eine Weihnachtsgeschichte

Sie lagen eng umschlungen auf einer Ein-Personen-Liege und hatten genug Platz. Die vielen Stimmen und Menschen um sie herum waren bedeutungslos. Sie hatten sich. Sie hatte ihren Kopf auf seiner Schulter. Sie schaute zu ihm auf, lächelte ihn an und sagte: Du bist der Himmel, die Sonne, die Sterne und der Mond in unserer Welt.
Er sah zu ihr hinunter, lächelte und sagte: Und Du bist meine Fee darin.

Es klingelte rot-silbern aus der Ferne, fast nur für ihre Ohren. Sie sahen sich tief, voller Gefühl, in die Augen.
Die Welt stand für den Flügelschlag eines Engels still. Die meisten auf der Welt merkten nichts davon. Viele zwinkerten verdutzt und gingen ihrer Tätigkeit weiter nach. Manche hielten inne, dachten an ihre Liebsten, machten den Mund zu und sprachen ihren Satz zu Ende, wenn sie konnten. Manche schauten sich um und fragten sich, was geschehen war. Die, die schliefen, lächelten kurz im Schlaf.
Die Engel jubilierten und sendeten mit dem Weihnachtsmann goldene Regenbogen und silberne Sternschnuppen als Geschenke in die Welt.

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Weihnachtsfeier im März

Da war sie wieder, die letztjährige Weihnachtsfeier. Vor vielleicht 7 Jahren beschloss der Freundeskreis die Weihnachtsfeier zu verlegen. Im Dezember hat doch keiner Zeit für so was. Nun war es soweit. Da sind sie, die die man nur einmal im Jahr sieht, neben denen, die man immer wieder sieht und lustige und ernste Frei-Zeiten miteinander verbringt. Wieder ein bisschen grauer geworden. Wieder ein bisschen dicker, die wenigsten werden dünner, aber die meisten halten sich. Da sind sie, fühlen sich erstmal unwohl. Weihnachtsfeier, uff, was redet man mit den Leuten, kommt man über das „Hey, auch da“ hinaus? Wie hält man das Gespräch in Gang…. sitze ich doch dem gegenüber, den ich schon vor Jahren nicht leiden konnte, aber ich lächle freundlich und lasse mir nichts anmerken. Der Lauf des Abends zeigt, er ist nicht mehr so ein Vollpfosten. Dann winkt mich die liebe Beate heran, es hat keinen Platz, also zieht sie mich auf ihren Schoss und wir labern über DiesundDas. Dann Golle, sieht jedes Jahr besser aus, mit seinem grauen Bart. Dort der Schönling von einst, sieht nun nicht mehr gut aus. Die Festsau will um neun heim (aber ich bin die Fahrerin, hähähä) und die Festsäuin geht um halbzehn, wegen den Kindern. Der Freak ist jetzt Businessman und der Verschlossene Vertriebsaussendienst, erfolgreich.
Ich rede nach links und rechts und setze mich viermal um. Die Luft ist Ouzo-geschwängert und von Lachen erfüllt. Spät wird es, also früh. Die, die sich unwohl fühlten sind immer noch da. Ich mit ihnen. Toll sie über die Jahre zu erleben und mitzuleben.

Weltuntergang, dated für morgen

Ist es nicht absolut grenzenlos cool?

Da kann man ab sofort in einem Katastrophenbunker wohnen, schick eingerichtet und gar nicht so teuer. Das wird echt verkauft!

Aber äh… hab ich was nicht verstanden, ich meine, die Welt geht unter, warum brauche ich da noch ein Wohnzimmer ?

Auch gut: Carepakete: für mal locker einen Monat Nahrungsmittel – aber äh… hab ich was nicht verstanden, ich meine, die Welt geht morgen unter, warum brauche ich da noch ein Nahrungsmittelpaket ?

Richtig gut, finde ich aber die Idee einer namhaften Versicherung, die für ein 50Euro-Schnäppchen eine Versicherung anbietet, die Millionen auszahlt, wenn die Welt untergegangen ist.

Saugut! Ich möchte wissen, wie viele Leute – also wahrscheinlich die, die auch das Nahrungsmittelpaket im Haus haben und morgen in ihren Bunker ziehen – sich derart versichert haben.

Wow, Leute, Dummheit kennt keine Grenzen.

Sei es drum, meine Dummheit ist die Größte von allen. Ich rackere wie eine Verrückte, schiebe Stunden bei Arbeit und habe diese Woche noch nicht mal angefangen, das Leben zu genießen, wie blöd ist das denn?

Ich meine, ääääähhh…., die Welt geht doch unter…. Da könnte man sich doch auch den leiblichen Vergnügungen hingeben, guten Wein trinken, ein letztes gutes Buch lesen bei schöner Musik, und auch sonst wie mit ein paar Freunden das Leben genießen?

 Also, Leute, bis die Tage oder auch nicht.

Falls das mit dem Weltuntergang nichts wird, wünsche ich mal pauschal schöne Weihnachten, gebt alles, singt schön und lasst Euch Beschenken.

Wichteln für Fortgeschrittene

Heute gab es den grossen Kaffeeklatsch mit Wichteln im Fitnessstudio. Wichteln kennt jeder: jeder bringt etwas mit und es wird dann irgendwie ausgetauscht. Ich hatte das Vergnügen viele viele Jahre nicht mehr. Das Thema der mitzubringenden Dinge war: Scheusslichkeiten.eigenes Foto
Nachdem nun aber jeder (etwa 20 Leute) unter grossem Hurra seine Scheusslichkeit hatte und ausgepackt war, setzten wir uns alle im Kreis. Gruppentherapie? Nein, 2 Würfel kreisten und bei jedem Würfeln musste man bei 1 und 6 seinen Wichtel gegen einen anderen eintauschen. So ging es Runde um Runde, unter grossem Gelächter. Am Schluss hatte jeder eine mehr oder weniger grosse Scheusslichkeit und hatte jedes Teil bestimmt einmal kurz im Besitz. So macht Wichteln Spass. Am Schluss hatte ich einen brutal hässlichen Kunststoffadventskranz. Den wollte dann wirklich eine im Nachgang eintauschen, man glaubt es nicht, das Ding war wirklich der Hauptgewinn unter den Scheusslichkeiten. So sind die Geschmäcker… Hier nun mein zweithässlicher Wichtel. Er wird meinen Haushalt nicht lange zieren….