schon wieder Jahresrückblick im Papierkalender …

… das war doch eben erst? Was, 11,7 Monate soll es her sein?

EngelsruferDas Jahr war spannend, ereignisreich, voller Ideen, voller Lachen, Weinen, wütend sein, voller Inspiration, voller Kreativität, voller Leiden, voller Erschaffen, ja, fast würde ich es Kunst nennen wollen, voller Reisen, voller toller Menschen.

Ich bin ja modern-altmodisch. Ohne meinen kleinen Papierkalender lebe ich nicht. Da trage ich ein und da blättere ich beim Übertrag ins Neue Jahr darin und schaue, staune. Meine Güte, mein Engel, wie oft hat der Engelsrufer an meinem Hals geklingelt, fein geläutet, Dein Herz erwärmt und meines. Wie oft lese ich in meinem Herzen und in meinem Kalender. Wie viel Zartheit liegt darin. Wie viel Zeit hatten wir miteinander. Wie viele Gedanken, Träume uns verbindet. Du hast mich inspiriert und dafür danke ich. Ich danke für 2014, weil es schöne Zeiten hatte und ich danke der Kunst und Kreativität, die all der Schmerz in mir freisetzte und sich in Schönes umwandelte. Und ich danke, dass ich erkannte, was ich im Leben wirklich nicht will. Dafür nicht gleichsam, was ich will, aber doch, was es nicht sein darf. Ich will mit aller Unendlichkeit lieben und kreativ sein und darüber lachen und das Lachen, welches uns eint, lacht in mir. Mit aller Kraft meines Herzens, mein Engel, klingelt es zart.

Advertisements

neue Begriffsdefinition Dilettantismus von Jeff Koons

Dilettantismus, dass ist das worüber wir doch immer wieder stolpern, meinen wir zumindest, denken hinterher, wir sind die Deppen vor dem Herrn, hauen uns an die Stirn und sagen ooooh, oder wir tun genau das über andere und sagen oooooohhhhhh.

Interview Jeff Koons im stern 28

Interview Jeff Koons im stern 28

Jeff Koons, ah, kennen wir nicht gleich, wir sind ja auch Dilettanten. Seine Kunst ist jetzt nicht so meine. Nicht ganz mein Geschmack, zu bunt, zu aufregend. Aber: Im stern Ausgabe 28 gibt es links zu lesendes Stückchen aus dem Interview mit diesem Künstler.

Der Duden sagt uns „nicht fachmännisch / als Laie / stümperhaft / unzulänglich“. Also ein Negativwort, absolut. Nun diese Interpretation! Jep, gefällt! Damit kann man(n)/frau als Dilettant doch gut leben, sogar stolz darauf sein, und ja, jede Sekunde lerne ich gerne dazu! Und hoffentlich höre ich mit dieser „Form“ des Dilettantismus nie auf.

Danke Jeff Koons für diese Erklärung.

Gerhard Richter, zeitlos

Ich habe vor Jahren im stern oder Focus über Gerhard Richter gelesen. Seither wollte ich irgendwie mal Zeit finden, die Muse und den Ort zum Schauen. 1932 geboren, (er)schaffend wie eh und je. Begeisternd seine Strips. Mit der Nase ganz nah am Bild, nach den Einzelheiten suchend wird es mir ganz schwindelig. Muss zurückweichen, blinzeln, wieder ran. Spannend. Die Lack-auf-Glasplatten der Serie Flow lassen mich verweilen und die experimentellen Lynoldrucke der 50iger sind so einfach-wertvoll. Schön, sich Zeit zu nehmen und Eindrücke gewinnen. Ein echter Gewinn.

Gerhard Richter, eigenes Dagi-Foto

Gerhard Richter, eigenes Dagi-Foto

Derzeit im Kunstmuseum Winterthur/Schweiz.

Kalenderwoche 04, beeindruckendes

Was mich diese Woche beeindruckt hat:
1. Fotografie von Erik Madigan Heck (USA). Huh, nein, gefallen tut es mir nicht. Aufhängen in meiner Bude: schon gar nicht. Aber wow, das ist Mut und Ideen. Irre Inszenierungen. Ich ziehe den Hut und blättere gerne durch.

Madigan, Bilder aus Internet

Madigan, Bilder aus Internet

2. In den Nachrichten: „Nonne bringt überraschend Kind zur Welt. Ob die Schwangerschaft für die Nonne nun Konsequenzen trägt, ist aber ebenso unbekannt, wie wer der Vater des Knaben ist.“ Wuah, was habe ich mich amüsiert. Die unglaubliche Schwangerschaft mit Kindesfolge und unbekanntem Vater. Danke für den Lacher. Endlich wieder, die unbefleckte Empfängnis.

3. Mein Aufmischen von ca. 30 Leuten eines namhaften Vereins, für die eine Wochenendplanung mit Hotelbuchung erfolgte. Ich wurde mit eingeplant, als Gast. Leider konnte ich nicht und fragte dann verwundert „wieso eigentlich am 15.2. Der Event ist doch erst am 22.2. Danach war es lange still im Äther, bis ein zaghaftes „mach mi ned unsicher …“ kam. Ähem. Ist mir jetzt auch peinlich… also, ähem dann mal bis 22.2. … Da fragt man sich, ob man besser nichts gesagt hätte. Vielleicht habe ich ja falsch gegoogelt (hab ich aber nicht). Ohoh 😉

Wie man zum eigenen Grossvater wird

Vor kurzem war ich bei einer Comedy. Ozan und Tunc. Sehr empfehlenswert! Ein breites Repertoire an Kabarett. Unter anderem wurde Folgendes vorgetragen, wat hab ick gelacht!!
Originalverfasser unbekannt.

„Als ich die Mitte der Dreissig erreicht hatte, heiratete ich eine Witwe, die etwas älter war als ich und die bereits eine erwachsene Tochter hatte.
Mein Vater, seit einigen Jahren Witwer, verliebte sich in meine Stieftochter und heiratete sie wenig später.

Ich war etwas verblüfft, als ich mir klar darüber wurde, dass mein Vater nun mein Schwiegersohn geworden war und meine Stieftochter jetzt auch meine Mutter war, denn sie war ja die Frau meines Vaters. Einige Zeit spaeter bekam meine Frau einen Sohn, der gleichzeitig Schwager meines Vaters wurde, denn er war ja der Bruder seiner Frau. Ich erschrak bei dem Gedanken, dass er nicht nur mein Sohn, sondern auch mein Onkel war, denn er war ja der Bruder meiner Schwiegermutter, also der Frau meines Vaters, die die Tochter meiner Frau war.

Bald darauf bekam meine Schwiegermutter, also die Frau meines Vaters, die uebrigens nicht nur meine Stiefmutter war, sondern zugleich auch meine Stieftochter, ebenfalls einen Sohn, der dadurch zu meinem Bruder wurde, er war naemlich der Sohn meines Vaters, gleichzeitig aber auch mein Enkelkind, denn er war ja der Sohn der Tochter meiner Frau.

Meine Frau wurde dadurch meine Grossmutter, denn Sie war ja meines Bruders Grossmutter. Ich bin also nicht nur der Mann meiner Frau, sondern auch ihr Enkel, denn ich bin ja der Bruder des Sohnes ihrer Tochter. Da aber bekanntlich der Mann der Grossmutter Grossvater heisst, tja… bin ich nun also mein eigener Grossvater?!“

Lindwurm

Es war einmal ein Lindwurm – und ist es noch. Man sah ihn des Öfteren sich durch die Bäume annähern. Er beleuchtet sich, sobald er sich bewegt und so kann er sich nicht heimlich anschleichen. Noch verdecken ihn der Bäume Laub, aber der Herbst kommt und sein Schattenspiel wird zur Farce. Er schleicht sich an und frisst durch seine seitlichen Münder die Menschen an seinem Wegesrand. Er nimmt sie, nimmt sie mit sich, frisst ihre Seele und weit weg spuckt er sie wieder aus. Er schlängelt sich dahin, macht seine Lichter an und aus, öffnet und schliesst seine Münder. Morgens schaukelt er sie in oder aus dem Schlaf und lässt sie die Nacht vergessen, nimmt ihrer Seele die Träume. Mittags lachen sie wirr in ihm. Jedoch je später der Abend, desto verkümmerter im Geiste spuckt er seine Opfer aus. Trostlos sie anzusehen. Sie torkeln heraus, der Seele beraubt, suchen ihren Weg und versuchen zu vergessen. Vergessen ihre Seele und den Lindwurm. Der Lindwurm aber lacht, lacht mit offenen Mündern und schluckt die nächsten. Unersättlich. Und dort sehe ich ihn wieder, schlängelnd hinter den Bäumen. Auch mich hat er schon erfasst. Frass mich, wie gelähmt sass ich in ihm, mit jedem Kilometer frass er sich in meine Seele und je fortgeschrittener der Tag, desto gieriger ist er und mit grösster Mühe kann ich ihn verlassen, mich zu meinem Auto schleppen und falle vergessend in den Sitz.
Lindwurm. Manche versuchen ihn auszutricksen und betrinken sich um die Seele vor ihm verschwimmen zu lassen. Je später der Abend desto größer die Versuchung. Aber der Lindwurm sieht in sie hinein, laugt sie aus und gerade die schaffen am Ende kaum den Sprung an der richtigen Stelle aus einem seiner Münder.

Hommage an die S-Bahn *grins*