Rückblick 2016

Ohnmacht vor all dem was 2016 mit uns passierte:
Bedenklicher Zulauf zur AfD und ähnliche Tendenzen in anderen Ländern, bedenkliche und unsoziale Rechtsentwicklungen um uns herum, Brexit, Trump und seine haarsträubende neue Truppe, die Entwicklung in der Türkei, Russland unberechenbar, Italien wankend, Verfall der Sparzinsen *, der IS-Terror, humanitäre Katastrophe: der Syrienkrieg, Tod des Fidel Castro und vieler namhafter Prominenten und Tod all jener für die meisten Namenlosen.
Chaos und Krisen und das alles in der Friedenszeit.
Was ist los mit uns?

Und mein 2016?
rueckblickGemischte Gefühle. Zu viel Stress, zu viel negativer Stress, mehr graue Haare und neue Falten.

„Alter ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was anfangen heißt.“ von Martin Buber
Entscheidungen fürs Leben, die richtig waren. Schöne Entscheidungen. Ängste, über meine selbsterwählte neue berufliche Zukunft und glückliche Gefühle an der Seite meines Mannes. Ein Durcheinander, durchbrochen von schönen Reisen, guten Gedanken, viel Lachen und tanzen im Regen.
2017 mag mir und allen auf der Welt bitte ein bisschen mehr Positives bringen. Deswegen auch ein positives Bild auf dieser Seite. Für 2017: „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.“ von unbekannt.

* Achja, ein interessanter Beitrag aus dem Stern Nr.51/2016 für die, die das Geld nicht in der Matratze (Achtung Milben) oder auf der Bank (Achtung Bankenkrise) lagern, sondern in Diamanten investiert haben: Es war keine gute Idee. Martin Roscheisen/Nähe San Francisco züchtet Diamanten im Labor. Nur/Höchstens durch aufwändige Laboruntersuchungen von Edelsteinexperten von echten Naturdiamanten zu unterscheiden. Also doch beim Gold bleiben, noch ist es der Alchimie nicht gelungen dieses Material herzustellen.
Kein Rückblick ohne einen guten Rat *lach*. Macht etwas aus 2017. Ich arbeite an einer guten Zukunft.

moderner Sklavenhandel Teil 9

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

25.12. – zwischen Heiligabend mit feinen Freunden, 3erlei lecker Pasta und Sportstudio der Blick in die Jobbörsen und tatsächlich, unter 2 Monate alten alten Bekannten (warum stehen seit 2 Monaten immer die selben Anzeigen online, immer mit einem gerade neu eingestellten Datum? Finden die niemanden oder gibt es alle Stellen nicht?) eine neue Anzeige. Freude!

Gleich schreibe ich hin und gugg an, gleich eine Antwort vom Robbi-Roboter:

Good morning / good afternoon,

thank you for your email.

I will be back in the office on 4 April and will contact you as soon as possible after that date.

With best wishes

 

Mister No Name

Management Partner

 

Aha, also eine ganz brisant eilig zu besetzende Stelle …

Warum bin ich nicht einfach gleich ins Sportstudio oder esse wahlweise gemütlich auf dem Sofa ein paar Weihnachtskekse? Achja, und schönen Urlaub noch Mister No Name.

moderner Sklavenhandel Teil 8

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Ich habe ein (un)interessantes Vorstellungsgespräch. Leider hat sich in den ersten 4 Minuten herausgestellt, dass die junge Dame mein Anschreiben entweder nicht gelesen hat oder des Lesens nicht mächtig ist. Nun, wie sagt man so schön „Lesen gefährdet die Dummheit“. In meinen Recherchen stiess ich auch auf dieses interessante Stellengesuch eines Lupenreinen Researcher (m/w):  Du vereinst gängige Recruiting-Methoden mit kreativen Ideen? Die Qualität Deiner Arbeit steht bei Dir an erster Stelle? 

OK, ich will damit nicht sagen, dass die junge Dame im ziemlich unprofessionellen Gespräch hier Lücken hatte….

Jedenfalls werde ich beim Gespräch nochmals gebeten meinen Lebenslauf in das von der Dienstleistungsfirma vorgegebene Format und Formular einzugeben und zwar EXAKT so wie vorgegeben (ich habe im Vorfeld per Übertrag aus einem pdf Blöcke eingefügt, die damit lesbar vorhanden waren, aber als eingefügtes Bild nicht bearbeitbar durch einen Dritten), mit der Begründung „wenn das anders aussieht, haben Sie ja bei unseren Kunden schon gar keine Chance und außerdem müssen wir den Lebenslauf ja anpassen können

Wie? Meinen Lebenslauf anpassen? Was? So Daten ändern, Firmen rausnehmen, etwas einfügen gar? Ist das eigentlich Urkundenfälschung?

Ich habe mich dann nicht weiter darum gekümmert und bleibe bei der von mir ungefälschten Variante…. ganz im Sinne des Kunden….

moderner Sklavenhandel Teil 7

Ein ausgezeichnetes sehens- und hörenswertes Schmankerl über die Situation, wie ich sie beginne zu begreifen:

Youtube Video C.Sieber/T.Mann

Ich setze nach, aus meinem Erlebnis diese Woche:

Ein nichtnamhafter Ingenieur-, IT- usw.-dienstleister mit 400 Mitarbeitern (nein, nicht in der Verwaltung oder die Recruiter, sondern auch alle „echten“ Mitarbeiter an mehreren Standorten sucht:

1351

1351 ? Die Zahl der Woche.

Mein voller Respekt! Das ist Wachstum und Zutrauen, dass man mit 400 Mitarbeitern, geschätzte maximal 50 im Recruitungbereich, so viele Neueinstellungen gut abhandeln kann und der neue Mitarbeiter sich in guten Händen fühlt.

Zurückkommend auf das obige Video könnte es ergo möglich sein, dass unsere Bundesregierung all diesen Dienstleistern für jeden gelisteten Suchenden einen Obolus bezahlt, mit dem Ziel, dass diese nicht mehr in den Arbeitslosenstatistiken auftauchen. Damit werden die Statistiken noch feiner geschönt, da viele Arbeitssuchende damit mehrfach gelistet werden. Grund: Die personalsuchenden Kunden (falls es diese wirklich gibt) suchen über mehrere Dienstleister und Personalvermittler und der Arbeitssuchende bewirbt sich folglich mehrfach auf die selbe Stelle und wird mehrfach gelistet.

moderner Sklavenhandel Teil 6

Yeah! Das sind Traumjobs.

Sandwich Artist (m/w)

Deine Aufgaben: Bedienen von Gäste – Reinigen der Tische/Theke – Arbeiten an der Kasse – Herstellung von Speisen – Arbeiten in Schichtwechsel – Lieferungen annehmen

Ausgezeichnete Deutschkenntnisse werden erwartet. Ob die der Texter der Anzeige auch hat? Holpert 2x…

Kunstinteressierter Museumsaufseher

Es handelt sich um eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle Tätigkeit. Ein gewisser Hang zu Kunst, Kunstobjekten und Ausstellungen sollte vorhanden sein.

Ah, wie das klingt „Sandwich Artist“ und ein „gewisser Hang zur Kunst“. Manchmal wünschte ich, ich hätte nie etwas gelernt und wäre frei, um einfach nach schön klingenden Namen auszuwählen oder Nachts durch’s Museum zu streifen.

moderner Sklavenhandel Teil 5

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Stellenausschreibung „wir suchen für unseren Kunden im Großraum X in der Fahrzeugtechnik in Direktvermittlung“.

Im Interview beschreibe ich die spannenden Aufgaben in der Fahrzeugtechnik und ja genau das will ich machen, ist doch viel interessanter als der Maschinenbau.

Nach 35 Minuten erfahre ich, dass hinter der Stellenausschreibung kein Kunde steckt, sondern einfach NICHTS, weder der Großraum X, noch ein Kunde in der Fahrzeugtechnik, noch irgendwas. Ich werde in die Kartei aufgenommen, weil das Gespräch so toll war, „falls sich mal was ergibt melden wir uns bei ihnen und naja der allgemeine Maschinenbau ist dann also nichts für Sie“. F***, und ich dachte ich rede denen nach dem Mund und hätte doch was ganz anderes gemacht….

Ok, ich lerne: Da kommt dann mal der Kunde vorbei, schaut sich die Karteikärtchen an und sucht sich seinen neuen Baumwollpflücker aus. Prüft anhand vom Kärtchen die Zähne und die Armmuskeln und lässt die Gesunden dann mal vorsprechen.

Er stellt sie alle in eine Reihe „Mund auf“, kurzer Check, der nächste. Wieviel Baumwolle pro Stunde? Zu wenig. „Schule Deine Bewerber, Du kleiner Personalrecruiter, dann reden wir über den noch mal, vielleicht.“

Fein, ne? Der Kunde hat keine Arbeit der Vorauswahl, schult nicht, gibt keinen Paten zur Seite und schmeisst von heute auf morgen raus. Der nächste Baumwollpflücker bitte. Achso, ne ohne das „bitte“.

Moderner Sklavenhandel 4.0 in der heutigen Industrie.

moderner Sklavenhandel Teil 4

neuerunsinnvondagi auf Jobsuche, ungekündigt, entspannt, glaubt sie:

Ich bewerbe mich auf eine interessante Stelle.

Person A sendet mir die Eingangsbestätigung (ok, wird eine Antwortmaschine sein).

Person B schreibt, ich soll noch das XX einreichen, zur Vervollständigung meiner Unterlagen. Ich reiche höflich grinsend NOCHMALS ein, was bereits dabei war!

Person C schreibt mir eine Einladung zu einen Termin für ein Vorstellungsgespräch mit Herrn Müller.

Ich sage höflich ab, ist mitten am Tag. Hallo, haben wir verpasst, dass ich einen Job habe?

Person D schreibt mir einen Termin für ein Vorstellungsgespräch, nun mit Herrn Schmidt.

Ja klar, soweit zum vertraulichen Behandeln meiner Daten und man ist nicht nur eine Nummer, die nach Schema F abgearbeitet wird.

Aber ich freue mich auf das Gespräch mit Person E … fühle mich jetzt schon veräppelt…