Buch No-Tipp Eisreise

Zufällig treffe ich eine junge Frau, die mal auf einer Wanderreise meine Reiseleiterin war. Sie stellt mit ihrem Mann ihr Buch aus und wir wechseln ein paar Worte und ich kaufe das Buch. War es doch damals eine schöne Reise und sie hatte wirklich einen sehr guten Job gemacht.

Ich lese das Büchlein an 3 Abenden durch und es reisst mich leider nicht mit. Keine Höhen und Tiefen, eher flach. Sie ist mit ihrem Mann auf Hochzeitsreise, naja ein halbes Jahr nach der Hochzeit, dann ist es doch eher eine Urlaubsreise? Egal, man darf betiteln, wie man möchte. Sie fahren über Weihnachten/Silvester ans Nordkap. Ja klar, es ist saukalt, trotzdem sind es nur etwa 13 Fahrtage, durchbrochen mit Schiffspassagen und lauen Temperaturen im Süden, sie wohnen in guten Unterkünften und sind warm eingepackt. Die eigentlich spannende Geschichte wird leider flach und ein bisschen unsympathisch, da sie einfach die Beste ist, unglaublich gut Motorrad fährt, keine Zicke ist (offenbar die einzigste motorradfahrende Frau der Welt), über einen wahnsinnigen Erfahrungsschatz verfügt (Respekt), welterprobt ist, usw. Dazu viele Wiederholungen und immer wieder darf ich lesen, wie die Reise sie zusammenschweißt und dass das dazu führt, dass sie ein Leben lang zusammen bleiben werden. Hmmm…. wenn sie daran Zweifel hatten, warum haben sie dann geheiratet? Warum sind sie überrascht auf der Reise nicht gestritten zu haben? Dazu Passagen, die ihr gar nicht gefallen haben und die Erkenntnis, dass sie nicht die Frau für touristische Highlights ist (nach Jahren als Reiseleiterin und Reisen in die komplette Welt?). Schade um das Büchlein, es war sicher eine tolle Reise…. Mitreissend – nein.

Werbeanzeigen

Buchtipp: Wer hat den Ball

Ein Kollege empfahl mir ein Buch, welches unser aller Chef ihm empfahl. Ich las es in den Weihnachtsferien. Bücher zum Thema Führung gibt es ja zu Hauf‘, da dachte ich mir, ah eine Empfehlung, warum nicht reinschauen.

wer ballUm was geht es? „Meine Mitarbeiter sind so unselbstständig!“, „Meine Leute denken nicht mit!“ – diese Sorgen teilen viele Führungskräfte. „Wer hat den Ball“ zeigt, welche Führungsfehler dieses problematische Verhalten der Mitarbeiter auslösen.

Der Autor Thomas Fritzsche erzählt, wie die Führungskraft Martin Dampf mithilfe eines Telefoncoaches, der 5000.- Euro Honorar verlangt, seine Mitarbeiter aktiviert und zum Mitdenken bewegt. Total spannend, wie der Autor schreibt. In 192 Seiten wiederholt er sich etwa 5-6 Mal, erzählt immer wieder das Gleiche – mal im Gespräch Coach zu Führungskraft, mal Ehefrau mit FK, mal die Reflexion der FK mit seinem Kumpel. Wenn ich das über ein Buch hören würde, würde ich sagen „was klaut der meine Zeit mit Wiederholungen“, aber genau das ist es, was das Buch so gut macht und so logisch und so einprägend.

Topp! Ich habe schon Kleinigkeiten umgesetzt und spüre mein gutes Gefühl dabei und das es funktioniert.

wieder ein abstruser Traum

Ich bin in einer riesigen schloßähnlichen Burganlage. Ich habe einen Plan vor dem inneren Auge, auf dem zu sehen ist, wo das Auto parkt. Wir müssen durch mehrere Gebäude und Außenanlagen, um dort hin zu gelangen und es ist nach Ende der Öffnungszeiten. Wir sind zu zweit und ich kann nicht richtig zuordnen wer mit mir ist, männlich zumindest. Wir schleichen uns an den Mauern entlang, sie sind dick. Das Ganze ist ganz kompliziert gebaut, viele Treppen, Hallen, Teppiche an den Wänden, alt, abgeschossene Farben. Wir kommen in eine große Halle, sie ist voller Menschen in außergewöhnlichen Kostümen. Es sind die Bewohner, vielleicht, die nur nachts nach Ende der Öffnungszeiten da sind. Indianische finstere Gesichter, aber in nichtindianischer Kleidung, auch Ritter und wir wissen, sie dürfen uns nicht sehen und doch queren wir mitten durch die Halle. Wir kommen an einen Gang mit mehreren Türen, eine Treppe führt nach unten, man muss sich unter einem Balken durchbücken, um hinabzusteigen. Wir erinnern uns von der Führung, die wir scheinbar früher am Tag gemacht haben, dass der Gang absolut tabu ist. Er erscheint uns aber als Abkürzung zu dem Parkhaus mitten auf dem Gelände. Wir steigen hinunter, öffnen eine Tür, gehen hinein, schließen sie hinter uns, wir werden von 2 Polizisten verfolgt, die durch ein vergittertes Fenster durch die Tür schauen.
Wir legen uns auf eine schmale Bank, tun so als ob wir schlafen. Der Mann an meiner Seite hat plötzlich auch eine Polizeiuniform an, gleichzeitig rutsche ich von der schmalen Pritsche nach rechts unten ab, auf dem abschüssigen glatten abgeschossenen Lederbezug. Ich klammere mich an die Uniform meines Partners, um nicht abzurutschen und ich versuche mit seiner Mütze seine Uniform etwas abzudecken, die Polizeibeamten dürfen die grüne Uniform aus irgendwelchen Gründen nicht sehen. In dem Raum ist eine alte Dame, die auf einem hölzernen verzierten Stuhl an einer Wand sitzt, uns ansieht, einen Zigarillo raucht und plappert  und uns wird klar, warum der Gang und der Raum tabu sind und das die Tür jetzt abgeschlossen ist. Plötzlich sieht man durch das Holzgatter ihrer Stuhllehne ein paar Augen und Bewegung. Uns ist klar, dass ist der/die Aufseherin der plappernden Alten. Auch die Aufseherin raucht einen Zigarillo und ihr Rauch vermischt sich mit dem Rauch der Alten. Diese riecht den anderen Geruch – vanillig, wird stutzig, weiß das sie beobachtet wird und hört auf zu plappern.

Die Geschichte endet, ich wache auf und liege wach und mir wird plötzlich klar – mitten in der Nacht:
Ich träume die Geschichten anderer Menschen oder die Geschichten meiner früheren Leben, aber viele, eher alle Träume, sind in der Neuzeit, meiner Zeit.
Was passiert in meinem Gehirn in allen diesen Nächten voller abstruser Träume ohne Zusammenhang, an Orten, an denen ich nie war und mit Menschen, die ich nie sah
und ich denke an eine entfernte Bekannte, die schizophren ist. Ist es eigentlich auch Schizophrenie, wenn man fremder Leute Geschichten träumt?
Die Nächte liege ich oft wach, um über das eben geträumte nachzudenken.
Die Tage bin ich gerädert, auch nach 10 Stunden vermeintlichem Schlaf, habe ich doch wieder Abenteuer erlebt, Geschichten durchwacht, bin die Nacht aufgewesen, treppauf treppab gewandert.

Winterflucht Gran Canaria

img_2751

Weihnachten ist ja nicht per se schlecht. Aber die Firmen schicken uns für eine Woche nach Hause. Kostbarer Urlaub, den es zu bespaßen gilt. Eigentlich würde ich ja gerne auch mal da sein – wohnen – entspannt zu Hause sein – die Familie treffen – aber da ist dieser Drang in mir. Die Neugier auf die Welt, auf Landschaft, Sonne, Erlebnis, Kultur, andere Völker. Nun, Weihnachten 2018 führte uns nach Gran Canaria. Vom Flughafen nehmen wir den Bus für 2,90 nach Las Palmas de Gran Canaria und wir sitzen am Meer in der Sonne bis wir in unser Billigheimerhotel einziehen. Kein Flair aber zweckdienlich und sauber. Am nächsten Morgen laufen wir zu dem sehr empfehlenswerten Motorradverleih Canary Ride und übernehmen unsere 2 Motorräder. Gepäck aufgeschnürt und los geht es zum Kurvenspaß mit Aussicht. Die nächsten 6 Tage sind wir in der wunderschönen Hotelfinca Aqua de Molinos und fahren entspannte Touren. Gran Canaria, fern ab vom Trubel, in den Bergen, oft mit Meerblick, nette Dörfer, nette Menschen und viel nichts. Eine entspannte Woche voller schöner Bilder und Lieblingsstraßen. Nur der viele Knoblauch, auf den kann man dann doch verzichten.

Moderner Sklavenhandel – Teil 15

Die nun nicht mehr neue Arbeitsstelle… Was soll man sagen? Ich kam aus einem Job, der mich gefordert hat, Überstunden, freiwillige Samstagsarbeit, negativer und positiver Stress. Ich war wichtig. Und nun? Gähnende Langeweile. Ich reiße alle möglichen kleinen Jobs und Vertretungen an mich, um den Tag rumzubringen. Ich werde wichtig, aber nicht ausgelastet.

Mein Chef gibt wegen Burnout auf. Die Abteilung wird aufgeteilt in 2 und ich werde Teamleiter. Warum ich? Aha, offensichtlich „belastbar, engagiert, will arbeiten, denkt mit, hat Ideen“. Warum sage ich ja? Warum tu ich mir das an? Nun, ich muß der Langeweile entfliehen und hoffe nun nicht alles falsch gemacht zu haben. Brauche ich doch in meinem Lebenslauf keinen Ego-Job, sondern nur eine erfüllende Aufgabe.

Ein Tipp an alle: Gut überlegen, ob die Herausforderung eines vermeintlich reizvollen Führungsjob einem nicht Ruhe und Feierabend klaut. Mal sehen, ob mein Ja kein Fehler war – noch bin ich motiviert 🙂 Der 1.1.2019 wird kommen und ich starte mit weiteren Aufgaben.

Homo boegensis

Technikaffin und Smartphonevieluser, der ich schon bin… und selbstkritisch … schaue mich um in der Welt und beobachte. Der moderne Mensch – der Homo sapiens – geht in die nächste Phase über. Ich kreiere hiermit den neuen Begriff – Homo boegensis (gesprochen homo beugensis, da es das „eu“ im lateinischen so leider nicht gibt).

Was macht ihn aus?

Wie beschreibt man ihn?

Die Hände: Der Homo boegensis besitzt an jeder Hand noch 2 komplett ausgebildete Finger. Den Zeigefinger und den Daumen. Die anderen Finger haben sich zurückgebildet. Wichtig verbleiben die beiden Greiffinger um das Handy zu halten und zu tippen. Handwerkliche Tätigkeiten (Dienstleistung statt bauen, neukaufen statt reparieren) bis zu kochen (FastFood reinschieben), einkaufen (übernimmt der Kühlschrank), sich den Hintern putzen (wird auch vermehrt von vollautomatischen Toiletten nach japanischem Vorbild vorgenommen) werden zunehmend unnötiger.

Die Beine: Ab der Hüfte abwärts verkümmern die Muskeln und die Knochenstruktur bildet sich zurück. Ist Euch aufgefallen wie oft man Kinder in den neuen faltbaren Bollerwagen sitzen sieht (einst für den Strand gedacht, heute Statussymbol was man alles außerhalb der 4 Wände zeigen kann und nicht tragen will) und in Kinderwägen aller Art, obwohl sie Beine bis zum Boden haben und sich nicht mehr im Alter des ganztägig notwendigen Rollentransports befinden? Auch Bewegung an sich wird ja zunehmend überbewertet. Zum Kindergarten fahren statt laufen. Vor dem Fernseher sitzen statt Baumhäuser bauen.

Das Rückgrat: Es wird sich eine Rückgratverkrümmung herausbilden durch das ständige sich über das Handy beugen. Bereits als Handy-Nacken bekannt, denke ich, wird sich die Wirbelsäule langfristig verrunden. Ein Geradeausschauen wird zunehmend schwierig, aber auch nicht mehr notwendig, da die Kommunikation mit einem realen Gegenüber seltener wird. Auch Autofahren (Geradeausschauen) wird ja abgeschafft und durch autonomes Fahren ersetzt, so dass man sich in der Zeit des Fahrens auf Schlafen im Sitzen (Kopf fällt nach vorne), Beugen über Handy, Computer, Buch (?) besinnen kann.

Na denn, auf in die nächste Generation: Homo boegensis.

boller

Helmquatsch unter Kollegen

Fragt mich doch der Kollege Unschulds-Greenhorn–Möchtegern–Biker nach Tipps zur korrekten Helmbenutzung … Bereitwillig helfe ich weiter, um ihn gleichzeitig in die Welt des echten Bikers einzuführen:

Problem1: Die Nahrungsaufnahme bei geschlossenem Visier ist nahezu unmöglich

Ich: ein echter Biker isst nicht, er trinkt, vorzugsweise Bier mit Cola und Kirschlikör, genannt Gois, welches er sich durch das geöffnete Visier über einen Trinkhalm einflösst

Problem2: Das Waschen des Gesichtes und der Haare ist nur bedingt möglich

Ich: Ein echter Biker hat immer einen Helm auf, Haare waschen deswegen nicht nötig. Das Gesicht wird durch gelegentliche Regenfahrten bei geöffnetem Klapphelm erfrischt. Eincremen ist für ein sonnen-, wind- und wettergegerbtes Bikergesicht sowieso nicht nötig

Problem3: Zähne putzen geht nur mit einer 2-fach gebrochenen Zahnbürste

Ich: Ein echter Biker lacht unter dem Helm und möchte den Fahrtwind spüren. D.h. er fährt bei offenem Visier, was bedeutet, dass sich Fliegen und Teerklumpen in seinem Gebiss befinden müssen. Abends beweist er damit auch anderen Bikern, dass er ordentlich unterwegs war und putzt deswegen keine Zähne

Problem4: Pullover oder ähnliches lässt sich nur schwer anziehen

Ich: Ein Biker trägt Hemden. Typ Holzfäller

Problem5: Der Komfort beim Schlafen ist sehr eingeschränkt

Ich: Ein Biker schläft auf der Bierbank, meist nach Genuss manch alkoholischem und braucht deswegen weder den Komfort eines Bettes, noch ein Kissen

Problem6: Der Kinnriemen drückt

Ich: Schwierig! Dieses Problem wird aber meist durch rasante Fahrt besser, da hier der Helm leicht nach hinten gedrückt wird und somit andere Druckstellen zum Tragen kommen

 

Ihre Projektleitung für bikerfreundliche Kleidung aller Art

PS: Absoluter Unsinn muss auch mal gesagt sein.