moderner Sklavenhandel – Teil 14

Irre, ich lache laut auf und dann wird es ernst in mir…

Lachen die Personaler auch, die diese Jobs ausschreiben?

Nein, es ist nicht die Stellenbeschreibung, es ist die Job-Bezeichnung:

Lead Architect Electronic Controls Technology Development (m/f)

Location: Any major XFIRMAX Location

(wenigstens der Hauptsitz ist in den USA, aber die Ausschreibung ist für die deutsche Niederlassung, nach Nachfrage nicht in any)

oder hier noch schöner:

Operations Architect & Security Expert – Infrastructure Application & Workplace Services (m/f)

bei einer großen deutschen Bank in Deutschland.

Wer bietet diese Visitenkarten an, auf die das geschrieben werden kann? Und was verbirgt sich nur hinter diesen Jobs?

Die Welt ist ein verrückter Arbeitsort…

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moderner Sklavenhandel – Teil 13

Gute 6 Monate sind vorbei. Die Probezeit in der neuen Firma mit Bravour bestanden. Ich laufe auf Halbgas, bin gut unausgelastet und um mich herum fallen sie um wie die Mucken vor lauter stressigem Arbeitsanfall. Verkenne ich die Lage oder kann ich einfach arbeiten und mit hohem Arbeitsanfall gut umgehen? Bald jede Abteilung kann einen Mitarbeiter vermelden, der langzeitkrank ist wegen Burnout. Langzeitkranke, Mitarbeiter in Rehabilitation, gekündigt wegen Dauerstress, am Ende ihrer Kräfte. Ich kenne das aus meiner alten Firma nicht und wir haben wirklich gerackert… Der Arbeitstag war immer länger – bei 40 Stunden-Woche – und nun erlebe ich wie sie bei einer 35 Stunden-Woche reihenweise umfallen. Bin es tatsächlich ich, als Frischling, der nicht ausgelastet ist? Lebe ich in Schonfrist? Warum? Ist es so, dass Burnout gut kommt, wenn man ein paar Wochen zu Hause bleiben will und man erkennt an den Kollegen, dass es funktioniert? Ich mag es nicht glauben und glaube es auch nicht, weiß ich doch, dass es Burnout wirklich gibt. Ich habe das Schlaraffenland erreicht, beste Arbeitsbedingungen, gutes Umfeld, gute Auftragslage, wunderbare Kollegen. Was sehen die anderen? Der Gang zum Arzt wegen Tinnitus „der Gedanke an die Firma lässt mich nicht schlafen, mein Kopf brummt, die Teamleitung ist so anstrengend“. Zack, beurlaubt. So geht 2016 und 2017 dahin mit Dauerkranken. Der Tinnitus hat in 2017 85 Tage frei (die er auch braucht, da krank!) aber auf seinem Schreibtisch bleibt gar nichts liegen. Ist das der eigentliche Stress? So gingen sie hin, mehrfach und mehrere. Mag ich es keinesfalls nicht glauben, aber was ist da los? Ich stehe vor einem Rätsel.

moderner Sklavenhandel – Teil 12

Heute gelesen und verwundert den Kopf geschüttelt. Wieder einmal. Ich erinnere mich an meine und an die Stellensuche einiger meiner Bekannten. Lachplatte. Möchte mal wissen wie viele Dienstleister, z.B. Ingenieurdienstleister, alle ihre nicht real existenten Stellengesuche gemeldet haben und die dann von allen Dienstleistern doppelt und dreifach gemeldet werden. Flugs habe ich in die Webseite meines „Antilieblingsdienstleistungsunternehmens“ aus meiner Bewerbungsphase geschaut. Aktueller Stand heute: 1573 offene Stellen! Respekt! Die gehen alle in die untere Statistik ein. Wetten? Also 1,1 Millionen oder ein paar weniger, was solls….

n-tv online 08.08.2017

Rekord: 1,1 Millionen offene Stellen in Deutschland. Die Zahl der offenen Stellen liegt in Deutschland nach dem zweiten Quartal mit 1,099 Millionen auf einem Rekordhoch. Das teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit mit. Demnach erhöhte sich die Zahl um 35.000 freie Stellen im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres. Personal gesucht wird dabei vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe. Im zweiten Quartal 2017 wertete das IAB Antworten von rund 7000 Arbeitgebern aus allen Wirtschaftsbereichen aus.

moderner Sklavenhandel – Teil 11 Bingo

Ist es nicht eine schöne Bestätigung, wenn man einen Plan schmiedet, diesen verfolgt und erfolgreich abschließt?

Ich habe mich auf viele viele Stellen beworben, auch auf solche, die in meinen Bereich fallen, die ich aber nicht hätte ernsthaft haben wollen.

ameiseIch habe viele Gespräche führen dürfen – in Telefoninterviews und vor Ort bei den potentiellen Arbeitgebern.

Die meisten Gespräche waren haarsträubend und zwecklos und haben mich viele Nerven und viel viel Frust gekostet…

Und doch wurde ich mit jedem Gespräch cooler, gewiefter, war für das nächste besser vorbereitet, lernte aus der Erfahrung und den Fragen, um dann bestens vorbereitet

Bingo

in einem Gespräch zu sitzen – in einer Firma, die mich WIRKLICH interessierte.

Und Bingo

Das Gespräch war super, das Zweitgespräch noch besser, die Gegenüber kompetent, sympathisch, echte Menschen mit echten Fragen zu einer echten neuen Arbeitsstelle! Und dann ging alles ganz ganz schnell.

Und Bingo

Ich habe den Job! Traumjob möchte man sagen. Es hört sich alles fantastisch an und ich freue mich dort anfangen zu dürfen.

Die Odyssee hat ein Ende und beginnt hoffentlich nicht in der Probezeit nochmals…

Liebe Leser, Danke für’s Mitfiebern 😉

Euer fleissiges Ameischen

moderner Sklavenhandel – Teil 10 Arbeitsamt

Arbeitsamt – Dein Freund und Helfer für Bürger mit Arbeitsplatzsorgen…

bundesagentur_fu%cc%88r_arbeit-logo_svgJa, ich habe auch versucht Vater Staat in meine Arbeitsplatzsuche mit ein zu beziehen. Wollte nichts unversucht lassen und mich vor allem auch beraten lassen, mal meine Unterlagen anschauen lassen, usw.

Ich habe mich online angemeldet… mehr oder weniger nicht erfolgreich… und, seid sicher, es lag nicht an mir als User.

Ich habe mich telefonisch vorgestellt … mehr oder weniger wurde mir nicht bis gar nicht zugehört, sondern es wurden meine Personalien aufgenommen – ohne Kontext – ohne Nachfrage, um was es überhaupt geht.

Ich habe um einen Beratungstermin wegen „drohender kurzfristiger Arbeitslosigkeit“ gebeten. Man muss halt LEIDER übertreiben, wenn man was will. Ehrlichkeit bringt einen LEIDER nicht immer ans Ziel, weil ja niemand zuhört oder liest. Dieser Antrag wurde erst mit viel Bettelei genehmigt. Gut, ich meine, ich hätte auch arbeitslos werden können, dann hätten sie halt erst mal gezahlt, bevor sie sich zu einem Beratungstermin herablassen…

Ich habe dann GEWAGT den endlich bekommenen Beratungstermin (1,5 Monate Wartezeit !) verlegen zu wollen, WEIL ich ein Vorstellungsgespräch in einer Firma zeitgleich reinbekam und nicht verschieben möchte… infam von mir ….

Das Arbeitsamt war dann „angepisst“ und hat mir keinen von mir erbetenen neuen Beratungstermin gegeben, sondern mir mitgeteilt, dass sie meine Daten löschen, da ich ja „noch nicht arbeitslos bin“.

Ja, so war’s. Danke auch Vater Staat. Wenn mal einmal was von ihm will und auch noch in seinem Interesse…. Lieber blind zahlen als Prophylaxe…

 

moderner Sklavenhandel Teil 9

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

25.12. – zwischen Heiligabend mit feinen Freunden, 3erlei lecker Pasta und Sportstudio der Blick in die Jobbörsen und tatsächlich, unter 2 Monate alten alten Bekannten (warum stehen seit 2 Monaten immer die selben Anzeigen online, immer mit einem gerade neu eingestellten Datum? Finden die niemanden oder gibt es alle Stellen nicht?) eine neue Anzeige. Freude!

Gleich schreibe ich hin und gugg an, gleich eine Antwort vom Robbi-Roboter:

Good morning / good afternoon,

thank you for your email.

I will be back in the office on 4 April and will contact you as soon as possible after that date.

With best wishes

 

Mister No Name

Management Partner

 

Aha, also eine ganz brisant eilig zu besetzende Stelle …

Warum bin ich nicht einfach gleich ins Sportstudio oder esse wahlweise gemütlich auf dem Sofa ein paar Weihnachtskekse? Achja, und schönen Urlaub noch Mister No Name.

moderner Sklavenhandel Teil 8

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Ich habe ein (un)interessantes Vorstellungsgespräch. Leider hat sich in den ersten 4 Minuten herausgestellt, dass die junge Dame mein Anschreiben entweder nicht gelesen hat oder des Lesens nicht mächtig ist. Nun, wie sagt man so schön „Lesen gefährdet die Dummheit“. In meinen Recherchen stiess ich auch auf dieses interessante Stellengesuch eines Lupenreinen Researcher (m/w):  Du vereinst gängige Recruiting-Methoden mit kreativen Ideen? Die Qualität Deiner Arbeit steht bei Dir an erster Stelle? 

OK, ich will damit nicht sagen, dass die junge Dame im ziemlich unprofessionellen Gespräch hier Lücken hatte….

Jedenfalls werde ich beim Gespräch nochmals gebeten meinen Lebenslauf in das von der Dienstleistungsfirma vorgegebene Format und Formular einzugeben und zwar EXAKT so wie vorgegeben (ich habe im Vorfeld per Übertrag aus einem pdf Blöcke eingefügt, die damit lesbar vorhanden waren, aber als eingefügtes Bild nicht bearbeitbar durch einen Dritten), mit der Begründung „wenn das anders aussieht, haben Sie ja bei unseren Kunden schon gar keine Chance und außerdem müssen wir den Lebenslauf ja anpassen können

Wie? Meinen Lebenslauf anpassen? Was? So Daten ändern, Firmen rausnehmen, etwas einfügen gar? Ist das eigentlich Urkundenfälschung?

Ich habe mich dann nicht weiter darum gekümmert und bleibe bei der von mir ungefälschten Variante…. ganz im Sinne des Kunden….