oben und hinterlässt mondähnliche Krater, Risse, Spuren.

Osterweiterung Teil 1

Start in den Osten.
Wir fahren aus Zeitgründen auf der Autobahn in Münchens Nähe zu Kumpel Rainer. An der Autobahntankstelle Dasing wollen wir Benzin nachladen. In deren Einfahrt steht ein Kleintransporter, Flammen züngeln an seiner Front hoch. Ein Feuerlöscher daneben, sonst niemand, bereits aufgegeben? Wir stehen wartend an der Zapfsäule, in Bayern ticken die Uhren wohl langsamer. Die Flammen erreichen den ersten Reifen, der laut knallend platzt. Die Plane fängt Feuer. Niemanden kümmert es. Es wird gemütlich getankt, eingekauft, Kaffee getrunken, bezahlt. Ich werde nervös. Nun läuft eine Feuerspur (brennender Diesel) vom Transporter die Straße hinunter. Wir schauen uns an, setzen die Helme auf und sind uns einig: jetzt weg. Irgendwo sonst wird es Benzin für uns geben. Tag 1 und wir haben das erste Mal überlebt.
Die letzten 40 km kommen wir in Regen, es ist stockdunkel mondlos – aber wir wissen es erwartet uns eine Garage, eine warme Suppe und ein trockenes Nachtlager.

Tag 2 – nun zu viert mit 4 Motorrädern Richtung Osten: In Tschechien nach 180 km der erste Pannenstopp. Rainers Benzinpumpe fördert nicht. Der Motor bleibt stehen. In gewohnter Windeseile ist Verkleidung und Tank abgebaut und eine Ersatzpumpe eingebaut. Läuft. Nachdem wir komplett angezogen wieder durchstarten wollen, fängt Rainers Hupe an, einen krächzenden Dauerton von sich zu geben. Nach Demontage der linken Schaltereinheit ist das Problem nicht gelöst. Also wird wieder die Verkleidung gelöst und nach Anheben des Tankes kann das nun sichtbar eingeklemmte Kabel gelöst werden. Wir sind 1,5 Stunden älter und starten wieder durch. Nach einer Kaffeepause und weiteren 110 km streikt wieder die Benzinversorgung. Das Problem ist durch Klopfen an der Benzinpumpe schnell lokalisiert und behoben, aber Rainer ist ohne Zuversicht. Er dreht um und fährt zurück nach Hause, um dort von elektrischer Pumpe auf die originale Unterdruckpumpe zurück zu bauen. Wir fahren zu dritt weiter in das noch 174 km entfernte Brno.
Wir essen gut, nächtigen gut, vertrödeln den nächsten Vormittag bei Wellness, Frühstück, Spaziergang, bis Rainer uns um 13:30 Uhr wieder mit seiner Anwesenheit beehrt. Früh morgens hat er sich nach einer Nacht des Schraubens und des kurzen Schlafes aufgemacht uns einzuholen.
IMG_3031Wir starten, wie wenn nichts gewesen wäre, durch bis Trencin in der Slowakei. Eine nette kleine Altstadt unter einer Burg mit eher uncharmantem Anschluss an den Rest der Stadt. Wir wollten etwas essen und ich empfahl die Brauereigaststätte, ist das doch bei uns immer ein Aushängeschild für gutes Essen. Nun, es war entsetzlich verkocht und ölig 🙂

 

hohe tatra

 

Tag 4: Wir fahren immer wieder durch langgezogene unschöne Industrieviertel, aber auch durch eine sehr schöne Landschaft – die Hohe Tatra, die ich mir höher vorgestellt habe. Vorbei an einem überaus zugemüllten See mit Fluss mit vielen Anglern (lecker Fisch), durch den Süden der Hohen Tatra. Diese habe ich mir spektakulärer vorgestellt, doch ist es landschaftlich reizvoll.

 

 

DSC_0022Wir besuchen die Zipser Burg, eine sehr große Burgruine, spektakulär auf einem Berg liegend. Danach beginnen wir an eine Übernachtung zu denken, doch die Dörfer und Kleinstädte sind abweisend und durchzogen von Armenvierteln, nicht sehr einladend. Ghettos und finster aussehende Kinder. Sie lachen nicht, sie schätzen ab. Kleine Buben haben den Blick von Erwachsenen. Es stimmt mich traurig, haben sie keine Kindheit? Hagere Frauen schauen verloren, Dreck in den Gesichtern. Arm, zukunftslos die Bauten. Ein angezeichnetes Hotel ist nun ein Zigeunerheim. Wir fahren weiter, es wird wieder einladender. An einem See liegen Tretboote und ein Pensionsschild winkt uns heran. Bikers welcome mit Pizzaschild. Was will man mehr. Wir bremsen hinein und sind schon eingecheckt und bekommen nach einer Dusche leckerfreundliches Essen. Die junge Bedienung spricht kein Wort englisch, aber ich kann mich erfolgreich als Vegetarierin outen. Absolut verblüffend, sie ist nicht zum Frühstück da, hat aber gemeldet: keine Wurst für mich. Das habe ich selten erlebt.

Tag 5: Wir erreichen die Grenze nach Ungarn, verlassen den Karpatenbogen, der hier durch die Ukraine führt, durchqueren flaches Land, um die Grenze nach Rumänien zu erreichen. Hier warten wir in zwar kurzer, aber sehr langsamer Schlange, um dann 2x den Ausweis zu zeigen und sind drüben.
Keine 5 Kilometer weiter stehen wir an einer Baustellenampel hinter einem 1 PS-Pferdefuhrwerk. Jetzt heißt es nicht mehr Schlaglöchern, sondern Pferdeäpfeln auszuweichen. Die Kinder sind nun nicht mehr dreckig, sondern lachen winkend aus bunten Kleidern. Wir besuchen den fröhlichen

DSC_0038Friedhof in Sapanta, auf den Grabkreuzen ist poetisch in Kurzform die Lebensgeschichte des Toten beschrieben. Was diese (Bild) wohl beruflich gemacht hat?

Wir übernachten in einer Pension am Straßenrand. In einem riesigen Speisesaal sitzen wir zu viert an einem runden Tisch für 8 und rufen uns unsere Eindrücke des Tages zu.

 

 

IMG_3037Tag 6: Heute stehen die Moldau-Klöster auf der Tagesordnung. Wir besuchen derer zwei und haben dazwischen sehr schöne Straßen und Landschaften. Die Dörfer sind bunt. Altes, uraltes, neues und noch nicht fertiges wechseln sich ab. An der ukrainischen Grenze übernachten wir in einer nagelneuen Pension und werden sehr freundlich von 3 Generationen der Familie begrüßt, eingewiesen und bekocht.