Latina America/Costa Rica 2001 – Teil 4/4

Nach weiteren 1,5 Stunden Bootsfahrt (nun in einem kleinen Kahn) sind wir in Costa Rica, Land 4 dieser Reise: Mich erschlägt die plötzliche Sauberkeit, alles gepflegt, die Bäume stehen in sauberen Linien gepflanzt, Luxusbusse im Linienverkehr, Ami-PKW’s, alles spricht englisch, keine indianisch aussehende Bevölkerung, blonde Haare, Westkleidung, gemähte Rasen. Die Hecken sind akurat geschnitten. Ich bin im falschen Film.
Wir schnappen einen Bus in den Süden. Mit einmal Umsteigen sind wir um 16:30Uhr in Fortuna. Die Unterkunft kostet „teure“ 5$ und ist nicht besser als gewohnt. Wir buchen uns bei Franklin (ein Netter, Sympathie bekommt wieder den Zuschlag von all denen, die uns ihre Hilfe aufquatschen wollen) noch schnell für 20$ für die Nachttour zu den heissen Quellen und zum aktiven Vulkan Arenal ein. Später regnet es und die Bewölkung nimmt stark zu. Der Führer Franklin sagt, es habe keinen Sinn zum Vulkan zu fahren, man wird nichts sehen. Er ratet uns, das Geld wieder zu nehmen. Wir sind superenttäuscht und finden seine Ehrlichkeit wirklich toll. Es war der einzig mögliche Tag für uns zum Vulkan zu fahren. Egal.
Am nächsten Morgen ging es mit Minivan, Boot und Jeep nach St. Elena/Monteverde. Einchecken im Camino Verde. Ok soweit, aber das Bett hart wie ein Brett. Dann zu einer Schmetterlingsfarm, ganz nett, aber wir haben uns mehr versprochen. Nach einer kurzen interessanten Käfer- und Kakerlakenshow gibt es vielleicht neunerlei Schmetterlinge, die so ein bisschen träge vor sich hin flattern. Nachts gehen wir auf eine geführte Nachtwanderung durch den Wald zur Tierbeobachtung. Wow! Faultier, grosse Rattenart, schlafender Tukan, Pisote, Tarantula, Frösche, Insekten. Mittelkurz ins Bett und um 6:00Uhr wecken. Fahrt in den Nebelwald St. Elena. Wir wandern 2,5 Stunden und es regnet fürchterlich. Wir werden nicht nass, das ungeheuer dichte Walddach hält alles ab. Nebel hängt darin und der Wald macht seinem Namen alle Ehre. Danach machen wir für läppische 35$ (uhu, Costa Rica ist was für die reichen USA-Ami’s, die hier nun auch vielzahlig auftreten) die bekannte Canopy-Tour. 12 Plattformen in den Bäumen, hoch über dem Grund. An Kabeln segeln wir von Plattform zu Plattform. Irre! Zurück nach St. Elena, nehmen den Bus zum Flughafen, ein Taxi nach Alejuela zur gleichnamigen Pension. Wir bekamen mit viel Glück das Zimmer, welches reserviert war und die Gäste nicht kamen. Um acht am Abend hätten wir sonst wohl ein Problem bekommen. Für 11$ teuer, aber auch das Beste der ganzen Reise. Die letzte Nacht und ab nach Hause.

4 Länder, 15 verschiedene Übernachtungsorte, 4,5 Wochen, 12 verschiedene Transportmöglichkeiten (Bus, Jeep, Minivan, Pickup, Boot, Viehtransporter, Schiff, Flugzeug, Pferdekutsche, Kajak, Taxi, Fuss)
Natur, Kultur, Sprache, Strand, Land
Eine phänomenale Reise!
Jetzt zählt nur eins: schnell Geld sparen für die nächste Reise. Es darf nicht länger als ein halbes Jahr vergehen…. Noch im Flugzeug will ich Pläne schmieden, will nicht nach Hause, habe kein Heimweh.

Ein Fazit von Susanne zur Reise? Unbekannt. Zwischendurch gab sie sich Mühe, mehr von sich zu zeigen, etwas preiszugeben, aber Offenheit gehört nicht zu ihr. Man kann nicht in sie hineinsehen. Eine tolle, wundervolle Reisegefährtin und Freundin, aber das Schweigen ist hart.

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