Tatort Hauptbahnhof Stuttgart

Ich bin auf der Durchreise und laufe durch den Hauptbahnhof von Stuttgart. Plötzlich Geschrei.
„Scheiß Deutsche“ „Scheiß Deutsche“ in nicht ganz akzentlosem Deutsch.
Ich komme gerade aus dem Ausland, habe gutes Miteinander erlebt und habe mich dort benommen.
Nun bin ich benommen …
Ich, Deutsche, in Deutschland, offen, muss mich anschreien lassen?
Ich war nicht direkt persönlich angesprochen, der Rufer rief in die Menge und fuchtelte dazu aggressiv. Meinte uns alle.
Was war passiert?
Der Rufer hatte ältere Passanten (womöglich Deutsche) am Ticketautomat angesprochen und wollte sie abzocken. Wollte sie bestehlen.
Ein weiterer Passant (womöglich Deutscher) ging dazwischen und bat ihn die Leute in Ruhe zu lassen.
Folge:
„Scheiß Deutsche“
Nun, Recht oder Unrecht mag jeder für sich entscheiden.
Ich wunderte mich nur über meine Reaktion.
Zum einen frage ich mich, warum solche Typen nicht einfach eingeladen werden und höflich in ihr Land gebracht werden. Weg von den Scheißdeutschen.
Zum anderen frage ich mich, warum ich nichts sage, sondern voll Furcht weitergehe. Warum sage ich nicht „wenn Sie hier leben und offensichtlich leben wollen, dann benehmen Sie sich bitte“. Keine Zivilcourage. Angst vor Gewalt. Ich schäme mich nichts gesagt zu haben.
Advertisements

Paris im Schlendergang

Galerie

Diese Galerie enthält 11 Fotos.

Wenige Stunden im Zug und wir steigen stressfrei mitten in Paris aus und schlendern los, so in etwa Richtung Unterkunft. An einem Straßencafé nehmen wir einen Café creme und beobachten die auf und abziehende Menschenschar. Der Schwarze mit seiner kleinen … Weiterlesen

sockentragende Gastgeberin

Letztlich hatten wir eine interessante Diskussion über Schuhe im Wohnraum.
Ich, frisch renoviert und umgezogen, witzelte, dass unsere Besucher immer frische Socken anhaben müssen …
Dachte nichts dabei …
Sagt eine in der Runde „ich ziehe die Schuhe aber nicht aus“.
Ich erstaunt, dachte noch es ist Spaß, aber die Runde fing an zu diskutieren.   Ja, sie meinte es bierernst, daß sie die Schuhe nicht ausziehen würde, wenn es der Wohnungseigentümer wünsche, bei ihr ziehe sie auch niemand aus (äh, ja, wenn sie kein Problem mit den Schneckenresten, den toten Regenwürmern, Kaugummi, Dreck und frisch Ausgespucktes auf dem Teppich hat – für mich ok – in ihrer Wohnung – nur nicht auf meinem Parkett).
Äh, dachte ich … ich bin so erzogen worden, dass man beim
Reinkommen fragt, ob man die Straßenschuhe ausziehen soll und macht dies dann selbstverständlich, mindestens (!) wenn gewünscht.
Nun, in der Gruppe waren die Meinungen geteilt.
Wir verblieben, gottseidank streitlos, dass die Dame mich nie besucht (ihre Worte), wenn sie die Schuhe ausziehen müsste.
Ehrlich gesagt ok für mich. Will ich doch diese Ignoranz der Wünsche eines Gastgebers nicht an der Haustür nochmals führen – aber schade, dass dieser Besuch nun nie kommt (nach eigener Aussage) …

Ich habe lange nachgedacht, ob der Gast den Gastgeber oder der Gastgeber den Gast respektieren sollte.

Ist es nicht genau das was wir von unseren Besuchern im Land – sprich Immigranten, Asylsuchende, wie auch Touristen erwarten? Dass sie die Bräuche und Regeln, unsere Werte respektieren?
Ob diese Dame dies von „den anderen“ auch so erwartet? Ja, das tut sie.
Und by the way: in vielen Ländern dieser Erde ist es üblich die Schuhe draußen zu lassen.
FullSizeRender (1)

nachspüren

Micha Herz

Manchmal liege ich einfach so da, suche Dich in den zarten Schwingungen, die Deine Schritte hinterliessen. Halte die Nase in den Raum und suche Deinen Geruch, der verflogen ist. Ich strecke die Hand aus, versuche Deinen Abdruck in den Kissen zu ertasten. Alle Sinne fühlen sich angekommen an, wenn ich so liegend die Augen schließe und nach Deiner Ruhe und Wärme nachspüre.

moderner Sklavenhandel – Teil 11 Bingo

Ist es nicht eine schöne Bestätigung, wenn man einen Plan schmiedet, diesen verfolgt und erfolgreich abschließt?

Ich habe mich auf viele viele Stellen beworben, auch auf solche, die in meinen Bereich fallen, die ich aber nicht hätte ernsthaft haben wollen.

ameiseIch habe viele Gespräche führen dürfen – in Telefoninterviews und vor Ort bei den potentiellen Arbeitgebern.

Die meisten Gespräche waren haarsträubend und zwecklos und haben mich viele Nerven und viel viel Frust gekostet…

Und doch wurde ich mit jedem Gespräch cooler, gewiefter, war für das nächste besser vorbereitet, lernte aus der Erfahrung und den Fragen, um dann bestens vorbereitet

Bingo

in einem Gespräch zu sitzen – in einer Firma, die mich WIRKLICH interessierte.

Und Bingo

Das Gespräch war super, das Zweitgespräch noch besser, die Gegenüber kompetent, sympathisch, echte Menschen mit echten Fragen zu einer echten neuen Arbeitsstelle! Und dann ging alles ganz ganz schnell.

Und Bingo

Ich habe den Job! Traumjob möchte man sagen. Es hört sich alles fantastisch an und ich freue mich dort anfangen zu dürfen.

Die Odyssee hat ein Ende und beginnt hoffentlich nicht in der Probezeit nochmals…

Liebe Leser, Danke für’s Mitfiebern 😉

Euer fleissiges Ameischen

moderner Sklavenhandel – Teil 10 Arbeitsamt

Arbeitsamt – Dein Freund und Helfer für Bürger mit Arbeitsplatzsorgen…

bundesagentur_fu%cc%88r_arbeit-logo_svgJa, ich habe auch versucht Vater Staat in meine Arbeitsplatzsuche mit ein zu beziehen. Wollte nichts unversucht lassen und mich vor allem auch beraten lassen, mal meine Unterlagen anschauen lassen, usw.

Ich habe mich online angemeldet… mehr oder weniger nicht erfolgreich… und, seid sicher, es lag nicht an mir als User.

Ich habe mich telefonisch vorgestellt … mehr oder weniger wurde mir nicht bis gar nicht zugehört, sondern es wurden meine Personalien aufgenommen – ohne Kontext – ohne Nachfrage, um was es überhaupt geht.

Ich habe um einen Beratungstermin wegen „drohender kurzfristiger Arbeitslosigkeit“ gebeten. Man muss halt LEIDER übertreiben, wenn man was will. Ehrlichkeit bringt einen LEIDER nicht immer ans Ziel, weil ja niemand zuhört oder liest. Dieser Antrag wurde erst mit viel Bettelei genehmigt. Gut, ich meine, ich hätte auch arbeitslos werden können, dann hätten sie halt erst mal gezahlt, bevor sie sich zu einem Beratungstermin herablassen…

Ich habe dann GEWAGT den endlich bekommenen Beratungstermin (1,5 Monate Wartezeit !) verlegen zu wollen, WEIL ich ein Vorstellungsgespräch in einer Firma zeitgleich reinbekam und nicht verschieben möchte… infam von mir ….

Das Arbeitsamt war dann „angepisst“ und hat mir keinen von mir erbetenen neuen Beratungstermin gegeben, sondern mir mitgeteilt, dass sie meine Daten löschen, da ich ja „noch nicht arbeitslos bin“.

Ja, so war’s. Danke auch Vater Staat. Wenn mal einmal was von ihm will und auch noch in seinem Interesse…. Lieber blind zahlen als Prophylaxe…

 

Rückblick 2016

Ohnmacht vor all dem was 2016 mit uns passierte:
Bedenklicher Zulauf zur AfD und ähnliche Tendenzen in anderen Ländern, bedenkliche und unsoziale Rechtsentwicklungen um uns herum, Brexit, Trump und seine haarsträubende neue Truppe, die Entwicklung in der Türkei, Russland unberechenbar, Italien wankend, Verfall der Sparzinsen *, der IS-Terror, humanitäre Katastrophe: der Syrienkrieg, Tod des Fidel Castro und vieler namhafter Prominenten und Tod all jener für die meisten Namenlosen.
Chaos und Krisen und das alles in der Friedenszeit.
Was ist los mit uns?

Und mein 2016?
rueckblickGemischte Gefühle. Zu viel Stress, zu viel negativer Stress, mehr graue Haare und neue Falten.

„Alter ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt.“ von Martin Buber
Entscheidungen fürs Leben, die richtig waren. Schöne Entscheidungen. Ängste, über meine selbsterwählte neue berufliche Zukunft und glückliche Gefühle an der Seite meines Mannes. Ein Durcheinander, durchbrochen von schönen Reisen, guten Gedanken, viel Lachen und tanzen im Regen.
2017 mag mir und allen auf der Welt bitte ein bisschen mehr Positives bringen. Deswegen auch ein positives Bild auf dieser Seite. Für 2017: „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.“ von unbekannt.

* Achja, ein interessanter Beitrag aus dem Stern Nr.51/2016 für die, die das Geld nicht in der Matratze (Achtung Milben) oder auf der Bank (Achtung Bankenkrise) lagern, sondern in Diamanten investiert haben: Es war keine gute Idee. Martin Roscheisen/Nähe San Francisco züchtet Diamanten im Labor. Nur/Höchstens durch aufwändige Laboruntersuchungen von Edelsteinexperten von echten Naturdiamanten zu unterscheiden. Also doch beim Gold bleiben, noch ist es der Alchimie nicht gelungen dieses Material herzustellen.
Kein Rückblick ohne einen guten Rat *lach*. Macht etwas aus 2017. Ich arbeite an einer guten Zukunft.