moderner Sklavenhandel – Teil 11 Bingo

Ist es nicht eine schöne Bestätigung, wenn man einen Plan schmiedet, diesen verfolgt und erfolgreich abschließt?

Ich habe mich auf viele viele Stellen beworben, auch auf solche, die in meinen Bereich fallen, die ich aber nicht hätte ernsthaft haben wollen.

ameiseIch habe viele Gespräche führen dürfen – in Telefoninterviews und vor Ort bei den potentiellen Arbeitgebern.

Die meisten Gespräche waren haarsträubend und zwecklos und haben mich viele Nerven und viel viel Frust gekostet…

Und doch wurde ich mit jedem Gespräch cooler, gewiefter, war für das nächste besser vorbereitet, lernte aus der Erfahrung und den Fragen, um dann bestens vorbereitet

Bingo

in einem Gespräch zu sitzen – in einer Firma, die mich WIRKLICH interessierte.

Und Bingo

Das Gespräch war super, das Zweitgespräch noch besser, die Gegenüber kompetent, sympathisch, echte Menschen mit echten Fragen zu einer echten neuen Arbeitsstelle! Und dann ging alles ganz ganz schnell.

Und Bingo

Ich habe den Job! Traumjob möchte man sagen. Es hört sich alles fantastisch an und ich freue mich dort anfangen zu dürfen.

Die Odyssee hat ein Ende und beginnt hoffentlich nicht in der Probezeit nochmals…

Liebe Leser, Danke für’s Mitfiebern 😉

Euer fleissiges Ameischen

moderner Sklavenhandel – Teil 10 Arbeitsamt

Arbeitsamt – Dein Freund und Helfer für Bürger mit Arbeitsplatzsorgen…

bundesagentur_fu%cc%88r_arbeit-logo_svgJa, ich habe auch versucht Vater Staat in meine Arbeitsplatzsuche mit ein zu beziehen. Wollte nichts unversucht lassen und mich vor allem auch beraten lassen, mal meine Unterlagen anschauen lassen, usw.

Ich habe mich online angemeldet… mehr oder weniger nicht erfolgreich… und, seid sicher, es lag nicht an mir als User.

Ich habe mich telefonisch vorgestellt … mehr oder weniger wurde mir nicht bis gar nicht zugehört, sondern es wurden meine Personalien aufgenommen – ohne Kontext – ohne Nachfrage, um was es überhaupt geht.

Ich habe um einen Beratungstermin wegen „drohender kurzfristiger Arbeitslosigkeit“ gebeten. Man muss halt LEIDER übertreiben, wenn man was will. Ehrlichkeit bringt einen LEIDER nicht immer ans Ziel, weil ja niemand zuhört oder liest. Dieser Antrag wurde erst mit viel Bettelei genehmigt. Gut, ich meine, ich hätte auch arbeitslos werden können, dann hätten sie halt erst mal gezahlt, bevor sie sich zu einem Beratungstermin herablassen…

Ich habe dann GEWAGT den endlich bekommenen Beratungstermin (1,5 Monate Wartezeit !) verlegen zu wollen, WEIL ich ein Vorstellungsgespräch in einer Firma zeitgleich reinbekam und nicht verschieben möchte… infam von mir ….

Das Arbeitsamt war dann „angepisst“ und hat mir keinen von mir erbetenen neuen Beratungstermin gegeben, sondern mir mitgeteilt, dass sie meine Daten löschen, da ich ja „noch nicht arbeitslos bin“.

Ja, so war’s. Danke auch Vater Staat. Wenn mal einmal was von ihm will und auch noch in seinem Interesse…. Lieber blind zahlen als Prophylaxe…

 

moderner Sklavenhandel Teil 9

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

25.12. – zwischen Heiligabend mit feinen Freunden, 3erlei lecker Pasta und Sportstudio der Blick in die Jobbörsen und tatsächlich, unter 2 Monate alten alten Bekannten (warum stehen seit 2 Monaten immer die selben Anzeigen online, immer mit einem gerade neu eingestellten Datum? Finden die niemanden oder gibt es alle Stellen nicht?) eine neue Anzeige. Freude!

Gleich schreibe ich hin und gugg an, gleich eine Antwort vom Robbi-Roboter:

Good morning / good afternoon,

thank you for your email.

I will be back in the office on 4 April and will contact you as soon as possible after that date.

With best wishes

 

Mister No Name

Management Partner

 

Aha, also eine ganz brisant eilig zu besetzende Stelle …

Warum bin ich nicht einfach gleich ins Sportstudio oder esse wahlweise gemütlich auf dem Sofa ein paar Weihnachtskekse? Achja, und schönen Urlaub noch Mister No Name.

moderner Sklavenhandel Teil 8

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Ich habe ein (un)interessantes Vorstellungsgespräch. Leider hat sich in den ersten 4 Minuten herausgestellt, dass die junge Dame mein Anschreiben entweder nicht gelesen hat oder des Lesens nicht mächtig ist. Nun, wie sagt man so schön „Lesen gefährdet die Dummheit“. In meinen Recherchen stiess ich auch auf dieses interessante Stellengesuch eines Lupenreinen Researcher (m/w):  Du vereinst gängige Recruiting-Methoden mit kreativen Ideen? Die Qualität Deiner Arbeit steht bei Dir an erster Stelle? 

OK, ich will damit nicht sagen, dass die junge Dame im ziemlich unprofessionellen Gespräch hier Lücken hatte….

Jedenfalls werde ich beim Gespräch nochmals gebeten meinen Lebenslauf in das von der Dienstleistungsfirma vorgegebene Format und Formular einzugeben und zwar EXAKT so wie vorgegeben (ich habe im Vorfeld per Übertrag aus einem pdf Blöcke eingefügt, die damit lesbar vorhanden waren, aber als eingefügtes Bild nicht bearbeitbar durch einen Dritten), mit der Begründung „wenn das anders aussieht, haben Sie ja bei unseren Kunden schon gar keine Chance und außerdem müssen wir den Lebenslauf ja anpassen können

Wie? Meinen Lebenslauf anpassen? Was? So Daten ändern, Firmen rausnehmen, etwas einfügen gar? Ist das eigentlich Urkundenfälschung?

Ich habe mich dann nicht weiter darum gekümmert und bleibe bei der von mir ungefälschten Variante…. ganz im Sinne des Kunden….

moderner Sklavenhandel Teil 7

Ein ausgezeichnetes sehens- und hörenswertes Schmankerl über die Situation, wie ich sie beginne zu begreifen:

Youtube Video C.Sieber/T.Mann

Ich setze nach, aus meinem Erlebnis diese Woche:

Ein nichtnamhafter Ingenieur-, IT- usw.-dienstleister mit 400 Mitarbeitern (nein, nicht in der Verwaltung oder die Recruiter, sondern auch alle „echten“ Mitarbeiter an mehreren Standorten sucht:

1351

1351 ? Die Zahl der Woche.

Mein voller Respekt! Das ist Wachstum und Zutrauen, dass man mit 400 Mitarbeitern, geschätzte maximal 50 im Recruitungbereich, so viele Neueinstellungen gut abhandeln kann und der neue Mitarbeiter sich in guten Händen fühlt.

Zurückkommend auf das obige Video könnte es ergo möglich sein, dass unsere Bundesregierung all diesen Dienstleistern für jeden gelisteten Suchenden einen Obolus bezahlt, mit dem Ziel, dass diese nicht mehr in den Arbeitslosenstatistiken auftauchen. Damit werden die Statistiken noch feiner geschönt, da viele Arbeitssuchende damit mehrfach gelistet werden. Grund: Die personalsuchenden Kunden (falls es diese wirklich gibt) suchen über mehrere Dienstleister und Personalvermittler und der Arbeitssuchende bewirbt sich folglich mehrfach auf die selbe Stelle und wird mehrfach gelistet.

moderner Sklavenhandel Teil 6

Yeah! Das sind Traumjobs.

Sandwich Artist (m/w)

Deine Aufgaben: Bedienen von Gäste – Reinigen der Tische/Theke – Arbeiten an der Kasse – Herstellung von Speisen – Arbeiten in Schichtwechsel – Lieferungen annehmen

Ausgezeichnete Deutschkenntnisse werden erwartet. Ob die der Texter der Anzeige auch hat? Holpert 2x…

Kunstinteressierter Museumsaufseher

Es handelt sich um eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit. Ein gewisser Hang zu Kunst, Kunstobjekten und Ausstellungen sollte vorhanden sein.

Ah, wie das klingt „Sandwich Artist“ und ein „gewisser Hang zur Kunst“. Manchmal wünschte ich, ich hätte nie etwas gelernt und wäre frei, um einfach nach schön klingenden Namen auszuwählen oder Nachts durch’s Museum zu streifen.

moderner Sklavenhandel Teil 5

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Stellenausschreibung „wir suchen für unseren Kunden im Großraum X in der Fahrzeugtechnik in Direktvermittlung“.

Im Interview beschreibe ich die spannenden Aufgaben in der Fahrzeugtechnik und ja genau das will ich machen, ist doch viel interessanter als der Maschinenbau.

Nach 35 Minuten erfahre ich, dass hinter der Stellenausschreibung kein Kunde steckt, sondern einfach NICHTS, weder der Großraum X, noch ein Kunde in der Fahrzeugtechnik, noch irgendwas. Ich werde in die Kartei aufgenommen, weil das Gespräch so toll war, „falls sich mal was ergibt melden wir uns bei ihnen und naja der allgemeine Maschinenbau ist dann also nichts für Sie“. F***, und ich dachte ich rede denen nach dem Mund und hätte doch was ganz anderes gemacht….

Ok, ich lerne: Da kommt dann mal der Kunde vorbei, schaut sich die Karteikärtchen an und sucht sich seinen neuen Baumwollpflücker aus. Prüft anhand vom Kärtchen die Zähne und die Armmuskeln und lässt die Gesunden dann mal vorsprechen.

Er stellt sie alle in eine Reihe „Mund auf“, kurzer Check, der nächste. Wieviel Baumwolle pro Stunde? Zu wenig. „Schule Deine Bewerber, Du kleiner Personalrecruiter, dann reden wir über den noch mal, vielleicht.“

Fein, ne? Der Kunde hat keine Arbeit der Vorauswahl, schult nicht, gibt keinen Paten zur Seite und schmeisst von heute auf morgen raus. Der nächste Baumwollpflücker bitte. Achso, ne ohne das „bitte“.

Moderner Sklavenhandel 4.0 in der heutigen Industrie.