sockentragende Gastgeberin

Letztlich hatten wir eine interessante Diskussion über Schuhe im Wohnraum.
Ich, frisch renoviert und umgezogen, witzelte, dass unsere Besucher immer frische Socken anhaben müssen …
Dachte nichts dabei …
Sagt eine in der Runde „ich ziehe die Schuhe aber nicht aus“.
Ich erstaunt, dachte noch es ist Spaß, aber die Runde fing an zu diskutieren.   Ja, sie meinte es bierernst, daß sie die Schuhe nicht ausziehen würde, wenn es der Wohnungseigentümer wünsche, bei ihr ziehe sie auch niemand aus (äh, ja, wenn sie kein Problem mit den Schneckenresten, den toten Regenwürmern, Kaugummi, Dreck und frisch Ausgespucktes auf dem Teppich hat – für mich ok – in ihrer Wohnung – nur nicht auf meinem Parkett).
Äh, dachte ich … ich bin so erzogen worden, dass man beim
Reinkommen fragt, ob man die Straßenschuhe ausziehen soll und macht dies dann selbstverständlich, mindestens (!) wenn gewünscht.
Nun, in der Gruppe waren die Meinungen geteilt.
Wir verblieben, gottseidank streitlos, dass die Dame mich nie besucht (ihre Worte), wenn sie die Schuhe ausziehen müsste.
Ehrlich gesagt ok für mich. Will ich doch diese Ignoranz der Wünsche eines Gastgebers nicht an der Haustür nochmals führen – aber schade, dass dieser Besuch nun nie kommt (nach eigener Aussage) …

Ich habe lange nachgedacht, ob der Gast den Gastgeber oder der Gastgeber den Gast respektieren sollte.

Ist es nicht genau das was wir von unseren Besuchern im Land – sprich Immigranten, Asylsuchende, wie auch Touristen erwarten? Dass sie die Bräuche und Regeln, unsere Werte respektieren?
Ob diese Dame dies von „den anderen“ auch so erwartet? Ja, das tut sie.
Und by the way: in vielen Ländern dieser Erde ist es üblich die Schuhe draußen zu lassen.
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moderner Sklavenhandel – Teil 10 Arbeitsamt

Arbeitsamt – Dein Freund und Helfer für Bürger mit Arbeitsplatzsorgen…

bundesagentur_fu%cc%88r_arbeit-logo_svgJa, ich habe auch versucht Vater Staat in meine Arbeitsplatzsuche mit ein zu beziehen. Wollte nichts unversucht lassen und mich vor allem auch beraten lassen, mal meine Unterlagen anschauen lassen, usw.

Ich habe mich online angemeldet… mehr oder weniger nicht erfolgreich… und, seid sicher, es lag nicht an mir als User.

Ich habe mich telefonisch vorgestellt … mehr oder weniger wurde mir nicht bis gar nicht zugehört, sondern es wurden meine Personalien aufgenommen – ohne Kontext – ohne Nachfrage, um was es überhaupt geht.

Ich habe um einen Beratungstermin wegen „drohender kurzfristiger Arbeitslosigkeit“ gebeten. Man muss halt LEIDER übertreiben, wenn man was will. Ehrlichkeit bringt einen LEIDER nicht immer ans Ziel, weil ja niemand zuhört oder liest. Dieser Antrag wurde erst mit viel Bettelei genehmigt. Gut, ich meine, ich hätte auch arbeitslos werden können, dann hätten sie halt erst mal gezahlt, bevor sie sich zu einem Beratungstermin herablassen…

Ich habe dann GEWAGT den endlich bekommenen Beratungstermin (1,5 Monate Wartezeit !) verlegen zu wollen, WEIL ich ein Vorstellungsgespräch in einer Firma zeitgleich reinbekam und nicht verschieben möchte… infam von mir ….

Das Arbeitsamt war dann „angepisst“ und hat mir keinen von mir erbetenen neuen Beratungstermin gegeben, sondern mir mitgeteilt, dass sie meine Daten löschen, da ich ja „noch nicht arbeitslos bin“.

Ja, so war’s. Danke auch Vater Staat. Wenn mal einmal was von ihm will und auch noch in seinem Interesse…. Lieber blind zahlen als Prophylaxe…

 

moderner Sklavenhandel Teil 9

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

25.12. – zwischen Heiligabend mit feinen Freunden, 3erlei lecker Pasta und Sportstudio der Blick in die Jobbörsen und tatsächlich, unter 2 Monate alten alten Bekannten (warum stehen seit 2 Monaten immer die selben Anzeigen online, immer mit einem gerade neu eingestellten Datum? Finden die niemanden oder gibt es alle Stellen nicht?) eine neue Anzeige. Freude!

Gleich schreibe ich hin und gugg an, gleich eine Antwort vom Robbi-Roboter:

Good morning / good afternoon,

thank you for your email.

I will be back in the office on 4 April and will contact you as soon as possible after that date.

With best wishes

 

Mister No Name

Management Partner

 

Aha, also eine ganz brisant eilig zu besetzende Stelle …

Warum bin ich nicht einfach gleich ins Sportstudio oder esse wahlweise gemütlich auf dem Sofa ein paar Weihnachtskekse? Achja, und schönen Urlaub noch Mister No Name.

moderner Sklavenhandel Teil 6

Yeah! Das sind Traumjobs.

Sandwich Artist (m/w)

Deine Aufgaben: Bedienen von Gäste – Reinigen der Tische/Theke – Arbeiten an der Kasse – Herstellung von Speisen – Arbeiten in Schichtwechsel – Lieferungen annehmen

Ausgezeichnete Deutschkenntnisse werden erwartet. Ob die der Texter der Anzeige auch hat? Holpert 2x…

Kunstinteressierter Museumsaufseher

Es handelt sich um eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit. Ein gewisser Hang zu Kunst, Kunstobjekten und Ausstellungen sollte vorhanden sein.

Ah, wie das klingt „Sandwich Artist“ und ein „gewisser Hang zur Kunst“. Manchmal wünschte ich, ich hätte nie etwas gelernt und wäre frei, um einfach nach schön klingenden Namen auszuwählen oder Nachts durch’s Museum zu streifen.

moderner Sklavenhandel Teil 5

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Stellenausschreibung „wir suchen für unseren Kunden im Großraum X in der Fahrzeugtechnik in Direktvermittlung“.

Im Interview beschreibe ich die spannenden Aufgaben in der Fahrzeugtechnik und ja genau das will ich machen, ist doch viel interessanter als der Maschinenbau.

Nach 35 Minuten erfahre ich, dass hinter der Stellenausschreibung kein Kunde steckt, sondern einfach NICHTS, weder der Großraum X, noch ein Kunde in der Fahrzeugtechnik, noch irgendwas. Ich werde in die Kartei aufgenommen, weil das Gespräch so toll war, „falls sich mal was ergibt melden wir uns bei ihnen und naja der allgemeine Maschinenbau ist dann also nichts für Sie“. F***, und ich dachte ich rede denen nach dem Mund und hätte doch was ganz anderes gemacht….

Ok, ich lerne: Da kommt dann mal der Kunde vorbei, schaut sich die Karteikärtchen an und sucht sich seinen neuen Baumwollpflücker aus. Prüft anhand vom Kärtchen die Zähne und die Armmuskeln und lässt die Gesunden dann mal vorsprechen.

Er stellt sie alle in eine Reihe „Mund auf“, kurzer Check, der nächste. Wieviel Baumwolle pro Stunde? Zu wenig. „Schule Deine Bewerber, Du kleiner Personalrecruiter, dann reden wir über den noch mal, vielleicht.“

Fein, ne? Der Kunde hat keine Arbeit der Vorauswahl, schult nicht, gibt keinen Paten zur Seite und schmeisst von heute auf morgen raus. Der nächste Baumwollpflücker bitte. Achso, ne ohne das „bitte“.

Moderner Sklavenhandel 4.0 in der heutigen Industrie.

moderner Sklavenhandel Teil 4

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Ich bewerbe mich auf eine interessante Stelle.

Person A sendet mir die Eingangsbestätigung (ok, wird eine Antwortmaschine sein).

Person B schreibt, ich soll noch das XX einreichen, zur Vervollständigung meiner Unterlagen. Ich reiche höflich grinsend NOCHMALS ein, was bereits dabei war!

Person C schreibt mir eine Einladung zu einen Termin für ein Vorstellungsgespräch mit Herrn Müller.

Ich sage höflich ab, ist mitten am Tag. Hallo, haben wir verpasst, dass ich einen Job habe?

Person D schreibt mir einen Termin für ein Vorstellungsgespräch, nun mit Herrn Schmidt.

Ja klar, soweit zum vertraulichen Behandeln meiner Daten und man ist nicht nur eine Nummer, die nach Schema F abgearbeitet wird.

Aber ich freue mich auf das Gespräch mit Person E … fühle mich jetzt schon veräppelt…

moderner Sklavenhandel Teil 3

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Ich bewerbe mich auf eine interessante Stelle, die in Ort A wahlweise in Ort B ausgeschrieben ist. Da ich ja demnächst in die Nähe von A und B ziehe, perfeeeekt. Der Fahrweg ist dann gut machbar, schreibe ich auch. Auch dass ich ja eben eine neue Stelle suche, wegen Umzug nach AB.

Ich komme zum Vorstellungsgespräch. 1 Stunde Anreise. Frühzeitig Feierabend gemacht. Chef damit geärgert.

P: Hallo Bewerberchen, also die Stelle ist in D. Das passt ja noch gut zu ihrem Wohnort, nicht war?

D: Äh, nein, ich ziehe doch um…

P: Achso, ja dann ist die Stelle wohl nichts für Sie.

D: Äh, ich habe mich nach A und B beworben…

P: Achso, ja aber da ist die Stelle nicht. Das haben wir wohl falsch ausgeschrieben.

 

Danke.