ein Besuch auf dem Schlachtfeld von Verdun

Erst ist man still und in sich gekehrt und gedenkt der vielen Toten und dann schlägt es in „Häh? Darf das wahr sein?“ um.

Wir fahren nach Verdun – im Norden der Vogesen/Elsass. Hier fand die Schlacht um Verdun statt. Sie war eine der grausamsten und verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges an der Westfront zwischen Deutschland und Frankreich. 100Tausende liessen hier ihr Leben und von ca. 100.000 Menschen liegen die Gebeine im Keller eines beeindruckenden Monumentes. Eigentlich sollte jedes Staatsoberhaupt und sein/e Verteidigungsminister/in dort einmal vorbei und sich Gedanken machen über sein/ihr Tun. Wenn sie Waffen verkaufen, Waffen bauen lassen, Frieden stiften versuchen (leider meist nur aus wirtschaftlichen Interessen). Das Innere des Monumentes besteht aus Steinquadern, die Namen tragen – derer viele. Deutsche und französische Namen. Junge Leute, wenige Tage an der Front, tot. Der nächste bitte. Tot. Für nichts und wieder nichts. Der Cousin meines Opas hatte Glück, er kam verwundet nach Hause.

VerdunUnd dann? Wir laufen durch den Souvenirshop zur Kasse für einen interessantes Begleitfilm und was sehe ich? Häh? Darf das wahr sein?

Scheiß Merchandise – scheiß Geldmache – scheiß was auch immer.

Wir sind hier an einer Stätte des Todes für NICHTS, für eine Grenzverschiebung von 2 Metern hin und her und die USA will ihren Kack hier verkaufen? Oder will Verdun für das Militär, die Armee, die Army anwerben? So zum Frieden erhalten? Was soll das sein? Lustig? Ja, Uncle Sam ist auch gerne für US-Karikaturen gut, aber hier geht es um Pro-Army. Es ist ein Armutszeugnis, dass in so einem Monument so etwas verkauft wird.

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Sind Lehrer gesegnete Soldaten?

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Quelle: ntv / 01.03.2018

„Kleinstadt Newfoundland im US-Bundesstaat Pennsylvania: Gemeinde hält Gottesdienst für Sturmgewehr AR-15, das vor zwei Wochen beim Schulmassaker in Florida mit 17 Toten benutzt worden war…. Die AR-15 sei „der eiserne Stab“ aus der „Offenbarung des Johannes“ in der Bibel.“

Na also, im Namen Gottes ballern wir hin- und her, mal trifft es die Guten mal die Bösen und mal weiß man eh nicht wer die Guten und die Bösen sind. Wird mit gesegneten Waffen eigentlich ein Amoklauf in einer Schule zum heiligen Krieg gegen Mitschüler und ist damit vor Gott (welcher auch immer) gerechtfertigt? Und das Weihwasser zahlt die Waffen-Lobby NRA? Klasse! Wäre schön, wenn sie auch die Särge bezahlen würden oder die Ausbildung Lehrer zu Soldaten zu machen – ob sie wollen oder nicht. Auch eine tolle Idee?! Die Kombination macht es: mit gesegneten Waffen von Lehrersoldaten auf Kinder schiessen. So sieht also die Zukunft aus…

Tatort Hauptbahnhof Stuttgart

Ich bin auf der Durchreise und laufe durch den Hauptbahnhof von Stuttgart. Plötzlich Geschrei.
„Scheiß Deutsche“ „Scheiß Deutsche“ in nicht ganz akzentlosem Deutsch.
Ich komme gerade aus dem Ausland, habe gutes Miteinander erlebt und habe mich dort benommen.
Nun bin ich benommen …
Ich, Deutsche, in Deutschland, offen, muss mich anschreien lassen?
Ich war nicht direkt persönlich angesprochen, der Rufer rief in die Menge und fuchtelte dazu aggressiv. Meinte uns alle.
Was war passiert?
Der Rufer hatte ältere Passanten (womöglich Deutsche) am Ticketautomat angesprochen und wollte sie abzocken. Wollte sie bestehlen.
Ein weiterer Passant (womöglich Deutscher) ging dazwischen und bat ihn die Leute in Ruhe zu lassen.
Folge:
„Scheiß Deutsche“
Nun, Recht oder Unrecht mag jeder für sich entscheiden.
Ich wunderte mich nur über meine Reaktion.
Zum einen frage ich mich, warum solche Typen nicht einfach eingeladen werden und höflich in ihr Land gebracht werden. Weg von den Scheißdeutschen.
Zum anderen frage ich mich, warum ich nichts sage, sondern voll Furcht weitergehe. Warum sage ich nicht „wenn Sie hier leben und offensichtlich leben wollen, dann benehmen Sie sich bitte“. Keine Zivilcourage. Angst vor Gewalt. Ich schäme mich nichts gesagt zu haben.

Rückblick 2016

Ohnmacht vor all dem was 2016 mit uns passierte:
Bedenklicher Zulauf zur AfD und ähnliche Tendenzen in anderen Ländern, bedenkliche und unsoziale Rechtsentwicklungen um uns herum, Brexit, Trump und seine haarsträubende neue Truppe, die Entwicklung in der Türkei, Russland unberechenbar, Italien wankend, Verfall der Sparzinsen *, der IS-Terror, humanitäre Katastrophe: der Syrienkrieg, Tod des Fidel Castro und vieler namhafter Prominenten und Tod all jener für die meisten Namenlosen.
Chaos und Krisen und das alles in der Friedenszeit.
Was ist los mit uns?

Und mein 2016?
rueckblickGemischte Gefühle. Zu viel Stress, zu viel negativer Stress, mehr graue Haare und neue Falten.

„Alter ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt.“ von Martin Buber
Entscheidungen fürs Leben, die richtig waren. Schöne Entscheidungen. Ängste, über meine selbsterwählte neue berufliche Zukunft und glückliche Gefühle an der Seite meines Mannes. Ein Durcheinander, durchbrochen von schönen Reisen, guten Gedanken, viel Lachen und tanzen im Regen.
2017 mag mir und allen auf der Welt bitte ein bisschen mehr Positives bringen. Deswegen auch ein positives Bild auf dieser Seite. Für 2017: „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.“ von unbekannt.

* Achja, ein interessanter Beitrag aus dem Stern Nr.51/2016 für die, die das Geld nicht in der Matratze (Achtung Milben) oder auf der Bank (Achtung Bankenkrise) lagern, sondern in Diamanten investiert haben: Es war keine gute Idee. Martin Roscheisen/Nähe San Francisco züchtet Diamanten im Labor. Nur/Höchstens durch aufwändige Laboruntersuchungen von Edelsteinexperten von echten Naturdiamanten zu unterscheiden. Also doch beim Gold bleiben, noch ist es der Alchimie nicht gelungen dieses Material herzustellen.
Kein Rückblick ohne einen guten Rat *lach*. Macht etwas aus 2017. Ich arbeite an einer guten Zukunft.

moderner Sklavenhandel Teil 7

Ein ausgezeichnetes sehens- und hörenswertes Schmankerl über die Situation, wie ich sie beginne zu begreifen:

Youtube Video C.Sieber/T.Mann

Ich setze nach, aus meinem Erlebnis diese Woche:

Ein nichtnamhafter Ingenieur-, IT- usw.-dienstleister mit 400 Mitarbeitern (nein, nicht in der Verwaltung oder die Recruiter, sondern auch alle „echten“ Mitarbeiter an mehreren Standorten sucht:

1351

1351 ? Die Zahl der Woche.

Mein voller Respekt! Das ist Wachstum und Zutrauen, dass man mit 400 Mitarbeitern, geschätzte maximal 50 im Recruitungbereich, so viele Neueinstellungen gut abhandeln kann und der neue Mitarbeiter sich in guten Händen fühlt.

Zurückkommend auf das obige Video könnte es ergo möglich sein, dass unsere Bundesregierung all diesen Dienstleistern für jeden gelisteten Suchenden einen Obolus bezahlt, mit dem Ziel, dass diese nicht mehr in den Arbeitslosenstatistiken auftauchen. Damit werden die Statistiken noch feiner geschönt, da viele Arbeitssuchende damit mehrfach gelistet werden. Grund: Die personalsuchenden Kunden (falls es diese wirklich gibt) suchen über mehrere Dienstleister und Personalvermittler und der Arbeitssuchende bewirbt sich folglich mehrfach auf die selbe Stelle und wird mehrfach gelistet.

Cuba libre?

Spannend, interessant, misstrauisch, beängstigend, hoffend, … es gibt viele Gefühlsregungen, die ich habe, wenn ich die sich ändernde Situation in Kuba mit verfolge.

Da kommt der Kerry vorbei und schaut mal nach der Lage, dann kommt der Obama vorbei und dann kommen alle US-Bürger und schauen mal.

Ist es gut, ist es schlecht?

Ich habe meinen guten Freund Rafael gefragt, wohnhaft in Cuba. Ich habe ganz vorsichtig gefragt, weil wer weiß wer alles unseren E-Mail-Verkehr mitliest und er soll ja keine Ärger bekommen.

Ich wusste auch nicht, ob bei ihm, weit weg von La Habana alles bekannt ist was läuft.

„Esta conocido que el Señor Kerry de los Estados Unidos estaba en Cuba y se abren la embajada en La Habana? Esta un desarollo interesante en los ultimos meses y estaria interesante para mi que piensan los cubanos sobre todo eso. Hay solo pensamientos buenos o miedos tambien?“

Ist es bekannt, dass Herr Kerry aus den USA in Cuba war und sie die Botschaft in Havanna wieder eröffnen? Es ist eine interessante Entwicklung in den letzten Monaten und für mich ist es mehr interessant was die Kubaner über all das denken.

Seine Antwort:

„Los cubanos estamos optimistas con la visita de Obama a Cuba pues la situación esta cada vez mas difícil y el turismo separando las recien formadas clases sociales.“

Die Kubaner sind optimistisch über den Besuch von Obama in Kuba, da die Situation mehr und mehr schwierig ist und der Tourismus die sozialen Klassen noch verstärkt.

Und dann im ADAC-Heft ein 5-seitiger Bericht, wie toll es in Kuba ist. Die große Freiheit und der Bericht schließt ab mit den Worten „Noch sieht es zum Glück beinahe so aus wie das alte.“

Der Bericht – wie in x anderen Berichten in anderen Heften auch – führt doch dazu, dass es bald nicht mehr so aussieht. Das Arm-Reich-Gefälle wird größer. Der Einheitsbrei mit anderen Touristeninseln entsteht, die Patina der Jahre wird von den Häusern gestrichen. Kaffeeketten und MacD werden an jeder Ecke stehen und die Armen werden noch armseliger erscheinen und sein.

Oh, mein Kuba, wo bleibst Du? Ist alles gut für Dich? Wird es besser für Freund Rafael und Mama Pupa oder noch schlechter? Wie gerne würde ich hinfahren und alles vor Ort erleben und erfragen.

mein ganzer Respekt dieser Rede

„Flammende Rede von Andreas Popp auf dem Wissensforum zu unserer völlig aus dem Ruder gelaufenen Zeit.“ Andreas Popp. Ich mag ihn sonst nicht so. Kommt oft etwas arrogant an. Oft so von oben belehrend. Aber eben dermassen schlau. Ist es da nicht menschlich, wenn man sich so klein und unwissend vorkommt und sich nicht so ausdrücken kann, dass man dann einen anderen für arrogant hält?

Diese flammende Rede – uuups, schon von 2013 – verdient jeglichen Respekt!