12,5 Stunden, Badewasser im Kopf und Villa Terlina/Gradale/2008

Ist es nicht interessant. Nach 12,5 Stunden Arbeit schwirrt es in meinem Kopf….

Maloche – das Gefühl kein Leben zu haben – Springen von Projekt zu Projekt – Überreden – Diskutieren – Sinnlosigkeit – Verantwortungsbewusstsein – alt werden – Don Quijote – Lesebrille – Papierkram – Aufträge – Angebote – Terminpläne – Kunde – Lieferant – Muster – Serie – dies und dann das – grüne Mappe – Puls fühlen – fertig machen – Uhr schauen – das noch …

Es nimmt kein Ende und ich erinnere mich an das Bild, welches ich vor einiger Zeit  gemacht habe. Einfaches Badewasser. Und es zeigt genau das, was in meinem Kopf gerade los ist. Mein Abendessen besteht aus einem Stück Weichkäse, einem Knäckebrot und, heute musste ich einen Tropfen aufmachen, aus einem schönen Roten: Villa Terlina/Gradale/2008 und  Hmmm… Hochgenuss schlorgt durch meinen Körper. Ich bin voller Energie oder auf 180, man weiß es nicht so genau. Wahrscheinlich wäre eine Yoga-Übung besser als ein Roter und doch muss ich weitertippeln, finde keine Ruhe und habe die Worte eines lieben Freundes im Ohr: Du findest keine Zeit zum Schreiben. Dabei bin ich voll. Voll von Geschichten. Voll von Gefühlen. Voll von Worten. Oh Herr lass Zeit auf mich nieder rieseln.

wirr

wirr

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Wermutstropfen

Ist es nicht dekadent?

mas-sinenHier sitze ich, hatte einen langen Arbeitstag und verdiente mir so einen richtig guten Tropfen aus dem Weinkeller. Mas Sinen aus dem Priorat, ein 2006er, voller Genuss, voller Kraft, voller Sonne. Locker ein 19-Punkter. Sonne, die mich bald durch einen Inselurlaub begleiten soll. Aufrechterhaltend packe ich ein Wenig vor mich hin. Kann einfach wohin fahren. So bin ich hier, mit meinem Tropfen, geniese und denke über die Unsinnigkeit der Welt nach.

Erst ruft Frau Merkel zur Gedenkminute ein für all die Opfer, die durch die Waffen der ISIS starben, um dann zu verkünden, dass man Waffen liefern soll und muss. Krank oder? Eine „Gedenkminute“ für die Opfer, die damit zu Opfern führen. Dann Präsi Cafe Latte, Inhaber eines Friedensnobelpreises. Das „Netzwerk des Todes“ muss man vernichten. Dann die erste Waffenlieferung nach da unten, weit weg (?), um echt richtig Kohle zu machen (Deutschland, drittgrösster Todes-, äh, Waffenlieferant der Welt),… äh, um das Netzwerk des Todes zu zerschlagen. Und dann noch in den Tagesthemen „gestern die Achse des Bösen, heute Partner“. Da wären wir wieder, beim Moralaustausch, wie er gerade ins Bild passt.

Es ist alles so krank. Ich trinke meinen guten Rotwein. Höre verdammt laute Musik, tanze mich frei und versuche zu überleben. In einer privilegierten Ecke der Welt, die meint eine andere verstehen zu wollen, mal links, mal rechts einmischen. Das Einmischen in Afghanistan hat nicht funktioniert, im Irak nicht, Ruanda nicht, die Kurden schonmal nicht, Israel nicht. Und so produzieren wir fleissig weiter diese todbringenden Stahlteile und wundern uns über wieder 700000 Leute, die bei uns überleben wollen. Henne oder Ei.

 

was wieder bewiesen ist: ohne Wein ist das Leben lustlos und blass

Aaaah, was soll ich sagen… ja, es geht immer noch besser. Frau darf aber auch sagen: 20 von 20 Punkten sind eben 20 von 20 Punkten.

Wein!Zum den harten Tag zum Abend zur Nacht werden lassen, einen herrlichen Weisswein Dame Jeanne 2009 von der Bergerie du Capucin beim Pic Saint-Loup. Weich wie Sahne, kräftige Frucht, an warmes Badewasser auf der Haut wohlfühlend erinnernd. So vor 3 Jahren kam ich ganz zufällig an diesem kleinen feinen Weingut vorbei und probte mich durch und lagerte ein, ein bisschen weiss und rot. Danke an Monsieur Guilhem Viau an die köstlichen Proben damals.

Zum lustvoll ins Käsebrot beissen und ein wertvolles Gespräch führen einen Rotwein. Der Cuveé La Carissa 2007 aus dem Roussillon von Monsieur Razungles. Ich habe schon einmal über ihn geschrieben, 2012. Damals ein Gedicht, heute ein Gedicht mit dickem I-Pünktchen und frisch nachgekauft. Butterweich kräftig und gaumenumschmeichelnd, hineinschmatzend läuft er in die Kehle, singt dabei ein Lied und gluckst lachend in den Magen.

der gemeine Schwabe, internationalisiert oder Mencia – 2007 – Bierzo

Der gemeine Schwabe liebt seine Brezel. In jeder Form.
Heute gab es bei mir Nudeln in Brezelform, mit echt italienischem Pesto vermengt, Käse drunterdrüber, Tomatenwürfel vom Balkon und rinn in den Backofen. Lecker das.
Dazu und danach einen lecker Wein aus Spanien. Terras Cúa mit der Jakobsmuschel vom Weg nach Santiago de Compostela. Die Mencia-Traube, ganz eigen aus dem Gebiet Bierzo. Hmmmmm, que sabor, que camela a mi nariz, que notas de fruta, que pomada por mi garganta, que color de mil uvas maduras que construyen esta bebida.
Für schwabenmässige 10 Euro zu haben und 19 von 20 Dagi-Punkten wert.
Mencia 2007

Esculle – Tempranillo – 2004 – Rioja – Weingeflüstervideo

hmmmm. Einfach vollendet rund, wohlig, weich, geschmacksintensiv, personalisiert, lang, tiefrot, voll, Kirsche, Fass, Kräuter, Meer, Berge, Weite.
Esculle de Solabal
100% Tempranillo
von J.Gury & C.Froc
29 Euro

10 von 10 Dagipunkten

Und hierzu dieser Song.
Liiiiike it.
Holy shit, it’s a long time before the next day and I’m drunken, ready to go to bed without brushing my tooth, becauce can’t do it. ….. 14,5%Vol.
:-))))

Grenache – 2007 – Languedoc Roussillon und die Bürgerabstimmungen

Das Wochenende ging vorbei, ein herrlicher Roter war mein Begleiter. 55 Grenache, 20 Syrah, 15 Carignan und 10% Mourvedre. „Clos des Vignes“ von der Domaine Gardiés/Frankreich. Ein Gedicht aus 2007, ein Zungenumschmeichler.

Ich habe mich dreimal sportlich ausgepowert und bin 4 Stunden durch den Wald gewandert, ich habe viel gelesen, ich habe mit Freunden gelacht, ich habe mich über das nicht mehr funktionierende Finanzsystem aufgeschlaut, ich habe gearbeitet, ich habe lecker Risotto gekocht.
Ich habe den Bürgerentscheid in Überlingen über die Landesgartenschau verfolgt (und seit nun Jahren nicht verstanden warum die jemand will). Eine Wahlbeteiligung von 51,9% ist eigentlich so schlecht nicht, aber leider heisst das trotzdem, dass es den Bürgern weitestgehend egal ist. Wie auch die Volksabstimmung 2011 zu S21. Die hat gerade mal 48,3% der Bürger interessiert.
Und immer noch denken die Wähler und Nichtwähler in der Mehrheit, für all dieses Zeug hat Deutschland Geld übrig. Sie werden sich umschauen, wenn es an unsere Spareinlagen geht. Happy Bürgerentscheid. Aber dafür gibt es dann einen Sommer lang ein paar Blümchen mehr in Überlingen. Gratulation dazu.

Zu was all meine Aktivitäten? Für ein bisschen Genuss und etwas Frust über die Geldmarktantistrategien? Für ein bisschen Endorphin und Bedenken nicht mehr an Gold ranzukommen um in Zukunft mein Brot mit Unzen zu bezahlen statt mit nichts?
Wo führt so eine Woche voller Arbeit und ein Wochenende voller Rasanz von einem „Stress“ zum anderen hin?
Was bleibt? Der Genuss des Rotweins im Gaumen und ein warmes Bett um hineinzuträumen von einer besseren Welt.
Hätte doch unser guter Ernesto (Che) Guevara das Geld damals abgeschafft bekommen. Freier Wein ohne Bezahlung für freie Denker, äh Bürger.

2003 – Toscana

Argiano-Il duemilatre di Argiano
Mein guter Freund hat seinen besten Rotwein aus dem Keller gezogen und ich habe den Käse aus Andalusien und den frisch eingeschleusten aus dem Emmental dazu gefügt. Wohlig rann er durch die Kehle. Der Abgang ist etwas zu verhalten. Aber weich und rund im Geschmack. Die Nase könnte mehr vertragen.
18,5 von 20 DagiPunkten

Dazu ein passendes Zitat für diese Woche…

(Bild von mir)

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