Das Leid mit den Mitbringseln bin ich leid

Warum ist das so, dass mann/frau immer mitbringen muß?

Warum macht man eigentlich diese ganze Verlegenheitsgeschenke?

Warum um alles in der Welt wird man zum Kaffee eingeladen und zieht dann los und kauft 2 Flaschen Wein, dafür eine Geschenkverpackung und noch einen großen Blumentopf (Weihnachtsstern)?

WARUM macht man das, wenn man denjenigen, bei dem man eingeladen ist, nicht mal so gut kennt, um zu wissen, ob der überhaupt Alkohol trinkt und wenn ja was für einen?

Nun, die Flasche Weißwein hat mir die Schuhe ausgezogen und an den Roten will ich gar nicht ran. Er steht nun neben den anderen Flaschen, die ich ALLE AUCH NICHT WOLLTE UND NIE TRINKEN WERDE!

Jeder, der mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich trockene südliche schwere Rotweine mag und z.B. spritzige kräftige Rieslinge ohne Hauch von Süße und keine von der Sonne verschonten leichtflüchtigen stahlausgebauten Tropfen, die ja nicht per se schlecht sind – nur ich will sie nicht haben. Gerne irgendwo einen Schluck probieren, um an Erfahrung zu gewinnen, immer auf der neugierigen Suche, aber nicht eine Flasche als Geschenk.

Jeder, der meinen Mann kennt, weiß, er trinkt fast nichts und dann eher weiß – nicht süß. WARUM bekommen wir ständig Rotweine, die wir nicht wollen?

WARUM um alles in der Welt ist das NETT?

Es ist NICHT nett, seine Bekannten und Freunde anzulügen mit einem „Oh, ein schöner Wein, Danke sehr. Das ist ja lieb.“

Warum? Ich sage – auf Nachfrage -, dass ich keine Weihnachtsplätzchen backe, weil ich gar nicht so auf Süßes stehe und mir das ganze Geesse von süßen Sachen viel zu viel ist die Tage und dann bekomme ich eine Tüte süße Weihnachtsplätzchen als Antwort?

Ich bedanke mich höflich, als ich einen ungefragten ganzen trockenen Honigkuchen bekomme und sage „er war lecker aber bitte bitte mach mir keine Weihnachtsplätzchen. Ich stehe echt nicht so drauf und will nicht so viel essen.“

Und schwupp Tage später bekomme ich eine große Tüte Selbstgebackenes. Warum?

Warum in aller Welt meinen die Leute man freut sich darüber?

Ist es tatsächlich so, dass alle Menschen – außer ich – alles essen und trinken egal was so reinkommt und sich darüber freuen, dass sie nicht selbst einkaufen mussten?

Echt jetzt?

Warum gibt einer Geld aus, der es ABSOLUT nicht hat, um dafür eine billige Flasche Wein zu kaufen, nur um etwas in der Hand zu haben? Und er kommt nicht mal wirklich zu Besuch, sondern man trifft sich nur an der Haustür bei uns und zieht dann gemeinsam los.

Ich habe schon Angstzustände, wenn ich irgendwo gefragt werde, ob ich etwas mag. Letztens zum Beispiel sitzen wir zusammen beim Likörchen und ich werde gefragt, ob ich auch Schnaps trinke. Was sage ich unbedacht – aber vorsichtig? „Achja, manchmal schon, so ein richtig guter alter Williams oder so einen edlen Grappa, da gibt es schon gute Tropfen, aber die sind ja auch oft sehr teuer.“

Schwupp, mein Geburtstag steht an und ich bekomme 1 Liter Williams Birne, billigst geshoppt und einfach nur scharf und geschmacklos. „Oh, ein schöner Schnaps, Danke sehr.“

Ja, ich erkenne an, derjenige hat sich Williams gemerkt und war aufmerksam, aber dann war es nur noch billiges Konsumieren.

Nun machte ich den Fehler von einer Rumprobe erzählt zu haben und was es da für verschiedene Geschmäcker gab und wie lange die teilweise im Fass lagern und so weiter. Der Tag rückt näher wo mich eine Flasche weißen Rum für 3,99 vom Aldi erreichen wird… Vielleicht habe ich Glück und dies passiert vor Weihnachten, dann kann ich ihn an einen Glühweinstand verschenken… Was ja auch nicht funktioniert.

Ich habe schon volle Flaschen auf dem Altglascontainer abgestellt – in der Hoffnung, dass ein Armer, Bedürftiger, Obdachloser vorbei kommt. Aber ist das eigentlich wirklich ein netter Zug?

Und dann das Schlimmste von allem: Nippes…

Ein Figürchen, eine Vase, eine Zuckerdose „ich war auf dem Töpfermarkt und da gab es sooooo tolle Sachen, da habe ich Dir was mitbringen müssen, zu meinem Service daheim passt es nicht, aber das ist doch total hübsch.“       „Danke, wie lieb (zu meiner Einrichtung passt es auch nicht – das hübsche Einzelstück).“

Warum das alles? Nein, es ist NICHT NETT.

Und deswegen bringe ich nicht so gerne mit, nicht nur, weil ich wahrscheinlich einfallslos bin. Sondern, weil es den anderen VIELLEICHT (???) auch so geht wie mir mit den Mitbringseln.

Seufz….

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wieder eins oder Silvesternachtische

Ich stand zweieinhalb Stunden in der Küche und es machte mir Freude. Ich bin die, die heute Abend den Nachtisch für die Freunde bringt.
31ster….
Zeit für ein paar Gedanken.

Gedanken süsssauer
dazu einen Milchreisauflauf, gebacken mit Sauerkirschen und dunkler Schokolade

Gedanken süsssauer

Gedanken süsssauer

Das Jahr hatte süsse Zeiten, die sich sauren die Hand gaben. Viele Momente der guten Gespräche, Einsichten, neue Ansichten, Festigen von Meinungen, Verständnis. Es gab sauerkirschige Momente, Tiefs, tiefer als ein Schacht bis zum fernsten Punkt der Milchstrasse. Dann wieder eine Haube aus Schokolade, die mich weitermachen lies. Die kurz das saure vergessen lies, bis zum nächsten Bissen. Die Kirschen sassen tief im süss der Milchstrasse. Zu tief? Zu tief um an 2014 zu glauben. Vielleicht nicht tief genug, um ab und an ein Schokoladenstückchen geniessen zu können.

 
Gedanken cremigfrisch
dazu ein Mascarpone-Löffelbiscuit-Apfelkompott-Tiramisu mit Zimt

Gedanken cremigfrisch

Gedanken cremigfrisch

Das Jahr brachte das cremig-einfühlsame mit sich, es zeigte mir die Gutseite, aufgefrischt mit Apfelstückchen und dem aphrodisierenden Hauch von Zimt. Ein paar Cantuccini hineingebröselt brachten unerwartete Momente für grosse Augen und einem folgenden Lächeln. Ich berührte die cremigweiche Seite des Lebens. Auch lernte ich Gutes an mir kennen, vielleicht ausbaufähiges. Ich stellte manches Kreative her, ich bekam Anerkennung, ich wurde ein besserer Mensch. Ich bin auf keinem schlechten Weg durch frisches Apfelkompott geschwommen, alleine, ob es reicht satt zu machen, bezweifle ich. Mancher Nachtisch war lecker, jetzt fehlt es nur noch an den Hauptspeisen.

Ich wünsche allen da draussen ein volles Menü in 2014. Lecker vom ersten bis zum letzten Bissen.

Slow Food – Genuss fängt bei Leidenschaft an

Ich finde, man ist was man isst. Altbekannt und der Spruch ist ja auch nicht von mir. Man hat nur einen Körper. Essen ist Lebensqualität und Lebensfreude.
So trägt Slow Food doch, wie ich meine, dazu bei, dass es so ist.
Gerade findet die Messe in Stuttgart statt und ich habe gestern mitgewirkt, als Mitglied. Ich habe 6 Stunden in der Vinothek meine Füsse rund gelaufen und trotzdem viel Spass gehabt. Schön, mit Gleichgesinnten zu arbeiten und ehrenamtlich mitzuwirken. Und ein bisschen Wein durfte ich auch verkosten *grins*.
Am Sonntag bin ich nochmals dran. Ich freue mich schon darauf. Dann bin ich das freundliche Helferlein in der Kochwerkstatt und schaue Profis dabei auf die Finger.
Am meisten freut mich der Austausch mit einem lieben Freund zum Thema:
„Wichtiger als alle Gerichte ist aber, dass man zu zweit kocht, geniest und schmeckt. Noch wichtiger ist, dass man dabei Spaß hat und es mit Leidenschaft macht. Kochen sollte nicht nur Spaß machen, wenn man für jemanden kocht, sondern mit demjenigen kocht.
Die Leidenschaft wurde doch in der Küche geboren.“

Die Leidenschaft wurde in der Küche geboren.
Keine Ahnung, ob das wahr ist, aber es ist (könnte sein…) ein wundervoller Einstieg in einen schönen Abend, in eine schöne Nacht, in ein schönes Wochenende, zusammen einzukaufen, zu schnippeln und zu geniesen. Miteinander (sich) geniesen.
So denn wünsche ich allen ein genussreiches Wochenende.
Lasst die Kochlöffel schwingen und fangt das Kochen beim gesund und nachhaltig einkaufen an.
Slow Food.

Weltnudeltag

Ein guter Tag für die etwas andere Nudel. Mein Gericht des Tages: Spaghetti-Kürbis-Auflauf.

Man koche einen Spaghetti-Kürbis am Stück 45 Minuten im großen Wassertopf. Herausnehmen, Innenleben (Kerne, Fasern) herausnehmen und mit einer Gabel das Kürbisfleisch herauskratzen. Das sieht dann Nudel-mässig aus (oberes Bild). Nun das Kürbisfleisch in eine Auflaufform 1 cm hoch einfüllen. Darauf Käsesauce, darauf vorgekochte Brokkoli und Kartoffelstücke schichten. Darüber wieder jede Menge Käsesauce. Rein in den Ofen und 15-20 Minuten backen.

Foto von mirLeeeecker lecker lecker. Zu haben bei „Chez Dagi“.

Käsesauce: Kochsahne, Butter, Sauce Hollandaise (ja, schäm, die aus der Tüte), Kräuter und Schmelzkäse zusammenmixen und aufkochen.

Gilt doch als Nudelgericht, oder? *grins*

Foodwatch fordert – diesmal ohne mich

foodwatch gegen die „heimliche“ Verwendung umstrittener Zusatzstoffe in der Gastronomie. Der Koch hat gar nicht selbst gekocht, sondern kochen lassen. Und zwar nicht von seinem Auszubildenden, sondern von der Industrie!“

Nein, da kann ich nicht mitgehen.

Ich gehe (wie sicher die meisten Menschen dieser Erde) auswärts essen aus diesen Gründen:

  • Keine Zeit zum Selberkochen
  • Lust mich bekochen und bedienen zu lassen
  • Wunsch nach Geselligkeit
  • Einladung, auch Pflichteinladung

Selbstverständlich ist mir in JEDEM Restaurant bewusst (auch in Restaurants, die mit Bio und Frische usw. werben), dass der Inhalt der Essen nicht 100% frische Zutaten haben kann, keine Konservierungsstoffe enthält, oder Glutamat und Konsorten, oder Rinder/Schweinegelatine, …

Aber ganz ehrlich, dass will ich auch nicht wissen!

Sollte ich mir wirklich einbilden, dass „frische Pasta“ extra für meine kleine Portion gerade eben aus der Nudelmaschine kam? Ja, wenn ich dabei zusehen kann, glaube ich das.

Sollte ich mir wirklich einbilden, dass ein vegetarisches Essen nicht Hühner-Gemüsebrühe enthält, weil die Küche nur ein Töpfchen bereit hält? Nein.

Sollte ich mir einbilden, dass die Eier ökologisch korrekt von Freilandhühnern kommen? Nein, da kann ich beim eigenen Einkauf darauf achten und Punkt.

Wie soll ich meinem Gastgeber erklären, dass ich mich vor den Zutaten ekle, wenn ich sie schon lesen muß – auf der Speisekarte präsentiert bekomme – und nichts bestellen KANN?

Essen gehen, heisst und hies schon immer Kompromisse eingehen.

Wenn das Essen nicht schmeckt, kann das den Grund haben, dass frische und ECHTE Zutaten fehlen oder der Koch einfach nicht kochen kann.

Wenn ich essen gehe, will ich es geniesen und nicht WISSEND/LESEND Kompromisse eingehen, die mir das Essen versauen.

Nein an foodwatch. Aberr JA an Restaurants, die bewusst alles richtig machen und damit werben und mir die Chance geben, dort zu essen.

Sin lactosa und Ernährung im Ausland

Kaum verständlich, da geben wir Deutschen scheinbar das wenigste Geld für unsere Ernährung aus und doch sind die Läden bei uns besser ausgestattet. Irgendwie haben wir mehr Auswahl an allem. Ob man das braucht sei mal dahin gestellt… Klasse statt Masse werde ich immer vorziehen. Auch an frischen Sachen, Brot sowieso, sind wie besser und vermeintlich gesünder aufgestellt.
Ganz Frankreich habe ich nach laktosefreien Produkten durchforstet: nichts. Spanien hat tatsächlich eine Milch, einen Käse und einen geschmacksfreien Joghurt. Endlich wieder ein Müsli. Was macht nun also der Franzose und der Spanier mit Laktoseproblemen? Huh. Es ist für mich nicht verständlich, wie heute, wo alle Welt über die Milchunverträglichkeit spricht, die Auswahl noch immer so klein ist.

Interessant ist mal wieder, wie wenig lange ein Baguette dem Hungergefühl wiedersteht, im Gegensatz zu einem habhaften Vollkornbrot. Trotzdem, Baguette und Croissant ist schon echt lecker. Mampf.

Salon de Thé in Séguret und zum Diner nach Arles

 

Séguret ist ein (mindestens nach der Hauptsaison) verschlafenes Dorf im Gebiet Rhône. Malerisch kann man die schmalen Gassen hinauf und hinunter steigen. Dann kommt man irgendwann am Salon de Thé (Bild) vorbei. Tipp: Hier einkehren und einen Cafe au Lait mit Kuchen bestellen. Im Cafe dann am offenen Fenster sitzen und bei einem wundervollen hausgemachten echten Kuchen hinunter in die Provence schauen! Yep!!!

Abend: Der Hunger und der schön verbrachte Tag sagen uns, dass wir heute in Arles Essen gehen. 2 Reiseführer preisen Monsieur Rabanel an, der 2 Lokale hat (das zweite für den normalen Geldbeutel *grins*) und Gemüse aus eigenem Bio-Garten verarbeitet. Mein Vegetarierherz freut sich schon. Leider nicht lange. Die Karte dämpft meine Erwartungen. Die Bedienung bietet mir nach Nachfrage in der Küche einen Salat mit Toast an, den Thunfisch würden sie dann weglassen…. Lecker… Ich weiß, dass es nicht so einfach ist mich zu füttern, aber mit frischem Gemüse prahlen, bei Michelin nen Stern kassieren und dann Toast und Salatblatt?
Raus mit uns und zum Lokal La Bohème. Dort schwelgten wir im besten Gaspacho aller Zeiten, in Ravioli mit frischem Gemüse (oh la la!), in lecker Auberginenauflauf und Dessert für 15€. Der Herr des Hauses bietet besten superfreundlichen Service. Das Ambiente ist mediterran-angenehm. SUPER!
Während ich unter ahs und ohs genüsslich meinen geeisten weissen Nougat mit Himbeersauce löffle, nimmt Oli einen fromage de chèvre mit Olivenöl.

Erinnert an eine Berglandschaft mit Kötteln darauf, sagt er. Schmeckt sehr, aber … die Ziege bleibt ihm erhalten, auch nach einem bitteren Espresso und dreimaligem Zähneputzen. Ich frotzle. Sechs Uhr in der Früh, Oli schleckt draußen die Wiese ab. Ich lächle, denke an meinen Nougat. Sieben Uhr in der Früh, Oli leckt die Baumrinde. Das Zieglein verabschiedet sich …. Hihihi.