Weltfrauentag oder wer hat Angst vor dem schwarzen Mann

Heute Nacht lag ich wach in Grübeleien und habe dann eine Zeitschrift aufgeschlagen um darin Ablenkung zu suchen. Eine interessante Buchbeschreibung. Deborah Feldmann „Unorthodox“. Frau Feldmann schreibt über ihr Leben als Jüdin in New York bei der Gruppierung der Satmarer. Eine der rasant wachsenden Gruppierungen der sehr orthodoxen Juden.

Tanzen: verboten. Assimilierung: nein, keinesfalls, dafür war die Strafe Gottes der Holocaust. Sex zum Spaß: nein und grundsätzlich nur an fruchtbaren Tagen ohne Verhütung erlaubt. Nachkommen zeugen: ja, viele. Frauen dazu fragen: nein. Zwangsverheiratung: ja. Studium der heiligen Schriften: nur Männer. Fernsehen, Internet, weltliche Bücher, Kontakt zur Außenwelt – also Bildung: schädlich. Vergewaltigung von Mädchen, gerne innerhalb der Familie: normal. Scheidenverkrampfung: bei Satmarerfrauen überdurchschnittlich hoch, wegen Zwangsehe, völligem Fehlen von Zärtlichkeit, Musssex. Perücke, Kopftuch, am besten Kopfhaare rasieren: ja, damit nichts den Mann „anmacht“. Rock über die Knie und am besten mit Nadeln an den Waden festmachen, damit er im Wind nicht hochrutscht.

Frauenrechte: Fehlanzeige.

Und wir denken immer an den Islam, wenn es an die Unterdrückung der Frau geht …

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in seinem, Allah’s, Namen ?

aus Spiegel Online 17.07.2015:
Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat in Syrien Aktivisten zufolge im Ramadan 94 Fastenbrecher gekreuzigt und ausgepeitscht. Die Opfer seien dafür an zentralen Straßen und Plätzen in Eisenkäfige gesperrt worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie seien bestraft worden, weil sie tagsüber etwas gegessen hätten. Unter den Bestraften in den vergangenen vier Wochen waren demnach auch fünf Minderjährige.

Ich nehme an, der Islamische Staat hat einen besseren Draht zu Dem Einen, wie die normalen Normalo-Bürger und sie wissen deshalb, dass Der Eine sich ein solches Verhalten wünscht.

All jenen, die den Ramadan begehen, zolle ich meinen Respekt, denen, die mit ihren Familien diese Zeit erleben, bewusst leben, gottesfürchtig sind und ihren Glauben in Frieden leben. Und auch denen, die es nicht schaffen – aus welchen Gründen auch immer – und auch den Minderjährigen, die nicht die Kraft hatten von Sonnenauf- bis untergang.

Ersatzkultur, Kultur ersetzt

„Wintermarkt“…
jetzt haben wir also schon Angst Weihnachtsmarkt zu sagen…
ob das etwas mit Toleranz zu tun hat? Oder einfach nur mit Angst vor Übergriffen auf einen Weihnachtsmarkt, da da ein christliches Wort drin ist? Deutschland bekommt also sicher den most wanted award das toleranteste Land der Welt zu sein. Ich bin sehr stolz auf dieses Award-Land. Toleranz steht auch bei mir ganz oben.
Für mich ist Wintermarkt ok, schliesslich sind seit Jahren am Ostermontag im ganzen Land Flohmärkte, also Ramschverkäufe gleich nach dem christlich wichtigsten Feiertag – more important than christmas. Der Weihnachtsmann ist sowieso die Erfindung von Coca Cola, dass wird den Kinderchen schon in der Wiege erklärt. Nennt sich dann wahrscheinlich offene ehrliche Kommunikation. Und zum Nikolausi gibt es Geschenke, wie an Weihnachten oder wie an Ostern. Kann man sich raussuchen. Ich frage mich ernsthaft, wie ich gross geworden bin und auch noch eine wirklich sehr schöne Kindheit hatte, mit nur einem Stiefelchen voll Mandarinen und Nüsse und ein wenig Schokolade. Gut zugegeben, ich habe immer das grösste Stiefelchen raus gestellt, die Gier halt… Auch zu Ostern gab es im Moosnest einfach bunte Eier und nicht ein Mountainbike (ein Fully, mit Scheibenbremsen), die neue Xbox und eine Reise nach England.
Deswegen passt auch der Begriff Wintermarkt gut in die Kommerzreihe. Mit Kultur hat all das nichts mehr zu tun. Es lebe die Wirtschaft, wahlweise die Angst. Haben wir eigentlich noch irgendeine Kultur? Bei meinen Reisen im In- und Ausland suche ich oft in meinen Gedanken „was ist deutsche Kultur“… ich wurde auch schon gefragt, im Ausland, ich hatte keine rechte Antwort, der Gegenüber immer, über sein Land…
nun wieder ein Argument weniger. Die Kultur der Weihnachtsmärkte und der Gedanke von Weihnachten, seinen Lichtern und Gaben (Gaben, nicht Geschenke, die jeden Normalverdiener ruinieren).
Aber als Kultur können wir weiterhin das Münchner Oktoberfest gelten lassen, puh, das ist unsere letzte Bastion! Die geht immer, im Ausland, und die dumpftextige blasmusikuntermalte Gesangeskunst wird ja manchmal tatsächlich (auch hier) „Volksmusik“ genannt. Nun, wenn uns sonst nichts mehr bleibt, dann ist das halt unsere „Kultur“. Ich werde wohl 2015 in Deutschland verbringen, damit ich nirgends in Erklärungsnot gerate.
Na dann, auf zum nächsten Wintermarkt, einen Glühwein zwitschern und dazu HipHop hören, die über den Marktplatz schallt – auch das ist mir letze Woche passiert, es war wirklich stimmungsvoll.

Frohe Weihnachtszeit, äh Winterzeit und frohe winteren (klingt jetzt noch ein bisschen blöd, wird sich aber durchsetzen)!

Religion, geht auch unfriedlich, mal wieder

So so, schaut Gott da gerade in eine andere Richtung oder wie ist dieser pazifistisch angezogene Mann zu verstehen? Aber wir erinnern uns, Religion und Krieg war und ist ja meist nah beieinander. Fragt sich auch oft wer wen mehr beeinflusst…..?

Zum Ukraine-Konflikt. Aus Ausgabe 34 stern

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Filmtipp: Sozialkritik vom Feinsten

Heute möchte ich 2 ausgezeichnete Filme vorstellen. Derzeit aktuell im Kino. Must see!

 

Qissa – Der Geist ist ein einsamer Wanderer (Indien/Deutschland 2014)

Bild aus dem Web

Bild aus dem Web

„Religiöse und ethnische Konflikte führen im Jahr 1947 zum Auseinanderbrechen von Britisch-Indien und zur Gründung der beiden unabhängigen Staaten Indien und Pakistan. Wie viele seiner Zeitgenossen ist der Sikh Umber Singh dazu gezwungen, seine Heimat zu verlassen und sich in der Fremde eine neue Existenz aufzubauen. Um seine eigene Identität dort zu kräftigen, braucht Singh einen Sohn, bisher hat seine Frau lauter Mädchen geboren. Also beschließt der autoritäre Patriarch, seine vierte Tochter „junger Prinz“ zu nennen und sie als Mann zu erziehen …“

Mein Kommentar: Puh, das ist harter Tobak. Der Film geht ganz schwer auf das Gemüt. Da wird man traurig und der Klos im Hals wird immer größer. Herzzerreißend. Aber unheimlich sehenswert, wie Klischees, Religion, konservatives Denken den Menschen – den (indischen) Mann – treibt. Sicher ist auch manches auf das heutige Indien und der Umgang von Mann und Frau und mit der Religion übertragbar. Zum Nachdenken. Unbedingt anschauen.

Monsieur Claude und seine Töchter (Frankreich 2014)

Bild aus dem Web

Bild aus dem Web

„Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Musik in den Elternohren ist da die Ankündigung der jüngsten Tochter, einen – Halleluja! – französischen Katholiken zu heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden…“

Mein Kommentar: Herrlicher französischer Humor, wundervoll wie Rassismus eingespielt wird. Herrlich wie der Jude über den Chinesen, der Araber über den Juden, der Chinese über den Schwarzen, der schwarze Papa über den Franzosen und wieder zurück im Kreis jeder über jeden herzieht und jedes Klischee auf den Tisch kommt. Und letztendlich ist die Moral von der Geschichte: Jeder kann mit jedem! Wundervolle Kritik an länder- und religionsübergreifenden Vorurteilen! Zum Schlapplachen und Nachdenken! Sozialkritik mit Humor gewürzt. Sehenswert.

 

 

 

freie Meinungsäusserung, ein paar Worte

Ich wollte nie ein politischer Blog sein. Ich wollte nie irgendetwas über Rel.g.on schreiben. Warum? Nicht, weil mir dazu nichts einfällt. Nein. Weil ich Angst habe. Ein Schißer bin. Weil ich keine Briefbomben will und weil ich nicht will, dass mein harmloser kleiner Blog – mein Überbleibsel, wenn ich mal nicht mehr bin, gehackt wird. Täglich, wenn ich die Kraft dazu aufbringe und auch die Zeit, um mehr als die Überschriften in den News zu überfliegen, könnte ich meinen Senf dazu abgeben, zu all dem Mist da draussen. Aber ich bin ein Schißer. Und dann will ich auf die völlig harmlose Website eines Freundes gehen, eine Geschäftsseite, harmlos was Weltpolitik und sowieso rel.gi.se Themen angeht. Die Website ist im Wartungsmodus, hies es. Ist jetzt schon eine ganze Weile her. Ich fragte nach, er sagte mir seine Seite wurde gehackt und komplett zerstört von einer isl..-re.ig… Gruppe. Das konnte nachvollzogen werden. Diese Gruppe hatte Hunderte von Seiten zerstört.

Bild aus dem Internet

Bild aus dem Internet

Sein Business war erstmal platt. Der Neubau kostete ihn richtig fett Geld. Das tut weh in seinem kleinen Business. Bis seine Seite mit all ihren Unterseiten und Links wieder aufgebaut war und er bei den Google-Suchbegriffen wieder oben landet, vergeht Zeit. Schade, dass Menschen anderer Gesinnung einfach nur plattmachen. Schade, dass Gedankengut nichts wert ist, schade, dass sinnfreie Zerstörung für manche das höchste Gut ist. Schade, dass freie Meinungsäusserung nicht für alle gilt. Schade, dass bei der Vergewaltigung in Indien sofort die Überlegung nach Hindi gegen Europäer in den Sinn kommt und es wahrscheinlich „einfach nur“ verdammte Drecksäcke waren. Schade, dass die Welt kuscht, vor „denen“, und jeder einzelne mit. Ja, ich bin ein Schißer und ich ziehe vor jedem den Hut, der keiner ist. Ich schreibe isl..-re.ig… Gruppe nicht einmal aus, um in keiner Suchmaschine zu landen. Die Überschrift dieses Eintrages ist genau das, was ich nicht mehr fühle.

Kalenderwoche 04, beeindruckendes

Was mich diese Woche beeindruckt hat:
1. Fotografie von Erik Madigan Heck (USA). Huh, nein, gefallen tut es mir nicht. Aufhängen in meiner Bude: schon gar nicht. Aber wow, das ist Mut und Ideen. Irre Inszenierungen. Ich ziehe den Hut und blättere gerne durch.

Madigan, Bilder aus Internet

Madigan, Bilder aus Internet

2. In den Nachrichten: „Nonne bringt überraschend Kind zur Welt. Ob die Schwangerschaft für die Nonne nun Konsequenzen trägt, ist aber ebenso unbekannt, wie wer der Vater des Knaben ist.“ Wuah, was habe ich mich amüsiert. Die unglaubliche Schwangerschaft mit Kindesfolge und unbekanntem Vater. Danke für den Lacher. Endlich wieder, die unbefleckte Empfängnis.

3. Mein Aufmischen von ca. 30 Leuten eines namhaften Vereins, für die eine Wochenendplanung mit Hotelbuchung erfolgte. Ich wurde mit eingeplant, als Gast. Leider konnte ich nicht und fragte dann verwundert „wieso eigentlich am 15.2. Der Event ist doch erst am 22.2. Danach war es lange still im Äther, bis ein zaghaftes „mach mi ned unsicher …“ kam. Ähem. Ist mir jetzt auch peinlich… also, ähem dann mal bis 22.2. … Da fragt man sich, ob man besser nichts gesagt hätte. Vielleicht habe ich ja falsch gegoogelt (hab ich aber nicht). Ohoh 😉