Wermutstropfen

Ist es nicht dekadent?

mas-sinenHier sitze ich, hatte einen langen Arbeitstag und verdiente mir so einen richtig guten Tropfen aus dem Weinkeller. Mas Sinen aus dem Priorat, ein 2006er, voller Genuss, voller Kraft, voller Sonne. Locker ein 19-Punkter. Sonne, die mich bald durch einen Inselurlaub begleiten soll. Aufrechterhaltend packe ich ein Wenig vor mich hin. Kann einfach wohin fahren. So bin ich hier, mit meinem Tropfen, geniese und denke über die Unsinnigkeit der Welt nach.

Erst ruft Frau Merkel zur Gedenkminute ein für all die Opfer, die durch die Waffen der ISIS starben, um dann zu verkünden, dass man Waffen liefern soll und muss. Krank oder? Eine „Gedenkminute“ für die Opfer, die damit zu Opfern führen. Dann Präsi Cafe Latte, Inhaber eines Friedensnobelpreises. Das „Netzwerk des Todes“ muss man vernichten. Dann die erste Waffenlieferung nach da unten, weit weg (?), um echt richtig Kohle zu machen (Deutschland, drittgrösster Todes-, äh, Waffenlieferant der Welt),… äh, um das Netzwerk des Todes zu zerschlagen. Und dann noch in den Tagesthemen „gestern die Achse des Bösen, heute Partner“. Da wären wir wieder, beim Moralaustausch, wie er gerade ins Bild passt.

Es ist alles so krank. Ich trinke meinen guten Rotwein. Höre verdammt laute Musik, tanze mich frei und versuche zu überleben. In einer privilegierten Ecke der Welt, die meint eine andere verstehen zu wollen, mal links, mal rechts einmischen. Das Einmischen in Afghanistan hat nicht funktioniert, im Irak nicht, Ruanda nicht, die Kurden schonmal nicht, Israel nicht. Und so produzieren wir fleissig weiter diese todbringenden Stahlteile und wundern uns über wieder 700000 Leute, die bei uns überleben wollen. Henne oder Ei.

 

Advertisements

3 Gedanken zu „Wermutstropfen

  1. Afghanistan, lt. stern-Bericht das Fazit nach Ende des Deutschlandeinsatzes:
    „Kosten: rund 40 Milliarden Euro. Ziele erreicht: Null. Dazu 55 deutsche tote Soldaten.“

    Nach 13 Jahren wurde die Mission beendet. Für die Bevölkerung hat sich im Prinzip nichts geändert, nichts beruhigt und nichts wurde leichter, weder für die Frauen noch für die allgemeine Angst.

    Brauchen wir jetzt eine neue Spielwiese?

  2. Ja, das ist alles einigermaßen absurd. Da stimme ich Dir vollkommen zu. Warum geben wir nicht das ganze Geld statt für Militäreinsätze für Aufbauhilfe, Ausbildung und Wirtschaftsförderung in diesen Ländern aus? Wer etwas zu verlieren hat, der wird schon aufhören, sein Land zu zerstören.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s