wieder eins oder Silvesternachtische

Ich stand zweieinhalb Stunden in der Küche und es machte mir Freude. Ich bin die, die heute Abend den Nachtisch für die Freunde bringt.
31ster….
Zeit für ein paar Gedanken.

Gedanken süsssauer
dazu einen Milchreisauflauf, gebacken mit Sauerkirschen und dunkler Schokolade

Gedanken süsssauer

Gedanken süsssauer

Das Jahr hatte süsse Zeiten, die sich sauren die Hand gaben. Viele Momente der guten Gespräche, Einsichten, neue Ansichten, Festigen von Meinungen, Verständnis. Es gab sauerkirschige Momente, Tiefs, tiefer als ein Schacht bis zum fernsten Punkt der Milchstrasse. Dann wieder eine Haube aus Schokolade, die mich weitermachen lies. Die kurz das saure vergessen lies, bis zum nächsten Bissen. Die Kirschen sassen tief im süss der Milchstrasse. Zu tief? Zu tief um an 2014 zu glauben. Vielleicht nicht tief genug, um ab und an ein Schokoladenstückchen geniessen zu können.

 
Gedanken cremigfrisch
dazu ein Mascarpone-Löffelbiscuit-Apfelkompott-Tiramisu mit Zimt

Gedanken cremigfrisch

Gedanken cremigfrisch

Das Jahr brachte das cremig-einfühlsame mit sich, es zeigte mir die Gutseite, aufgefrischt mit Apfelstückchen und dem aphrodisierenden Hauch von Zimt. Ein paar Cantuccini hineingebröselt brachten unerwartete Momente für grosse Augen und einem folgenden Lächeln. Ich berührte die cremigweiche Seite des Lebens. Auch lernte ich Gutes an mir kennen, vielleicht ausbaufähiges. Ich stellte manches Kreative her, ich bekam Anerkennung, ich wurde ein besserer Mensch. Ich bin auf keinem schlechten Weg durch frisches Apfelkompott geschwommen, alleine, ob es reicht satt zu machen, bezweifle ich. Mancher Nachtisch war lecker, jetzt fehlt es nur noch an den Hauptspeisen.

Ich wünsche allen da draussen ein volles Menü in 2014. Lecker vom ersten bis zum letzten Bissen.

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Slow Food – Genuss fängt bei Leidenschaft an

Ich finde, man ist was man isst. Altbekannt und der Spruch ist ja auch nicht von mir. Man hat nur einen Körper. Essen ist Lebensqualität und Lebensfreude.
So trägt Slow Food doch, wie ich meine, dazu bei, dass es so ist.
Gerade findet die Messe in Stuttgart statt und ich habe gestern mitgewirkt, als Mitglied. Ich habe 6 Stunden in der Vinothek meine Füsse rund gelaufen und trotzdem viel Spass gehabt. Schön, mit Gleichgesinnten zu arbeiten und ehrenamtlich mitzuwirken. Und ein bisschen Wein durfte ich auch verkosten *grins*.
Am Sonntag bin ich nochmals dran. Ich freue mich schon darauf. Dann bin ich das freundliche Helferlein in der Kochwerkstatt und schaue Profis dabei auf die Finger.
Am meisten freut mich der Austausch mit einem lieben Freund zum Thema:
„Wichtiger als alle Gerichte ist aber, dass man zu zweit kocht, geniest und schmeckt. Noch wichtiger ist, dass man dabei Spaß hat und es mit Leidenschaft macht. Kochen sollte nicht nur Spaß machen, wenn man für jemanden kocht, sondern mit demjenigen kocht.
Die Leidenschaft wurde doch in der Küche geboren.“

Die Leidenschaft wurde in der Küche geboren.
Keine Ahnung, ob das wahr ist, aber es ist (könnte sein…) ein wundervoller Einstieg in einen schönen Abend, in eine schöne Nacht, in ein schönes Wochenende, zusammen einzukaufen, zu schnippeln und zu geniesen. Miteinander (sich) geniesen.
So denn wünsche ich allen ein genussreiches Wochenende.
Lasst die Kochlöffel schwingen und fangt das Kochen beim gesund und nachhaltig einkaufen an.
Slow Food.

Weltnudeltag

Ein guter Tag für die etwas andere Nudel. Mein Gericht des Tages: Spaghetti-Kürbis-Auflauf.

Man koche einen Spaghetti-Kürbis am Stück 45 Minuten im großen Wassertopf. Herausnehmen, Innenleben (Kerne, Fasern) herausnehmen und mit einer Gabel das Kürbisfleisch herauskratzen. Das sieht dann Nudel-mässig aus (oberes Bild). Nun das Kürbisfleisch in eine Auflaufform 1 cm hoch einfüllen. Darauf Käsesauce, darauf vorgekochte Brokkoli und Kartoffelstücke schichten. Darüber wieder jede Menge Käsesauce. Rein in den Ofen und 15-20 Minuten backen.

Foto von mirLeeeecker lecker lecker. Zu haben bei „Chez Dagi“.

Käsesauce: Kochsahne, Butter, Sauce Hollandaise (ja, schäm, die aus der Tüte), Kräuter und Schmelzkäse zusammenmixen und aufkochen.

Gilt doch als Nudelgericht, oder? *grins*

Foodwatch fordert – diesmal ohne mich

foodwatch gegen die „heimliche“ Verwendung umstrittener Zusatzstoffe in der Gastronomie. Der Koch hat gar nicht selbst gekocht, sondern kochen lassen. Und zwar nicht von seinem Auszubildenden, sondern von der Industrie!“

Nein, da kann ich nicht mitgehen.

Ich gehe (wie sicher die meisten Menschen dieser Erde) auswärts essen aus diesen Gründen:

  • Keine Zeit zum Selberkochen
  • Lust mich bekochen und bedienen zu lassen
  • Wunsch nach Geselligkeit
  • Einladung, auch Pflichteinladung

Selbstverständlich ist mir in JEDEM Restaurant bewusst (auch in Restaurants, die mit Bio und Frische usw. werben), dass der Inhalt der Essen nicht 100% frische Zutaten haben kann, keine Konservierungsstoffe enthält, oder Glutamat und Konsorten, oder Rinder/Schweinegelatine, …

Aber ganz ehrlich, dass will ich auch nicht wissen!

Sollte ich mir wirklich einbilden, dass „frische Pasta“ extra für meine kleine Portion gerade eben aus der Nudelmaschine kam? Ja, wenn ich dabei zusehen kann, glaube ich das.

Sollte ich mir wirklich einbilden, dass ein vegetarisches Essen nicht Hühner-Gemüsebrühe enthält, weil die Küche nur ein Töpfchen bereit hält? Nein.

Sollte ich mir einbilden, dass die Eier ökologisch korrekt von Freilandhühnern kommen? Nein, da kann ich beim eigenen Einkauf darauf achten und Punkt.

Wie soll ich meinem Gastgeber erklären, dass ich mich vor den Zutaten ekle, wenn ich sie schon lesen muß – auf der Speisekarte präsentiert bekomme – und nichts bestellen KANN?

Essen gehen, heisst und hies schon immer Kompromisse eingehen.

Wenn das Essen nicht schmeckt, kann das den Grund haben, dass frische und ECHTE Zutaten fehlen oder der Koch einfach nicht kochen kann.

Wenn ich essen gehe, will ich es geniesen und nicht WISSEND/LESEND Kompromisse eingehen, die mir das Essen versauen.

Nein an foodwatch. Aberr JA an Restaurants, die bewusst alles richtig machen und damit werben und mir die Chance geben, dort zu essen.

Sin lactosa und Ernährung im Ausland

Kaum verständlich, da geben wir Deutschen scheinbar das wenigste Geld für unsere Ernährung aus und doch sind die Läden bei uns besser ausgestattet. Irgendwie haben wir mehr Auswahl an allem. Ob man das braucht sei mal dahin gestellt… Klasse statt Masse werde ich immer vorziehen. Auch an frischen Sachen, Brot sowieso, sind wie besser und vermeintlich gesünder aufgestellt.
Ganz Frankreich habe ich nach laktosefreien Produkten durchforstet: nichts. Spanien hat tatsächlich eine Milch, einen Käse und einen geschmacksfreien Joghurt. Endlich wieder ein Müsli. Was macht nun also der Franzose und der Spanier mit Laktoseproblemen? Huh. Es ist für mich nicht verständlich, wie heute, wo alle Welt über die Milchunverträglichkeit spricht, die Auswahl noch immer so klein ist.

Interessant ist mal wieder, wie wenig lange ein Baguette dem Hungergefühl wiedersteht, im Gegensatz zu einem habhaften Vollkornbrot. Trotzdem, Baguette und Croissant ist schon echt lecker. Mampf.

Salon de Thé in Séguret und zum Diner nach Arles

 

Séguret ist ein (mindestens nach der Hauptsaison) verschlafenes Dorf im Gebiet Rhône. Malerisch kann man die schmalen Gassen hinauf und hinunter steigen. Dann kommt man irgendwann am Salon de Thé (Bild) vorbei. Tipp: Hier einkehren und einen Cafe au Lait mit Kuchen bestellen. Im Cafe dann am offenen Fenster sitzen und bei einem wundervollen hausgemachten echten Kuchen hinunter in die Provence schauen! Yep!!!

Abend: Der Hunger und der schön verbrachte Tag sagen uns, dass wir heute in Arles Essen gehen. 2 Reiseführer preisen Monsieur Rabanel an, der 2 Lokale hat (das zweite für den normalen Geldbeutel *grins*) und Gemüse aus eigenem Bio-Garten verarbeitet. Mein Vegetarierherz freut sich schon. Leider nicht lange. Die Karte dämpft meine Erwartungen. Die Bedienung bietet mir nach Nachfrage in der Küche einen Salat mit Toast an, den Thunfisch würden sie dann weglassen…. Lecker… Ich weiß, dass es nicht so einfach ist mich zu füttern, aber mit frischem Gemüse prahlen, bei Michelin nen Stern kassieren und dann Toast und Salatblatt?
Raus mit uns und zum Lokal La Bohème. Dort schwelgten wir im besten Gaspacho aller Zeiten, in Ravioli mit frischem Gemüse (oh la la!), in lecker Auberginenauflauf und Dessert für 15€. Der Herr des Hauses bietet besten superfreundlichen Service. Das Ambiente ist mediterran-angenehm. SUPER!
Während ich unter ahs und ohs genüsslich meinen geeisten weissen Nougat mit Himbeersauce löffle, nimmt Oli einen fromage de chèvre mit Olivenöl.

Erinnert an eine Berglandschaft mit Kötteln darauf, sagt er. Schmeckt sehr, aber … die Ziege bleibt ihm erhalten, auch nach einem bitteren Espresso und dreimaligem Zähneputzen. Ich frotzle. Sechs Uhr in der Früh, Oli schleckt draußen die Wiese ab. Ich lächle, denke an meinen Nougat. Sieben Uhr in der Früh, Oli leckt die Baumrinde. Das Zieglein verabschiedet sich …. Hihihi.

Banyuls oder was geht gar nicht

Das AC-Gebiet Banyuls gehört zum südfranzösischen Bereich Roussillon. Auf knapp 1.500 Rebfläche, die zum großen Teil auf steilen Berghängen der Pyrenäen gelegen ist, werden die Trauben für die bekannten natursüßen aufgespriteten Rotweine (Vins doux naturels) des Banyuls angebaut. Die dominierende Rebsorte ist Grenache Noir. Es werden aber auch Mourvedre, Syrah, Cinsaut, Counoise und Carignan angebaut. Ein Wein, der die Appellation Banyuls trägt, besteht zu mindestens 50% aus Grenache Noir und wird mit Carignan und Syrah verschnitten.
Trauben, die mein Herz höher schlagen (!) lassen und heraus kommt …. garstiges …. Natürlich nur für meinen Gaumen. Deswegen wird der Banyuls auch nicht gepunktet. Es handelt sich um einen obersüßen Likörwein mit 15-22 Vol%. Es werden überreife Trauben geerntet, die bereits am Rebstock rosinenartig zusammenschrumpfen können (Trockenbeerenauslese). Also Vorsicht *lach* : wer hier den Namen nicht kennt und einen beherzten Schluck nimmt.
Kategorie: geht gar nicht.