Lacto-VegganerIn

Man glaubt es nicht … viele Leute wissen nicht, dass ein Vegetarier keinen Fisch ißt und sie haben noch nichts vom Pescetarier gehört … und nun braucht die Welt also den Vegganer …
Es gibt den Ovo-Lacto-Vegetarier und den Lacto-Vegetarier … wäre nicht nun der Ovo-Vegetarier näherliegender als eine neue Wortschöpfung, die man nur geschrieben vom Veganer unterscheiden kann?

Hallo, ich bin Vegganer – mit Doppel-G.
      Fragendes Gesicht.
Naja, Doppel-G wie bei Egg, dem englischen Ei.
      Achso… äh, Du ißt also nur Eier?
Nein, nein, aber auch.
Und überhaupt, hat der Wortschöpfer schon nachgedacht, dass man von den Veggies spricht, wenn man Vegetarier meint (weniger gebräuchlich ist tatsächlich das hier richtiger erscheinende Vegie) ?
Damit wären also alle Vegetarier automatisch Eggies … oder doch Milchies?
Häh?
Die Welt ist ein merkwürdiger Ort … Mahlzeit …
Ich beiße beherzt in mein vegetarisches Käsebrötchen, belegt mit einem Ei und nenne mich fortan Lacto-Vegganer. So, des ham‘ wr‘ nun davon.
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Quelle: Zeitschrift über Nahrung/Essen (genauen Titel habe ich leider nicht notiert)
Habe nach Recherche allerdings festgestellt, dass es die Wortschöpfung seit ungefähr Anfang 2016 gibt. Ich bin also spät dran *zwinker*
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Hungersnot in Deutschland

KaiserschmarrenGestern: Oh mein Gott… Mir geht es so schlecht. Gestern, gut zugegeben durfte ich den Tag mit 4 Stunden Arbeit beginnen, das war ein Lichtblick! Aber dann muste ich 4,3 Stunden bei bestem Wetter in wunderschönster schwäbischer Landschaft mit dem guten Freund Andi und bester Konversation wandern gehen, musste mir Obst von den Bäumen klauen und dabei spitzbübischen Spass haben. Und nun? Wie wenn das nicht alles der Horror wäre (jetzt wieder Mitleid bekunden bitte), muss ich jetzt mein bestes Kaiserschmarrenrezept vernaschen mit dem Kompott meiner Diebesware. Heul!

Weg-des-toten-ObstesHeute: Ich laufe über einen Weg am Ortsrand, latsche durch das Obst, bodenbedeckend: Zwetschgen und Mirabellen. Liegen da, vom Baum gefallen, verreckt. Niemand hat es nötig – in diesem Deutschland, wo es doch laut Presse auch Hunger gibt und Armut wie in der dritten Welt – dies aufzusammeln, rechtzeitig. Verrecken lassen. Sich zu fein sein, es aufzusammeln, sich zu fein sein, es nach Hause zu tragen, etwas daraus kochen, etwas damit machen, es einfach lecker roh essen.

Ist es nicht eine verrückte Welt? Oder gar einfach nur eine privilegierte. Ja, ja wir wissen schon, es ist ein gutes Obstjahr. Die Bäume hängen voll und voller. Und dann kommt ja noch dazu, dass man das Essen lieber verrecken lässt, als es zu verschenken. Ist es das? Was ist es, dass ich gestern ganz kurz ein schlechtes Gewissen hatte? Beim Diebstahl? Und heute denke ich, hatte hier in Deutschland wirklich schonmal jemand Hunger? Wenn diesen Weg mein Freund in Kuba und mein Patenkind in Mali sehen würde, würden Sie denken hier ist das Schlaraffenland und damit hätten sie recht. Schade, dass für uns das alles normal ist, sich keiner mehr Gedanken macht über Essen, welches verreckt.

Slow Food und Johann Hugo – 2012 – Riesling – Franken

Es war einmal …
ein verdammt netter Abend auf der Messe Slow Food in Stuttgart. Ich habe meine ehrenamtliche Helfertätigkeit ausgeführt. Habe fleissig gelächelt, mit der Kundschaft der Vinothek gescherzt und gebrauchte Gläser eingesammelt. Ich habe Weinflaschen ausgetauscht und jede Arbeit gesehen und erledigt. Dann kam der Feierabend und wir (Weinberater und ich Helferlein) probten uns durch die Weissweine. Ich las mich ein und versuchte ein paar interessante Tröpfchen. Wir redeten über Gott, die Welt und Wein. Also über ein göttliches weltweitverfügbares Getränk 🙂
Der Johann Hugo. Ich probierte, er war sympathisch. Ich ging gleich fremd und probierte jenen und andere. Dann wieder Johann, dagegen ein Badener, ein Württemberger, ein solcher, ein jener. Johann. Keiner kam an ihn ran. Die Stunden verflogen, die Füsse, die seit 7 Stunden ungeruht an den Beinen hingen wurden schwer. Johann musste sich behaupten, bis ich ein Bestellformular ausfüllte.
Der Johann kam in einem grossen Karton und wohnt nun im Keller und im Kühlschrank. Kalt geöffnet, goldgelb plätschert er ins Glas. Frische, Aromen machen sich fett im Mund breit, mit dem Temperaturanstieg wird er weicher, die Textur wird dick. Kohlensäure Fehlanzeige, Frische ja, Säure nein. Die Nase ist deutlich Weisswein, der Mund geht in sanften Rotwein über. Ja, er könnte ein bisschen mehr Frische haben.
Johann Hugo mit Spargel-SpätzleDann aber meine neue Zufallsgeneration dazu. Die Küche hat sich auf Spargel eingestellt … aber nichts dazu zu bieten. Ich schaue in die Schränke. Schwäbische Eierspätzle. Gut, Kochwasser angesetzt. Spargel gestückelt und die letzten 8 Spätzle-Minuten mit gekocht. Un Nu?
Schrank wieder durchforstet. Italienisches Walnusspesto mit 24% Walnüssen. Gesehen, getan.
Nach Abgiessen des Wassers ordentlich Pesto dazu und kurz angewärmt.
Hey, mit Johann ein Gedicht! So einfach und die Texturen von Gericht und Wein passen optimal aufeinander. Ergänzend!

Da die Frische fehlt und die cremige Fülle fast zu viel ist, bekommt Johann nur 18,5 von 20 DagiPunkten und doch bin ich froh um jede weitere Flasche, die meinen Keller beehrt.
Nun bewirte ich ihn im zweiten Versuch mit einem kräftigen Hartkäse, Comté. Wie passend ist das denn! Ein weiterer freudiger friedlicher Abend mit Johann.

Johann Hugo, Riesling, Spätlese trocken, spontanvergoren, aus der Steillage, handverlesen und selektiv, Slow Food, Weingut Brennfleck/Franken,13 Vol.proz. und ja, die merkt man auch.

wieder eins oder Silvesternachtische

Ich stand zweieinhalb Stunden in der Küche und es machte mir Freude. Ich bin die, die heute Abend den Nachtisch für die Freunde bringt.
31ster….
Zeit für ein paar Gedanken.

Gedanken süsssauer
dazu einen Milchreisauflauf, gebacken mit Sauerkirschen und dunkler Schokolade

Gedanken süsssauer

Gedanken süsssauer

Das Jahr hatte süsse Zeiten, die sich sauren die Hand gaben. Viele Momente der guten Gespräche, Einsichten, neue Ansichten, Festigen von Meinungen, Verständnis. Es gab sauerkirschige Momente, Tiefs, tiefer als ein Schacht bis zum fernsten Punkt der Milchstrasse. Dann wieder eine Haube aus Schokolade, die mich weitermachen lies. Die kurz das saure vergessen lies, bis zum nächsten Bissen. Die Kirschen sassen tief im süss der Milchstrasse. Zu tief? Zu tief um an 2014 zu glauben. Vielleicht nicht tief genug, um ab und an ein Schokoladenstückchen geniessen zu können.

 
Gedanken cremigfrisch
dazu ein Mascarpone-Löffelbiscuit-Apfelkompott-Tiramisu mit Zimt

Gedanken cremigfrisch

Gedanken cremigfrisch

Das Jahr brachte das cremig-einfühlsame mit sich, es zeigte mir die Gutseite, aufgefrischt mit Apfelstückchen und dem aphrodisierenden Hauch von Zimt. Ein paar Cantuccini hineingebröselt brachten unerwartete Momente für grosse Augen und einem folgenden Lächeln. Ich berührte die cremigweiche Seite des Lebens. Auch lernte ich Gutes an mir kennen, vielleicht ausbaufähiges. Ich stellte manches Kreative her, ich bekam Anerkennung, ich wurde ein besserer Mensch. Ich bin auf keinem schlechten Weg durch frisches Apfelkompott geschwommen, alleine, ob es reicht satt zu machen, bezweifle ich. Mancher Nachtisch war lecker, jetzt fehlt es nur noch an den Hauptspeisen.

Ich wünsche allen da draussen ein volles Menü in 2014. Lecker vom ersten bis zum letzten Bissen.

der gemeine Schwabe, internationalisiert oder Mencia – 2007 – Bierzo

Der gemeine Schwabe liebt seine Brezel. In jeder Form.
Heute gab es bei mir Nudeln in Brezelform, mit echt italienischem Pesto vermengt, Käse drunterdrüber, Tomatenwürfel vom Balkon und rinn in den Backofen. Lecker das.
Dazu und danach einen lecker Wein aus Spanien. Terras Cúa mit der Jakobsmuschel vom Weg nach Santiago de Compostela. Die Mencia-Traube, ganz eigen aus dem Gebiet Bierzo. Hmmmmm, que sabor, que camela a mi nariz, que notas de fruta, que pomada por mi garganta, que color de mil uvas maduras que construyen esta bebida.
Für schwabenmässige 10 Euro zu haben und 19 von 20 Dagi-Punkten wert.
Mencia 2007

Noch mehr Quatsch zum Veggie Day

Mensch, mensch, mensch. Ich wollte doch nicht politisch werden. Veggie Day. Was soll das sein? Füllen des Sommerlochs? Ein sich-rausschiessen aus dem Wahlkampf?
Ich bin Vollblut-Veggie und bekenne mich hiermit NICHT zu diesem Schwachsinn. Dem Deutschen, wie fast jedem anderen auf der GANZEN Welt (ja, ich bin schon viel gereist und habe viel fleischlose Kost gesucht und nicht immer gefunden), ist das fleischige und wurstige das liebste Kind auf dem Teller. Statussymbol. Niemanden hat man jemals zu irgendetwas erzogen mit einem Verbot. Der Veggie Day wird höchstens zum heimlich essen führen. Wie der gute Freitag zur Maultasche führte (Gott sieht nicht in den Teigfladen) oder das Schwein in der deutsch-türkischen Küche landete (Allah sieht nicht durch deutsche Dächer). So werden die Grünen nicht in unsere Töpfe sehen und uns einen Strafzettel geben können. Oder kommen wir ins Raster, wenn wir künftig donnerstags Fleisch einkaufen? Hah, der Supermarkt meldet unsere EC Karte direkt durch zu Prism! Der Kreis schliesst sich. Nachbarn werden zur Überwachung angehalten und Kollegen müssen Wurstwecken dem Chef melden, der es an den BND weitergibt. Schade, dass die Grünen dann nicht mehr in der Politik sind, weil die haben dann die 5% Wurst- äääh Sitzeanteile nicht mehr geschafft und bevormunden sich künftig gegenseitig, zwischen zwei Tofuschnitzeln.
Ne, echt, so geht Aufklärung nicht. Wieder eine grüne Enttäuschung.

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Buch Tipp: Symbiose der Macht

Buch von Michael von Dexheim.
Um was geht es?
Um unseren Körper, unsere Gesundheit, unsere Krankheiten, unsere Nahrungsaufnahme. Um sinnlose Medikamentation.
Herr von Dexheim beschreibt, offenbar bestens recherchiert, wie wir von der Pharmaindustrie, von den Ärzten aller Fächer und auch der Nahrungsergänzungsmittelindustrie mit all dem versorgt werden was gutes Geld einbringt und uns vielfach schadet. Ein Buch für gute Nerven, da man am Schluss weiss, dass man niemanden trauen darf oder viel mehr soll.
Ich bin hin- und hergerissen. Seine Studien sind gut, seine Erklärungen durchweg sinnig, einleuchtend. Andererseits, … will jemand der Krebs hat, wirklich wissen, dass ihm keine Chemo und kein Medikament hilft und er Kraft gesunder Lebensweise wieder gesund wird bzw. nie Krebs bekommen hätte? Will ein Freund von mir, der sein Kind mit 3 Jahren an Leukämie verlor, wissen, dass er mit der ganzen Chemo und den Medikamenten nur schadete, den Lebens(Sterbe)prozess verkürzte und die Pharmaindustrie reich machte?
Vieles was von Dexheim schreibt ist ja auch logisch, dass jeder Industriezweig in erster Linie Geld verdienen will und muss und erst in zweiter Linie das Wohl der Menschen im Sinn hat, ist doch klar. Das Ärzte und Wissenschaftler genau so käuflich sind, wie andere Berufsgruppen leider auch. Ich gebe dir Geld, sage mein Medikament ist super. Korruption gibt es in jeder Branche.

Ja, ich empfehle das Buch. Es regt an und sagt mir mal wieder, dass Leichtgläubigkeit gefährlich sein kann und der gesunde Menschenverstand nicht ausser Acht gesetzt werden sollte, auch und gerade dann, wenn man krank wird.
Hilft das Buch zum Vorbeugen? Keine Ahnung, da wären wir mal wieder beim Genuss und wo fängt Fanatismus in der Nahrungsaufnahme an oder Misstrauen gegen Ärzte und alles. Kann man alleine durch Kraft der Gedanken gesund sein/bleiben? Ich bezweifle es. Ein Kranker braucht doch auch die Hoffnung in die Therapie um weiterzuleben. Denke ich.