Über neuerunsinnvondagi

Ein neuer Blog, den niemand braucht. Doch jemand: nämlich ich selbst. Ich bin Dagi. Mehr zu mir irgendwann später. Immer wieder denke ich bei irgendetwas was mir passiert, was irgendjemandem passiert, was dort draußen in der Welt passiert: Hey, das müsste man aufschreiben. Daraus wurde: Das muss ICH aufschreiben. Der Leser/die Leserin wird hier nichts Besonderes finden. Das ist auch nicht Teil meiner Einbildung, zu sagen, ich habe etwas ganz Besonderes zu sagen (= zu schreiben). Früher schrieb ich Tagebuch – jahrelang. Ganz alleine für mich. Dann schrieb ich ab und an - ganz selten – meine Memoiren. Ganz alleine für mich. Und davor, danach und zwischendurch schrieb ich eigene Gedichte, schöne Textstellen und Gedanken auf. Ganz alleine für mich. Das tut gut: schreiben. Schreiben heißt für mich, meine Gedanken ordnen. Heutzutage ist man irgendwie computeraffin, mailsüchtig, smsverseucht – oder einfach modern, in, trendy? Der Gedanke war: Warum schreibe ich denn nur für mich? Deswegen startete ich meinen Blog. Was sich darin findet, wird sich finden. Ob es außer mir jemand liest, ist mir hier und heute egal. Ob das heutige Design so bleibt, weiß keiner, und ob ich mal DIESEN Text ändere, ist möglich. So wie sich jeden Tag irgendetwas ereignet, so werde ich auch jeden Tag hoffentlich *smile* schlauer, weiser und älter. Ups, große Worte. Und damit ich beim schlauer und älter werden, nichts vergesse, schreibe ich es hier auf. Ich befürchte (tue ich das?), dass hier viele Anekdoten von früher auftauchen. Aber in dem Moment, wo ich mich heute daran erinnere, hat es seinen Grund und vielleicht eine Auswirkung? Deswegen werde ich auch diese zum Besten geben. Und wenn mir der Sinn danach steht, werde ich albern oder ernst sein. Egal was sich hier finden wird: Es ist meine eigene persönliche Meinung zu irgendwas. Mein Geschmack ist nicht der Geschmack eines anderen und niemand soll sich hier in irgendeiner Weise persönlich angesprochen fühlen. Und um nicht aus Versehen ernst zu werden: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist purer Zufall  *smile*.  Dieser Blog besteht seit Juni 2010, musste aber umziehen und entstand hier neu.

2017 ist Geschichte

Ein turbulentes Jahr ist Geschichte. Zeit für einen kleinen Rückblick.

Der Schritt raus aus dem Beruf. Ich kündige meine Stelle nach 9,5 Jahren und verspüre danach nur noch Erleichterung.

Die neue Wohnung. Wir renovieren 10 Wochen lang bis zum Einzug und stehen (gefühlt) metertief im Bauschutt, um es danach so wahnsinnig schön zu haben, dass wir heute noch vor Glück jauchzen und uns gar nicht daran gewöhnen können.

Parallel die neue Arbeitsstelle. Rein in ein neues Firmen- und Kollegenleben. 6 Monate bibbernde Probezeit. Bestehen, Durchatmen, Krone richten, weiter gehen.

April, Ostern in Paris. Was für ein schöner Trip.

Mai, mit dem Motorrad in das Jura bei bestem Wetter.

Juni, die ersten echten 5 Tage Urlaub, mit lieben Freunden in Italien. Und ich bin Trauzeugin! Was für eine Riesenehre wird mir zuteil.

Juli, Kopenhagen und der Geruch von Meer.

August, in den Osten, Polen, Tschechien.

Oktober, Frankreich, Spanien, Portugal.

Dezember, die Ostsee, die Nordsee, Helgoland.

Ich nehme endlich mal wieder ein Buch zur Hand und genieße das Lesen.

Der Jahreswechsel zu viert mit tollen Freunden, asiatischer Küche und Canasta spielen bis morgens um Drei.

Turbulent? Ja.

Schön? Ja.

Aufregend, spannend, glücklich machend? Ja.

In 8 Ländern gewesen, ah das schreit nach mehr und Wiederholung? Ja.

Den Hobbys gefrönt? Ja.

Die Konturen behalten? Ja.

Gezweifelt? Ja, oft.

Geliebt? Ja.

Gehasst? Nein.

Ich gestehe, mein Leben ist nicht schlecht. Nun hoffe ich auf 2018 und dass mir das Jahr schöne Geschichten beschert. Ich werde daran arbeiten.

Advertisements

Das Leid mit den Mitbringseln bin ich leid

Warum ist das so, dass mann/frau immer mitbringen muß?

Warum macht man eigentlich diese ganze Verlegenheitsgeschenke?

Warum um alles in der Welt wird man zum Kaffee eingeladen und zieht dann los und kauft 2 Flaschen Wein, dafür eine Geschenkverpackung und noch einen großen Blumentopf (Weihnachtsstern)?

WARUM macht man das, wenn man denjenigen, bei dem man eingeladen ist, nicht mal so gut kennt, um zu wissen, ob der überhaupt Alkohol trinkt und wenn ja was für einen?

Nun, die Flasche Weißwein hat mir die Schuhe ausgezogen und an den Roten will ich gar nicht ran. Er steht nun neben den anderen Flaschen, die ich ALLE AUCH NICHT WOLLTE UND NIE TRINKEN WERDE!

Jeder, der mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich trockene südliche schwere Rotweine mag und z.B. spritzige kräftige Rieslinge ohne Hauch von Süße und keine von der Sonne verschonten leichtflüchtigen stahlausgebauten Tropfen, die ja nicht per se schlecht sind – nur ich will sie nicht haben. Gerne irgendwo einen Schluck probieren, um an Erfahrung zu gewinnen, immer auf der neugierigen Suche, aber nicht eine Flasche als Geschenk.

Jeder, der meinen Mann kennt, weiß, er trinkt fast nichts und dann eher weiß – nicht süß. WARUM bekommen wir ständig Rotweine, die wir nicht wollen?

WARUM um alles in der Welt ist das NETT?

Es ist NICHT nett, seine Bekannten und Freunde anzulügen mit einem „Oh, ein schöner Wein, Danke sehr. Das ist ja lieb.“

Warum? Ich sage – auf Nachfrage -, dass ich keine Weihnachtsplätzchen backe, weil ich gar nicht so auf Süßes stehe und mir das ganze Geesse von süßen Sachen viel zu viel ist die Tage und dann bekomme ich eine Tüte süße Weihnachtsplätzchen als Antwort?

Ich bedanke mich höflich, als ich einen ungefragten ganzen trockenen Honigkuchen bekomme und sage „er war lecker aber bitte bitte mach mir keine Weihnachtsplätzchen. Ich stehe echt nicht so drauf und will nicht so viel essen.“

Und schwupp Tage später bekomme ich eine große Tüte Selbstgebackenes. Warum?

Warum in aller Welt meinen die Leute man freut sich darüber?

Ist es tatsächlich so, dass alle Menschen – außer ich – alles essen und trinken egal was so reinkommt und sich darüber freuen, dass sie nicht selbst einkaufen mussten?

Echt jetzt?

Warum gibt einer Geld aus, der es ABSOLUT nicht hat, um dafür eine billige Flasche Wein zu kaufen, nur um etwas in der Hand zu haben? Und er kommt nicht mal wirklich zu Besuch, sondern man trifft sich nur an der Haustür bei uns und zieht dann gemeinsam los.

Ich habe schon Angstzustände, wenn ich irgendwo gefragt werde, ob ich etwas mag. Letztens zum Beispiel sitzen wir zusammen beim Likörchen und ich werde gefragt, ob ich auch Schnaps trinke. Was sage ich unbedacht – aber vorsichtig? „Achja, manchmal schon, so ein richtig guter alter Williams oder so einen edlen Grappa, da gibt es schon gute Tropfen, aber die sind ja auch oft sehr teuer.“

Schwupp, mein Geburtstag steht an und ich bekomme 1 Liter Williams Birne, billigst geshoppt und einfach nur scharf und geschmacklos. „Oh, ein schöner Schnaps, Danke sehr.“

Ja, ich erkenne an, derjenige hat sich Williams gemerkt und war aufmerksam, aber dann war es nur noch billiges Konsumieren.

Nun machte ich den Fehler von einer Rumprobe erzählt zu haben und was es da für verschiedene Geschmäcker gab und wie lange die teilweise im Fass lagern und so weiter. Der Tag rückt näher wo mich eine Flasche weißen Rum für 3,99 vom Aldi erreichen wird… Vielleicht habe ich Glück und dies passiert vor Weihnachten, dann kann ich ihn an einen Glühweinstand verschenken… Was ja auch nicht funktioniert.

Ich habe schon volle Flaschen auf dem Altglascontainer abgestellt – in der Hoffnung, dass ein Armer, Bedürftiger, Obdachloser vorbei kommt. Aber ist das eigentlich wirklich ein netter Zug?

Und dann das Schlimmste von allem: Nippes…

Ein Figürchen, eine Vase, eine Zuckerdose „ich war auf dem Töpfermarkt und da gab es sooooo tolle Sachen, da habe ich Dir was mitbringen müssen, zu meinem Service daheim passt es nicht, aber das ist doch total hübsch.“       „Danke, wie lieb (zu meiner Einrichtung passt es auch nicht – das hübsche Einzelstück).“

Warum das alles? Nein, es ist NICHT NETT.

Und deswegen bringe ich nicht so gerne mit, nicht nur, weil ich wahrscheinlich einfallslos bin. Sondern, weil es den anderen VIELLEICHT (???) auch so geht wie mir mit den Mitbringseln.

Seufz….

Why we ride

Es ist dieser Flow. Das Zusammenspiel von Mensch, Motorrad, Strasse, Landschaft. Selten eine so treffende Beschreibung gelesen. Text: Arno Frank in Craftrad 08/2017:

IMG_2033

IMG_2034

Letztens unterhalte ich mich mit einem Kollege über meine letzte Reise und er sagt (Nichtmotorradfahrer aus Leidenschaft und Überzeugung) „ja, wenn er mit seiner Frau alljährlich mit dem kleinen Mietwagen über Sardinien fährt, dann hat er auch dieses Gefühl – schön mit Klimaanlage auf 25Grad und Radio“. Und dann weiß ich, der Mann kann es nicht verstehen, dass Motorradreisen mit allen Sinnen erlebt wird. Der Geruch des Steppengrases des Extremadura, die Ziegen auf Korsika, die Mandelblüte in Andalusien, die Hitze in Sizilien, die Kälte in Polen, die Geräusche des Windes, der Staub und die Nässe der Strasse. Er schaltet mit seiner Klimaanlage das Temperaturempfinden aus und mit dem Schließen der Autotür den Geruch und mit dem Anschalten des Radios die Umgebung. Und er weiß es nicht einmal.

moderner Sklavenhandel – Teil 14

Irre, ich lache laut auf und dann wird es ernst in mir…

Lachen die Personaler auch, die diese Jobs ausschreiben?

Nein, es ist nicht die Stellenbeschreibung, es ist die Job-Bezeichnung:

Lead Architect Electronic Controls Technology Development (m/f)

Location: Any major XFIRMAX Location

(wenigstens der Hauptsitz ist in den USA, aber die Ausschreibung ist für die deutsche Niederlassung, nach Nachfrage nicht in any)

oder hier noch schöner:

Operations Architect & Security Expert – Infrastructure Application & Workplace Services (m/f)

bei einer großen deutschen Bank in Deutschland.

Wer bietet diese Visitenkarten an, auf die das geschrieben werden kann? Und was verbirgt sich nur hinter diesen Jobs?

Die Welt ist ein verrückter Arbeitsort…

3 Wochen Frankreich, Spanien, Portugal, Spanien

Es ist immer wieder interessant für mich, wie die Leidenschaft des Motorradfahrens nicht nachlässt, nach all den Jahren. Nun also tauchen wir zu zweit ein in den großen Sommerurlaub. 22 Tage liegen vor mir. Am Ende waren es 19 Fahrtage und keiner zu viel.

Durch Frankreich geht es mit einer (von zwei) Übernachtungen in Chalon-sur-Saone. Ein netter Ort mit einer Unterkunft bei einem ganz netten Ehepaar (airbnb). Weiter durch die Cevennen in die nördlichen Pyrenäen. Wir bleiben 2 Tage bei einem Bekannten in einem kleinen Weiler einer deutschen ehemals alternativen Szene und wohnen bei Achim in einem toll umgebauten alten Häuschen.

Weiter geht es in ‚meine‘ Pyrenäen. Die spanische Seite. Auf besten Straßen (statt französischen oft gesplitteten) geht es weitere 2 Tage voran und ich fühle mich wohl und wohler. Mein Plan durch die Schlucht des Canon Anisclo zu fahren, wird durch eine Straßensperre verhindert. Ein Umweg steht an und nun also eine ungeplante Route durch neues Terrain. 50 km Wald und keinerlei Zivilisation liegen vor uns. 2-3 Autos begegnen uns. Wir überholen einen Reisebus mit Panne. Davor, dazwischen, danach: nichts. Mein Puls wird langsamer. Ich entschleunige in mir. Ich nehme die Kurven, schaue in den Wald, über die Aussicht, in die Berglandschaft. Es wird ruhig um mich. Es wird ruhig in mir. Alles fällt ab. Sorgen, Gedanken. Nur das Motorrad und ich.

Nach 50 km erreichen wir die Schnellstraße und eine Tankstelle. Trinkpause für den Tank und uns. Ich habe Mühe zu reden, versuche meinen Puls wieder zu normalisieren. Ich fühle mich wohl und gehe vollständig in Urlaub auf. Den Abend verbringen wir auf einer Lodge bei Huesca. Wir sind die einzigen Gäste, werden fein bewirtet und bekocht und sitzen auf der Terrasse mit einem unendlichen Blick in die Ebene. Südafrikanisches Flair.

Auf schnellem Ritt legen wir uns in den Wind der Hochebene und bringen endlose Kilometer meist gerade Straße hinter uns bis Salamanca. Was für eine Stadt! Mittelalterliches Flair mit Studenten, Kneipen, Tapas.

Es kurvt sich weiter an die portugisische Grenze, den Fluß Douro kreuzend, endlose Olivenhaine. Häuser und Orte mit schön gerichteten Häusern, teils Villen gleich. Ganz anders als die letzten 2 Tage in Spanien mit Trockenheit, Ebenen bis zum Horizont und wie ausgestorben daliegende Ortschaften. Wir haben uns den Campingplatz Toca de Raposa ausgesucht und werden angenehm überrascht. Er liegt noch schöner als im Internet beschrieben und belgische Chefin, Personal (es scheinen nur Freunden zu sein), sowie die Gäste sind so freundlich. Wir blieben gleich 3 Nächte und verbringen die Abende in der sehr schönen Bar.

Die Ausflüge in die Serra da Estrella mit dem höchsten festlandportugisischen Berg Torre (1993m) und an den Atlantik sind traumhaft, obwohl die überall präsenten Feuer und Rauchschwaden die Stimmung ein bisschen drücken – weiß man doch, dass manch einer gerade sein Land, Haus, Wald verliert.

Zurück nach Spanien in die angenehmen Städte Caceres und Trujillo. Unsere Wege trennen uns, wie leider geplant, und ich starte alleine durch nach Cordoba, um dort 2 Tage die Stadt anzuschauen. Die Mezquita ist trotz aller Beschreibungen noch größer und beeindruckender als erwartet und am Abend genieße ich eine traditionelle Flamenco-Show.

Über Granada fahre ich nach Motril um dort noch eine Woche zu verbringen. Stationär von einem Hotel am Meer aus mache ich für einen lieben Freund und seine große Gruppe motorradfahrende Kunden den Tourguide in die nahe und ferne Umgebung. Ich genieße es an der Spitze zu fahren und mich um alles zu kümmern.

Tag 22: Mein Bike geht auf den Lastwagen und nach Hause und ich besteige das Flugzeug in Malaga – ohne den Hauch einer Sättigung von Land, Leute, Erlebnisse, Fahrspaß zu haben.

-> Bilder siehe ein Beitrag vorher.

moderner Sklavenhandel – Teil 13

Gute 6 Monate sind vorbei. Die Probezeit in der neuen Firma mit Bravour bestanden. Ich laufe auf Halbgas, bin gut unausgelastet und um mich herum fallen sie um wie die Mucken vor lauter stressigem Arbeitsanfall. Verkenne ich die Lage oder kann ich einfach arbeiten und mit hohem Arbeitsanfall gut umgehen? Bald jede Abteilung kann einen Mitarbeiter vermelden, der langzeitkrank ist wegen Burnout. Langzeitkranke, Mitarbeiter in Rehabilitation, gekündigt wegen Dauerstress, am Ende ihrer Kräfte. Ich kenne das aus meiner alten Firma nicht und wir haben wirklich gerackert… Der Arbeitstag war immer länger – bei 40 Stunden-Woche – und nun erlebe ich wie sie bei einer 35 Stunden-Woche reihenweise umfallen. Bin es tatsächlich ich, als Frischling, der nicht ausgelastet ist? Lebe ich in Schonfrist? Warum? Ist es so, dass Burnout gut kommt, wenn man ein paar Wochen zu Hause bleiben will und man erkennt an den Kollegen, dass es funktioniert? Ich mag es nicht glauben und glaube es auch nicht, weiß ich doch, dass es Burnout wirklich gibt. Ich habe das Schlaraffenland erreicht, beste Arbeitsbedingungen, gutes Umfeld, gute Auftragslage, wunderbare Kollegen. Was sehen die anderen? Der Gang zum Arzt wegen Tinnitus „der Gedanke an die Firma lässt mich nicht schlafen, mein Kopf brummt, die Teamleitung ist so anstrengend“. Zack, beurlaubt. So geht 2016 und 2017 dahin mit Dauerkranken. Der Tinnitus hat in 2017 85 Tage frei (die er auch braucht, da krank!) aber auf seinem Schreibtisch bleibt gar nichts liegen. Ist das der eigentliche Stress? So gingen sie hin, mehrfach und mehrere. Mag ich es keinesfalls nicht glauben, aber was ist da los? Ich stehe vor einem Rätsel.